bedeckt München 19°

Einzelhandelskonzept Moosburg:Bürger sollen als Kunden mitbestimmen

Moosburg an der Isar, 2018

Um die Zukunft des Wohn- und Wirtschaftsstandortes Moosburg zu sichern, soll nun das Einzelhandelskonzept fortgeschrieben werden. Im Moosburger Rathaus wurde das Projekt am Donnerstag vorgestellt.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Das Einzelhandelskonzept ist mittlerweile zehn Jahre alt und gehört fortgeschrieben. Dabei sind die Bürger als Kunden gefragt. Sie können sich an einer Umfrage eines Augsburger Büros für Standortanalyse beteiligen.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Wenn es im Moosburger Stadtrat um die Entwicklung der Innenstadt oder die Ansiedlung von neuem Gewerbe geht, dann nutzt mancher Amtsträger gerne das örtliche Einzelhandelskonzept als Argumentationshilfe. Der Haken: Das Konzept stammt von 2009, ist also schon zehn Jahre alt. Ein Zeitraum, in dem sich "beim Kaufverhalten und in der Moosburger Geschäftswelt natürlich viel verändert hat", stellte Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU) am Donnerstagvormittag in einem Pressegespräch im Rathaus fest. Deshalb lässt die Stadt jetzt das Einzelhandelskonzept unter Berücksichtigung dieser Veränderungen sowie aktueller Marktentwicklungen, -trends und -anforderungen durch das Augsburger Büro für Standort-, Markt- und Regionalanalyse von Manfred Heider fortschreiben.

Der Einzelhandel spiele eine wichtige Rolle für die Zukunftssicherung des Wohn- und Wirtschaftsstandortes Moosburg, heißt es in einer Mitteilung des Augsburger Büros. Er werde durch demografische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen beeinflusst und sehe sich nicht nur mit den Herausforderungen des Onlinehandels konfrontiert. Es gehe darum, ein gesamtheitliches Bild zu bekommen, sagte Heider im Rathaus. Neben Dingen wie Strukturanalyse und Markterhebung sei dabei die Befragung von Geschäftsleuten und Bürgern ein wesentlicher Bestandteil.

Während Mitarbeiter von Heiders Büro in den kommenden Wochen den Einzelhandels- und Geschäftsbestand in der Stadt erfassen und sich ein Bild von der lokalen Situation machen, können alle Moosburger an einer Onlinebefragung teilnehmen. Von kommenden Montag, 8. Juli, an kann man bis zum 21. Juli über einen Link auf der Homepage der Stadt (www.moosburg.de) oder die Internetadresse https://lamapoll.de/Moosburg-hh an der Befragung teilnehmen.

"Nur wenn viele mitmachen, haben wir ein Ergebnis, mit dem man arbeiten kann"

"Es werden auch offene Fragen dabei sein, damit die Leute ohne Vorgaben sagen können, was ihnen gefällt oder auch nicht", erläuterte Heider. Teilnehmen können auch Menschen aus der Umgebung, die in Moosburg einkaufen. Das Ausfüllen des Bogens dauert laut Heider zehn bis 15 Minuten. "Das läuft alles anonym unter Berücksichtigung aller Datenschutzbestimmungen", versicherte die Bürgermeisterin. Dass jemand von einem Rechner aus zum Beispiel 500 Mal den Bogen ausfüllt und die Umfrage manipuliert, sei technisch ausgeschlossen, betonte Heider.

Es müsse das Interesse jedes Kunden und jedes Gewerbetreibenden sein, teilzunehmen, sagte Meinelt und bat um rege Beteiligung: "Nur wenn viele mitmachen, haben wir ein qualifiziertes Ergebnis, mit dem man vernünftig arbeiten kann." Mit 250 bis 300 ausgefüllten Bögen könne man schon was anfangen, meinte Heider. Mit dem Ergebnis der Kundenbefragung könne man die Geschäftsleute überzeugen, sagte Meinelt: "Dann kann man sagen: Der, von dem du lebst, will das so." Man werde die Geschäftsleute - dazu zählen auch Gastronomen und Dienstleister - dazu animieren, selbst die eigenen Kunden zu befragen, sagte Heider. Die Fragebögen für die Bürger werden auch in Papierform am Eingang im Haus der Bildung ausliegen.

Mit der Fortschreibung des Konzepts, die auf einen Stadtratsbeschluss zurückgeht und von der Städtebauförderung bezuschusst wird, will man neue Grundempfehlungen formulieren, etwa zum Bedarf. "Damit man weiß, wo was fehlt und in welchen Bereichen man überbesetzt ist", erklärte Heider. Auch die Frage, ob ein Sortiment innenstadtrelevant ist oder nicht, soll geklärt werden. Und die Marketing-Genossenschaft habe etwas Handfestes vorzuweisen, wenn ein ansiedlungswilliger Betrieb frage, ob sein Geschäft in Moosburg überhaupt gebraucht werde, so Meinelt.

© SZ vom 05.07.2019/lada
Zur SZ-Startseite

Jubiläum in Moosburg
:Engagiert und einfallsreich

"Barbaras Bücherstube" feiert 40. Geburtstag, einer der Schwerpunkte liegt auf anspruchsvoller Kinder- und Jugendliteratur. Inhaberin Gaby Kellner hat schon mehrere Preise gewonnen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB