Europäische FledermausnachtSeltener Anblick

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Hufeisennasen-Fledermäuse hängen in einem Stadel an der Decke.
Hufeisennasen-Fledermäuse hängen in einem Stadel an der Decke. Armin Weigel/dpa

Bei der „Batnight“ kann man mit dem LBV in vielen Teilen Bayerns auf Fledermaus-Entdeckungstour gehen. In Erding und Freising bieten die Kreisgruppen andere Möglichkeiten, den scheuen Nachtschwärmern mal etwas näherzukommen.

Von Norick Huß, Freising/Erding

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Ob als Superheld „Batman“ oder blutrünstiger Vampir „Dracula“. Die Fledermaus, oder zumindest menschliche Abwandlungen von ihr, haben die Film- und Literaturlandschaft so stark und vielseitig wie vermutlich kaum ein anderes Tier geprägt. Sie in der realen Welt zu finden, stellt eine bedeutend größere Herausforderung dar, schließlich sind Fledermäuse nachtaktiv. Wer jedoch in den kommenden Tagen zur Dämmerungszeit in den Himmel schaut, hat vielleicht Glück und entdeckt sein Exemplar. Fledermäuse suchen nämlich im Spätsommer nach einem Quartier für den Winter.

 Von insgesamt 1270 weltweit bekannten Arten konnten in Bayern laut Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) mehr als 25 nachgewiesen werden. Wer einen seltenen Blick auf Abendsegler, Mausohren und Konsorten erhaschen will, dem ist mit fachkundiger Unterstützung geholfen. Der LBV nimmt auch dieses Jahr wieder an der Europäischen Fledermausnacht, auch „Batnight“ genannt, teil. Am Wochenende, 24. und 25. August, können Interessierte bereits zum 28. Mal auf geführten Fledermaus-Touren nach den Nachtschwärmern Ausschau halten. In Freising und Erding, wo es immerhin 15 Arten zu entdecken gäbe, werden zwar keine gesonderten Führungen aus Anlass der „Batnight“ angeboten, aber Bund Naturschutz und LBV-Kreisgruppen bieten hier Interessierten andere Möglichkeiten an.

In Erding läuft seit dem 12. August ein Ferienprogramm für Schülerinnen und Schüler, bei dem man an fünf Terminen auf abendliche Fledermauswanderungen geht. Nach Dorfen, Langengeisling und Bockhorn kann noch am 26. August in Walpertskirchen sowie am 27. August in Dorfen auf die Suche nach Fledermäusen gegangen werden. Start ist jeweils um 19.15 Uhr, um Anmeldung wird bei der jeweiligen Gemeinde gebeten.

Wer in Freising auf eigene Faust Fledermäuse entdecken möchte, dem empfiehlt Manfred Drobny, Geschäftsführer beim örtlichen Bund Naturschutz, einen Abstecher an die Isar- oder die Moosachbrücken. Dort gingen die Fledermäuse relativ hoch über dem Wasser auf Insektenjagd, erklärt der Biologe. Je nach Art hielten sich die Tiere außerdem in Baumspalten, Gärten, Parks und weiteren Unterschlupfmöglichkeiten wie etwa Hecken oder Mauern auf, so Drobny. Fledermäuse seien jedoch „mit dem unbewaffneten Auge nicht immer ganz einfach zu sehen“, da sie meist in der Früh oder der Abenddämmerung sowie nachts unterwegs sind. Einige Arten könne man aber an zirpenden Soziallauten erkennen, erklärt er: Im Gegensatz zum normalen Rufen der Fledermäuse lägen diese in einer für den Menschen hörbaren Frequenz.

Doch nicht nur die Dunkelheit, auch der Rückgang des Fledermausbestandes erschwert zunehmend das Entdecken eines Exemplares. Alle 25 in Bayern nachgewiesenen Arten gelten als gefährdet, informiert der LBV auf seiner Website. Den Grund dafür fasst Manfred Drobny zusammen: Die wirtschaftliche Nutzung von Feldern und Forstgebieten sorge für einen Rückgang von Naturwald und Insekten, die für Fledermäuse überlebenswichtig sind. Laut LBV leisten bereits Blumen auf dem Balkon, die Gestaltung von Insekten-reichen oder naturnahen Gärten einen Beitrag zum Schutz der Säugetiere. Und Manfred Drobny betont: Insektenschutz ist aktiver Fledermausschutz.

Workshops und Vorträge

 Auch der LBV Freising initiiert Methoden zum Schutz der heimischen Fledermäuse. Die Pflege und der Erhalt der Quartiere in Kirchen, privaten Gebäuden und Bäumen, die Koordinierung von Renovierungsarbeiten an Gebäuden mit Fledermausquartieren sowie die Pflege verletzter Fledermäuse zählen dazu. Auch die Bereitstellung von Fledermauskästen sowie die Zählung und Artenbestimmung der Tiere gehören zu den Aufgaben des LBV.

Die Erdinger LBV-Kreisgruppe lädt auf ihrer Website zudem zu verschiedenen Workshops oder Vorträgen ein. Zusätzlich können Interessierte gegen eine Kaution in Höhe von 50 Euro einen Fledermausrucksack leihen. Ausgestattet mit einem Fledermausdetektor, Stirnlampen und verschiedenem Informationsmaterial kann man „Fledermäuse selber entdecken“, so der Flyer. Viele Kirchen und alte Gebäude wurden vom LBV mit Nistkästen ausgestattet, berichtet Ursula Schmidt-Hoensdorf von der Erdinger Kreisgruppe. Diese spielten aufgrund ihrer Nischen eine besonders wichtige Rolle, sagt sie.

Wer nicht allein auf die Suche gehen möchte, kann sich auf der Website des LBV über alle bayernweiten Veranstaltungsangebote in der „Batnight“ informieren.

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