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Entscheidung in Neufahrn:Die "kleine Südschleife" bleibt

Ansonsten genehmigt der Gemeinderat eine abgespeckte Route der Buslinie 692

Von Birgit Grundner, Neufahrn/Hallbergmoos

Die in Hallbergmoos bereits genehmigte abgespeckte Version der Buslinie 692 hat jetzt auch vom Neufahrner Gemeinderat das "Go" bekommen - davon ausgenommen hat das Gremium allerdings ein im Ort kontrovers diskutiertes Detail: Zumindest die "kleine Südschleife" soll entgegen der "dringenden" Empfehlung des MVV beibehalten werden. Die Busse werden somit auch nach Dezember 2021 über Auweg, Robert-Koch-Straße und Albert-Schweitzer-Straße fahren. Die Verkehrsplaner hätten die Linie lieber ganz ohne Schleife - also direkt über die Grünecker Straße (Staatsstraße 2053) - nach Mintraching und Hallbergmoos geführt, um die Fahrzeit zu verkürzen. Damit wollten sie einen "Puffer" schaffen, um eventuelle Verspätungen in diesem Abschnitt ausgleichen zu können.

Zwei bis vier Minuten Einsparung würde der Verzicht auf die Schleife bringen, hatte der Mobilitätsbeauftragte der Gemeinde, Simon Weichwald, in der Sitzung erklärt. Daran hatten die Freien Wähler freilich so ihre Zweifel: Der Bus verliere eher Zeit, wenn er in Neufahrn auf der viel befahrenen Staatsstraße fahren müsse, gab Norbert Manhart zu bedenken. Manfred Holzer warnte vor einem Rückstau, der sich mit einer Haltestelle an der Grünecker Straße bilden würde. Außerdem bedeute eine Anbindung von Wohngebieten über die "kleine Südschleife" einen Mehrwert.

Die Busse seien in der Robert-Koch-Straße aber "so gut wie leer", hielt Beate Frommhold-Buhl (SPD) entgegen. Sie verwies dabei nicht nur auf eigene Beobachtungen als direkte Anwohnerin, sondern auch auf Auswertungen des MVV: "Die Zahlen sind sehr schlecht." Zudem werde der Süden künftig durch die neue Ortsbuslinie 694 bereits gut angebunden, sagte die SPD-Fraktionssprecherin weiter. Trotzdem stimmte am Ende eine knappe 14:13 Mehrheit für den Antrag der Freien Wähler, die "kleine Südschleife" beizubehalten.

Mit den übrigen Änderungen für die interkommunale Linie hatte eine große Gemeinderatsmehrheit kein Problem: Der angepeilte Takt für die Wochenenden und Feiertage wird etwas ausgedünnt. Der Werktagsbetrieb wird so gestaltet, dass weniger Busse dafür benötigt werden, ohne dass sich am Fahrplan viel ändert. Und die angepeilte Verlängerung der Linie von Hallbergmoos zum Flughafen wird wieder gekappt.

Der MVV hatte das Konzept noch einmal überarbeitet, weil der Gemeinderat Hallbergmoos die vorherige Fassung aus Kostengründen abgelehnt hatte. Die neue Version und die mittlerweile zugesagte Kostenbeteiligung des Landkreises reduzieren nun den finanziellen Anteil für Neufahrn: War man zunächst von bis zu 460 000 Euro im Jahr ausgegangen, sind es nun maximal 320 000 Euro.

© SZ vom 27.11.2020
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