Der 2020 verstorbene Echinger, der sein gesamtes Vermögen der Gemeinde hinterlassen hat, ist von dieser für diese große Geste nie gewürdigt worden - offenbar eher im Gegenteil: Eine Leser-Mail in einer örtlichen Online-Plattform hat jetzt darauf hingewiesen, dass das Grab des Verstorbenen weitgehend verwahrlost sei. Eineinhalb Jahre nach dem Tod von Hans L. sei nicht mal ein Grabstein aufgestellt, eine Grabpflege gebe es nicht.
Im Gemeinderat hat Christoph Gürtner für die FW die Kritik aufgegriffen und eine Grabpflege durch die Gemeinde für den Wohltäter angeregt. Die Gemeindeverwaltung will dazu Bericht erstatten. Die großzügige Erbschaft war publik geworden, weil dem Erbfall der Verkauf einer Wohnung an die Familie von Bürgermeister Sebastian Thaler vorausgegangen war, zu deren Umständen die Staatsanwaltschaft ermittelt hatte, schlussendlich ergebnislos.
Der hochbetagte Hans L. hatte den Thalers eine Wohnung zum Schätzpreis von mindestens 550 000 Euro für 300 000 Euro verkauft. Sein handschriftliches Testament übergab er dem Bürgermeister zu treuen Händen. Darin wird die Gemeinde als Alleinerbin eingesetzt. Das Geld soll zweckgebunden für Reparatur- und Ausstattungs-Arbeiten am Alten-Service-Zentrum eingesetzt werden. L. hatte dort seinen Lebensabend verbracht und war offenbar sehr zufrieden.