Das Entscheidende war eigentlich das Urteil der Bewertungskommission, die Anfang November Moosburg inspizierte und schließlich für eine Auszeichnung als "fahrradfreundliche Kommune" vorschlug. Es galt als sicher, dass die Stadt dieses Zertifikat auch tatsächlich bekommt, nur die entsprechende Urkunde hat halt bislang noch gefehlt. Aber seit vergangener Woche ist es nun offiziell: In einer Online-Veranstaltung mit der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) wurde Moosburg zusammen mit weiteren Städten, Gemeinden und Landkreisen zur "fahrradfreundlichen Kommune" gekürt. Moosburgs Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne), der als Mobilitätsreferent der Stadt maßgeblich am Bewerbungsprozess mitgewirkt hat, weiß dass die Zertifizierung durch das Bayerische Verkehrsministerium und die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Verpflichtung ist.
Denn das bedeute "natürlich nicht, dass damit in Moosburg für den Radverkehr schon alles zum Besten steht", schrieb er auf Facebook. Es sei "der Auftrag, den eingeschlagenen Weg engagiert fortzusetzen, damit Radfahren in Moosburg noch einfacher, bequemer und sicherer wird". Mehr Radverkehr, so Stanglmaier, bedeute auch mehr Klimaschutz sowie "mehr Lebensqualität in Moosburg durch weniger Lärm, Unfälle, Abgase und verstopfte Straßen". Wie gut die Stadt beim Ausbau des Radverkehrs vorankommt, wird sich in sieben Jahren zeigen: Dann steht nämlich die Rezertifizierung an und Moosburg muss seine Fahrradfreundlichkeit aufs Neue unter Beweis stellen.
Schon beim Ortstermin der Bewertungskommission Anfang November in Moosburg stellte diese "sehr großes Engagement bei Verwaltung und Politik" fest. In Moosburg sei bei der Förderung des Radverkehrs schon viel passiert, aber es bleibe weiterhin noch viel zu tun.
Dass das Bewusstsein für den Ausbau und die Stärkung des Fahrradverkehrs in weiten Teilen der Moosburger Lokalpolitik inzwischen fest verankert ist und man gewillt ist, diesen Weg weiterzugehen, zeigte jüngst auch eine Entscheidung im Bauausschuss des Stadtrats. Dieser beschloss bei nur einer Gegenstimme, zumindest auf einer Seite einen Fahrradschutzstreifen an der viel befahrenen Westerbergstraße einzurichten.