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Einheimischenmodell in Allershausen:Bewerber warten auf Antwort

Erbschaftsstreit verzögert Vergabe von Baugrundstücken

Viele Interessenten, die sich in Allershausen um ein Grundstück im Baugebiet Eggenberger Feld-Süd beworben haben, warten seit Monaten auf eine Entscheidung. Ein Erbschaftsstreit hat die Vergabe enorm verzögert. Läuft alles nach Plan, können laut Bürgermeister Martin Vaas (PFW) Anfang Februar die ersten Notarverträge geschlossen werden. Allerdings sei er ein "gebranntes Kind", was Prognosen in dieser Angelegenheit angehe. Voraussetzung ist, dass die Erbengemeinschaft das Ergebnis des Umlageverfahrens akzeptiert. Sie wird inzwischen durch eine Anwaltskanzlei vertreten. Die vierwöchige Einspruchsfrist beginnt demnächst.

Mit einer Änderung des Bebauungsplans hat der Gemeinderat am Dienstag außerdem den Weg freigemacht, um mehr Reihenhäuser anstelle von Mehrfamilienhäusern errichten zu können. Auch dadurch erhöht sich die Zahl der Bewerber, die im Einheimischenmodell Berücksichtigung finden.

81 Parzellen sind nach aktuellem Stand im Eggenberger Feld-Süd zu vergeben, 50 davon zu vergünstigten Konditionen durch die Gemeinde - der Quadratmeterpreis liegt bei 450 Euro. 32 der 100 Interessenten haben laut Vaas bereits eine Absage erhalten, weil sie die Richtlinien nicht erfüllen. Bleiben also 68. Allerdings sei noch nicht klar, ob alle ihren Antrag aufrecht erhalten, sagte der Bürgermeister im Gespräch mit der SZ. Möglicherweise könne die Zahl der Parzellen noch etwas erhöht werden.

Dazu trägt bereits die gestiegene Zahl der Reihenhäuser bei. 30 Stück sind nun vorgesehen, der Plan soll entsprechend geändert werden, ursprünglich waren es nur zehn. Auch über Tiefgaragen haben die Gemeinderäte diskutiert. Die werden im Eggenberger Feld-Süd aber nur bei einem Geschosswohnungsbau vorgeschrieben.

Die Bauwerber warten mit zunehmender Ungeduld auf die Vergabe, schließlich können Anträge auf Baukindergeld nach derzeitigem Stand nur noch bis Ende März 2021 eingereicht werden. Bis dahin muss der Bauantrag bewilligt sein. Klappen könnte dies zumindest für 20 Einfamilienhäuser, für die der Zuschlag zuerst erteilt werden kann, noch bevor das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans komplett abgeschlossen ist, weil in diesem Teil des Baugebiets alles beim alten bleibt. Die ersten Interessenten sollen noch in diesem Jahr angeschrieben werden. Dass sie alle auf eine Entscheidung drängen, verstehe er, sagte Vaas. Ohne Rechtssicherheit zu haben, könne er jedoch keine Zusagen geben. Auch ein Geschosswohnungsbau ist auf einer weiteren Parzelle noch immer möglich. Im Baugebiet wird außerdem eine Kindertagesstätte gebaut.

© SZ vom 26.11.2020 / psc
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