Ein neuer Geistlicher für Au:Von der Taufe bis zur Beerdigung

Ein neuer Geistlicher für Au: Clemens Voss, 64, möchte sich in den kommenden sechs Jahren in der Pfarrei Au vor allem wieder den eigentlichen Aufgaben eines Pfarrers widmen können.

Clemens Voss, 64, möchte sich in den kommenden sechs Jahren in der Pfarrei Au vor allem wieder den eigentlichen Aufgaben eines Pfarrers widmen können.

(Foto: Marco Einfeldt)

Pfarrer Clemens Voss tritt am Sonntag offiziell die Nachfolge von Pfarrer Berthold Heller in der Pfarrei Au an. Er will sich vor allem der Seelsorge und Gesprächen widmen und den Blick auf Jesus Christus lenken

Von Katharina Aurich, Au

Bereits vor vier Wochen hat Pfarrer Clemens Voss die Nachfolge von Pfarrer Berthold Heller in der Pfarrei Au übernommen. Am Sonntag, 3. Oktober, wird er nun offiziell während eines Gottesdienstes in sein Amt installiert. Für die Nachfolge Hellers hat er sich beworben, weil er sich am Ende seiner Berufstätigkeit gerne auf die ihm wichtigen Themen konzentrieren und sich den "eigentlichen Aufgaben" eines Pfarrers, die Seelsorge und Gespräche, widmen möchte, wie er sagt. Voss blickt auf eine lange Karriere als Geistlicher zurück.

Der gebürtige Stuttgarter studierte nach dem Abitur in Regensburg katholische Theologie und wurde 1982 zum Priester geweiht. Regensburg sei schon damals eine moderne, gut ausgestattete Uni gewesen, daher habe er sich für einen Wegzug aus Schwaben entschieden, erinnert sich Voss. Nach seiner Priesterweihe in der Diözese Regensburg wurde er für drei Jahre nach Waldmünchen an die tschechische Grenze geschickt, damals in unmittelbarer Nähe des eisernen Vorhangs.

Es sei eine merkwürdige Situation gewesen, so nahe er an der Grenze zu leben, daran erinnert er sich noch gut. Nach weiteren drei Jahren in der Pfarrei in Weiden in der Oberpfalz wechselte Voss in die Pfarreiengemeinschaft Bodenkirchen-Bonbruck, wo er dann 33 Jahre lang blieb. Zuletzt hätten ihn dort die vielen Verwaltungsaufgaben "gedrückt," vieles hätte sich eingeschliffen, die Zeit sei reif für eine Veränderung gewesen, schildert der Geistliche.

In seiner bisherigen Stelle sei er für 60 Mitarbeiter verantwortlich gewesen, denn zur Pfarrgemeinschaft Bodenkirchen-Bonbruck gehören ein Behindertenwohnheim, Friedhöfe sowie ein Kindergarten. "Ich war fast nur noch mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt", so Voss. Auf die Stelle in Au hatte sich der 64-Jährige beworben und sich nach einem "sehr guten Gespräch" mit seinem Vorgänger dann endgültig entschieden, in die Hallertau zu ziehen. Er plane, noch sechs Jahre im Dienst zu sein und könne nun in der Pfarrei Au mit ihren rund 3000 Mitgliedern mit seinen Kräften besser haushalten.

Gemeinsam mit einer Pastoralreferentin, die sich vorwiegend um den katholischen Religionsunterricht in der Schule und die Ministranten kümmere, wolle er nun für alle Gläubigen, von der Taufe bis zur Beerdigung, da sein, sagt Voss. Er wünsche sich für sein neues Amt, gemeinsam mit den Gläubigen den Blick auf Jesus Christus zu lenken und dass die Menschen in seiner Pfarrei mehr miteinander und weniger übereinander sprechen. Viele zwischenmenschliche Konflikte könne man aus der Welt schaffen, wenn man rechtzeitig miteinander ins Gespräch komme, ist Voss überzeugt. Insbesondere mit Ehepaaren habe er die Erfahrung gemacht, dass wenn jeder nur noch seinen eigenen Weg suche und nicht mehr mit dem Partner spreche, das Ende der Ehe nicht mehr weit sei. Auch für solche Gespräche stehe er gerne zur Verfügung, sagt der Geistliche.

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