Eishalle Woche der Entscheidung

Wenn die im Haushalt vorgesehenen 5,8 Millionen Euro jetzt wirklich reichen, dann ist im April Spatenstich. Wenn das Stadion doch zu teuer wird, sollte eines nicht versucht werden: ein Bürgerbegehren

Von Kerstin Vogel

Noch laufen die Freisinger unter freiem Himmel Schlittschuh. In dieser Woche entscheidet sich, ob die Halle wirklich gebaut wird.

(Foto: Marco Einfeldt)

Spannend wird es in dieser Woche in Sachen Baubeginn für die neue Freisinger Eishalle: In den kommenden Tagen werden die Angebote für die verschiedenen Gewerke geöffnet und damit wird spätestens am Freitag, wenn es zuletzt noch um die Stahlbauarbeiten geht, in etwa feststehen, ob die Stadt mit den im Haushalt maximal bewilligten 5,8 Millionen Euro für das lange Jahre heiß umstrittene Projekt auskommt. Ist das der Fall, sind die Tage der alten Eislaufbahn in der Luitpoldanlage gezählt, denn dann wird schon im März mit den Abbrucharbeiten begonnen. Schließlich sieht der Zeitplan vor, im April den ersten Spatenstich zu setzen.

Referatsleiter Franz Piller, der bei der Stadtverwaltung für den Bau des neuen Stadions verantwortlich ist, ist einigermaßen optimistisch. Denn für die erste große Ausschreibung der Baumeisterarbeiten, die immerhin knapp ein Viertel der gesamten Kosten ausmacht, ist die Angebotssumme bereits bekannt - und sie liegt mit 1,2 Millionen Euro im Rahmen dessen, was man dafür errechnet hatte. Nahezu ebenso groß ist das Volumen der Stahlbauarbeiten, um die es am Freitag gehen wird - und hier haben insgesamt 60 Firmen die Ausschreibungsunterlagen bei der Stadt angefordert, eine hohe Zahl, die Piller als gutes Zeichen wertet.

Dass der Haushaltsansatz für den Bau der Eishalle eingehalten wird, ist nach all den Diskussionen der Vergangenheit einigermaßen wichtig. Sollte es größere Überschreitungen geben, müsste das Projekt wohl noch einmal im Hauptausschuss oder sogar im Stadtrat behandelt werden - und dass auf die 5,8 Millionen nun noch einmal größere Summen draufgesattelt würden, ist zumindest fraglich.

Bei einer Pressekonferenz der Freisinger Mitte war in der vergangenen Woche sogar spekuliert worden, ob dann möglicherweise ein Bürgerentscheid zum Bau des Stadions angezettelt werden könnte - entsprechende Andeutungen wollte man schon vernommen haben. Piller allerdings warnt vor so einem Schritt. Anders als bei der Moosachöffnung, für welche die CSU bekanntlich einen Bürgerentscheid anstrebt, gebe es für das Eisstadion bereits einen Projektbeschluss des Stadtrats. Damit aber würde die Stadt gegenüber den Firmen, die ein Angebot abgegeben haben, entschädigungspflichtig, falls die Bürger den Bau noch kippen sollten.

Unter Dach und Fach sind laut Piller inzwischen auch die drei Vereinbarungen, die vor einem Baubeginn von der Stadt mit dem Förderverein abgeschlossen werden sollten. Im einzelnen wurde dabei festgehalten, dass die Vereinsumkleide auf städtischem Grund gebaut wird. Die zweite Vereinbarung sieht vor, dass den Auftrag dazu der Förderverein vergibt, allerdings an denselben Auftragnehmer, der für die Stadt auch den Rest der Halle baut. Die Kosten für den Rohbau der Umkleide trägt der Verein, den Innenausbau übernimmt er in Eigenleistung. Das übrige Stadion bezahlt die Stadt. Die Gestaltung der Freiflächen wiederum übernimmt der Förderverein kostenpflichtig für die Stadt - das ist der dritte Deal.

Insgesamt muss der Förderverein auf diese Weise mehr als eine Million Euro für das geplante Stadion in der Luitpoldanlage beisteuern. Um das Geld für den Eigenanteil zu beschaffen, werden aktuell bereits Patenschaften für einzelne Felder auf der neuen Eisfläche verkauft. Der Quadratmeter kostet 50 Euro.