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Engagierte Gewerkschaft:Geburtstag einer starken Lobby

Warnstreik am Flughafen München, 2019

Der Ortsverein Verdi-Flughafenregion unterstützt auch Streiks wie diesen Warnstreik 2019 von Teilen des Sicherheitspersonals am Airport.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Ortsverein Verdi-Flughafenregion kämpft bereits seit 20 Jahren für die Beschäftigten

Von Melanie Glinicke, Freising

Beschäftigte stärken, Betriebs- und Personalräte unterstützen und die Auseinandersetzung mit allgemeinen politischen Fragen: Das sind seit 2001 die zentralen Anliegen von Verdi in der Region um Freising und Erding. Die Gewerkschaftler stehen dabei ein für gerechten Lohn und gute Arbeit und bieten eine starke Lobby für alle Beschäftigten, wie es in einer Mitteilung zum 20. Geburtstag aus dem Ortsverein Verdi-Flughafenregion heißt.

Gegründet wurde dieser am 16. Mai 2001 in Neufahrn - und er blickt nach eigenen Angaben in diesen 20 Jahren auf etliche Erfolge zurück. Der Ortsverein unterstützte demnach Streiks am Flughafen und sorgte dafür, dass Betriebe einen Betriebsrat wählen können. Zuletzt habe davon die ITG in Schwaig profitiert, so Verdi.

Zu den politischen Frühschoppen seien sonntags oft bis zu 70 Mitglieder zusammen gekommen, um Themen wie "Gewinner und Verlierer der Wirtschaftskrise", "Krankenhäuser in der Wirtschaftskrise", "Immer ärmer für die Reichen" oder "Rente mit 67" mit Fachleuten zu diskutieren. Sonntage seien für den Ortsverein aber auch Tage der Familie, Tage der Vereine oder Tage des Nichtstuns, betont die Gewerkschaft ihren Einsatz für den freien Sonntag - als Tag, "der nicht zu einem weiteren Shoppingtag verkommt".

Einsatz habe der Ortsverband gezeigt, als der Wohnungsmarkt in der Region immer schwieriger wurde, erinnert Verdi weiter. Wohnen sei für die Gewerkschaft ganz klar ein Menschenrecht. Engagiert habe man sich zudem, als sich herausgestellt habe, dass etliche Rentner nach 40 Jahren Arbeit nicht menschenwürdig leben können. Mit Säcken voller Pfandflaschen hätten Gewerkschaftler vor dem CSU-Wahlkreisbüro auf diese Problematik hingewiesen.

Zentrale Forderung der Gewerkschaftler sei zudem der Mindestlohn gewesen. Mit Hilfe von Frank Bsirske, dem langjährigen Chef von Verdi, sei dafür 2008 Werbung auf dem Freisinger Marienplatz gemacht worden. Auch Rainer Hoffmann, Chef des DGB, sei beim Ortsverein Flughafenregion zu Gast gewesen. Bei ihm habe man die schwierige Lage der Post- und Speditionsdienste und der Flughafen-Mitarbeiter thematisiert. Luise Clemens, Chefin von Verdi Bayern, habe 2018 die Arbeit des Ortsvereins besonders hervorgehoben.

Auch zum 20. Geburtstag haben die Gewerkschafter von Verdi-Flughafenregion noch viele weitere Ideen, Wünsche und Vorstellungen, wie es in der Mitteilung zum Jubiläum abschließend heißt. Die nächste Aktion sei bereits geplant. Unter dem Titel "Wer soll das bezahlen?" - die Verdi-Kampagne "Superreiche zur Kasse für die Kosten der Krise" soll sie stattfinden. Die Sitzungen des Ortsvereins sind für jeden zugänglich und werden über Facebook beworben. Jeder, der Interesse hat, ist willkommen.

© SZ vom 14.06.2021
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