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Energiewende:Solarpark in Niederhummel geplant

Auf der 3,75 Hektar großen Fläche sollen 3,7 Megawatt Strom erzeugt werden, die dann ins Netz der Stadtwerke München eingespeist werden. Die Bürgerbeteiligung steht noch aus, auch die Auflagen sind noch nicht klar

Mit einem Solarpark bei Niederhummel soll es nun doch konkret werden. Bei einer ersten Vorstellung der Planungen vor ein paar Monaten hatte es im Gemeinderat noch reichlich Skepsis gegeben, nun rang sich das Gremium zu einem Mehrheitsbeschluss zur Einleitung des Bebauungsplanverfahrens durch. Auf der 3,75 Hektar großen Fläche sollen 3,7 Megawatt Strom erzeugt werden, die ins Netz der Stadtwerke München gehen werden.

Uneingeschränkte Begeisterung herrschte nun im Rat auch nach dem Vortrag der Projektentwicklerin Anja Ruhdorfer von der Firma Greenvest Solar nicht, die das Projekt errichten und an die Stadtwerke verkaufen will. Es geht nach wie vor um das Spannungsverhältnis zwischen Entzug landwirtschaftlicher Nutzfläche und Verwirklichung der Energiewende. Ein Solarpark auf diesem Areal war bereits im Jahr 2010 genehmigt, nie aber verwirklicht worden. Damals galten andere Parameter bei der EEG-Vergütung und der Technik. Um eine wirtschaftliche und vermarktungsfähige Solaranlage zu bauen, ist es notwendig, die Fläche von damals wesentlich zu erhöhen. Im Grunde aber geht es "nur" um die Änderung eines bestehenden Bebauungsplans, noch dazu, wie das Landratsamt signalisiert hat, in einem "vereinfachten Verfahren" .

Bürger- und Behördenbeteiligung sowie öffentliche Auslegung sind aber nach wie vor notwendig. Dann werde man sehen, welche Auflagen kommen würden. Die Planung insgesamt sei ein Kompromiss, sagte die Bürgermeisterin. Dass das Landratsamt überhaupt offenbar seine Einstellung zu solchen Projekten geändert habe, wunderte Walter Prochaska (UWL). Korbinian Huber (CSU): "Wenn wir das mit der Energiewende ernst meinen, müssen wir das machen." Es gibt allerdings noch weitere Vorstellungen über Freiflächen-Solaranlagen in der Gemeinde. "Diese werden wir dann gesammelt betrachten müssen", meinte Hoyer.

Zwischen Nelkenweg, Tulpen- und Rosenstraße sollen neun neue Baugrundstücke ausgewiesen werden. Architekt Peter Wacker jun. stellte den Entwurf des Bebauungsplans vor und der Gemeinderat fasste den Beschluss zur Einleitung eines vereinfachten Verfahrens. Christian Huber, Vorsitzender des SV Langenbach und Bewerber für ein Gemeinderatsmandat, überzeugte seine potenziellen künftigen Kollegen, dem SVL weiter finanziell beim Bau des neuen Vereinsheims unter die Arme zu greifen. Im Juli bereits soll, nach intensiven Anstrengungen der Mitglieder, das neue Werk eröffnet werden, wozu die Gemeinde bereits einen Zuschuss von 250 000 Euro und über einen Zeitraum von 15 Jahren jährlich 20 000 Euro beisteuert. Nun gibt es noch dazu 27 866,24 Euro für die Planungskosten. Aktuell rechnet der Verein mit 793 866 Euro Bau- und Planungskosten.

Vorgestellt wurde im Langenbacher Gemeinderat auch noch das Kanalsanierungskonzept für dieses Jahr, das vierte insgesamt in der Reihe. 1,1 Millionen Euro hat die Gemeinde bisher für Reparatur, Sanierung und Erneuerung ihrer Kanalisation ausgegeben.

© SZ vom 05.03.2020
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