Der Eisvogel ist auch im Landkreis Freising selten geworden. An Amper und Isar und zum Teil auch an der Moosach kann man ihn noch finden. Mit seinem leuchtend blauen Gefieder, dem rostroten Bauch und dem langen Schnabel ist er ein besonderer Blickfang. Von März an kann man ihn mit etwas Glück dabei beobachten, wie er seine Niströhren in steile Uferböschungen baut. „Doch geeignete Brutwände gibt es in Bayern immer seltener, da viele Ufer befestigt und verbaut werden und Flussläufe mit natürlicher Dynamik mittlerweile eine Rarität sind“, so der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in einer Pressemitteilung. Im Landkreis Freising aber zeigt die Brutwandpflege Erfolg.
Kurt Scholz von der LBV-Kreisgruppe hat sich 25 Jahre lang ehrenamtlich darum gekümmert, dass der Vogel, der in Bayern auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht, Nistmöglichkeiten findet. Bis zu 30 Brutwände betreute er gleichzeitig. Aus Altersgründen habe er nun zurückgesteckt, sagt der 81-Jährige – und ist froh, dass sein ehrenamtliches Engagement fortgeführt wird. Denn die Wände müssen gepflegt werden – und durch das Hochwasser im Juni 2024 sind vor allem an der Amper viele zerstört worden.
Gemeinsam mit der Kreisgruppe und der LBV-Hochschulgruppe Freising setzt die LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern mit einem durch die „Stiftung Bayerisches Naturerbe“ geförderten Projekt die Arbeit fort. Mittlerweile wurden bei zwei Pflegeeinsätzen zehn neue Brutwände an der Amper angelegt. Mit Wathose und Schaufel waren vor allem Studierende im Einsatz, wie LBV-Kreisvorsitzender Günther Knoll schildert. Man müsse schon einigermaßen fit sein, um in der Strömung stehend steile Flussböschungen abzustechen.
Damit aber ist es nicht getan. Denn die Wände müssen von März bis Oktober kontrolliert und gepflegt werden. So muss die Vegetation regelmäßig entfernt werden, um das Einflugloch freizuhalten, wie Kurt Scholz erklärt. „Man ist schon gut beschäftigt – gerade nach einem Hochwasser.“ Nun müsse man abwarten, ob die neuen Brutwände dem Eisvogel auch gefallen. Das ist laut Scholz nicht ganz einfach. Wichtig sei die richtige Zusammensetzung, es dürfe nicht zu hart und nicht zu weich sei. Zudem brauche der farbenprächtige Vogel eine gute Deckung und Ansitzmöglichkeiten zum Jagen.

Zahlreiche Brutwände aber würden angenommen, deshalb gebe es im Landkreis noch einige Eisvögel, sagt Scholz. „Es lohnt sich auf alle Fälle.“ Durch das Hochwasser im vergangenen Juni seien einige Gelege vernichtet worden, bis zu drei Bruten im Jahr aber seien keine Seltenheit. So könnten sich die Bestände wieder erholen.
Was fasziniert ihn an diesen seltenen Vögeln? „Ihre ganze Lebensweise“, antwortet er. Sie seien hervorragende Fischjäger, ihr Aussehen sei wunderschön. Die größte Belohnung für das Engagement sei, wenn Jungvögel ausfliegen. „Das ist eine schöne Bestätigung.“
Ziel des Brutwand-Projektes ist es, die Population von Eisvögeln in der Region zu erhalten. Dafür sucht der LBV weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich über die Kreisgruppe einbringen wollen. Interessierte können sich bei Florian Prestl melden, Telefon 0160 2797537, E-Mail: florian.prestl@lbv.de.

