Ehrenamtsmarkt„Der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“

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Johanna Sticksel, Leiterin des Freisinger „Treffpunkt Ehrenamt, ist immer auf der Suche nach engagierten Menschen.
Johanna Sticksel, Leiterin des Freisinger „Treffpunkt Ehrenamt, ist immer auf der Suche nach engagierten Menschen. Marco Einfeldt

Die Stadt Freising beteiligt sich am deutschlandweiten Ehrentag. Johanna Sticksel, Leiterin des „Treffpunkt Ehrenamt“, erklärt im Interview, warum die Arbeit der freiwilligen Helfer so wichtig ist.

Interview von Gudrun Regelein, Freising

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Deutschunterricht für Kinder, Besuche bei einsamen Senioren, Hospizbegleitung oder Mitarbeit im Foodsharing-Café „Café Übrig“: Das sind nur wenige von vielen Möglichkeiten, wie Menschen sich in Freising ehrenamtlich engagieren können. Einige dieser Angebote werden beim Ehrenamtsmarkt am Samstag, 23. Mai, dem deutschlandweiten Ehrentag, vorgestellt. „Wir wollen Werbung machen, wir sind immer auf der Suche nach engagierten Menschen“, sagt Johanna Sticksel, Leiterin des „Treffpunkt Ehrenamt“.

SZ: Frau Sticksel, sind Sie zufrieden mit dem Engagement der Freisinger?

Johanna Sticksel: Ja, grundsätzlich schon. Aber es gibt natürlich immer Luft nach oben.

Der Ehrentag wird in diesem Jahr das erste Mal gefeiert. Weshalb wurde er ins Leben gerufen?

Am 23. Mai feiert das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag – das war der Grund. Initiiert wurde der Tag unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er soll zum einen das Ehrenamt würdigen und zum anderen dazu ermutigen, sich selbst aktiv einzubringen. Gezeigt werden soll, welche große Relevanz das freiwillige Engagement für die Demokratie hat.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Vor etwa 60 Jahren gab es beispielsweise noch keine Hospizbewegung, sie entstand erst Ende der 60er-Jahre. Diese wollte den Tod, das Sterben enttabuisieren, der Sterbende und seine Wünsche sollten im Mittelpunkt stehen. Bis heute ist die Hospizbewegung stark von freiwilligem Engagement getragen und hat sich inzwischen gute professionelle Strukturen erkämpft – sie haben die Gesellschaft verändert. Auch die Hospizgruppe in Freising hat hier große Verdienste.

Gibt es denn ein besonders beliebtes Ehrenamt?

Nach wie vor wollen viele etwas mit Kindern machen – oder auch mit Senioren. Daneben ist der Einsatz für Natur und Umwelt beliebt.

Wer interessiert sich vor allem für ein Ehrenamt? Rentner, die auf einmal viel Zeit haben?

Ja, oft kommen sie aber schon früher, um sich für diese Lebensphase eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen. Es sind aber auch Jüngere, Studierende beispielsweise und die sogenannten Mid Agers. Also eigentlich geht es quer durch alle Altersgruppen.

Weshalb engagiert man sich ehrenamtlich?

Da gibt es sehr viele Gründe. Menschen, die noch nicht lange in Freising leben, wollen beispielsweise Kontakte knüpfen, andere ihr Deutsch verbessern. Dann gibt es welche, die einmal etwas ausprobieren wollen, also beispielsweise gerade in der Berufsfindung sind. Und wir haben natürlich auch solche, die etwas zurückgeben wollen.

Wie wichtig sind die freiwilligen Helfer für unsere Gesellschaft?

Sehr wichtig. Ich glaube, sie sind der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Sie übernehmen Verantwortung, gestalten mit, sie tragen dazu bei, dass sich etwas verändert – auch in der Politik. Es sind in Deutschland übrigens etwa 40 Prozent der über 14-Jährigen, die sich freiwillig in ihrer Freizeit engagieren.

Ohne sie würde es also viele Angebote nicht geben?

Ja, aber nicht nur das. Denken Sie an die Freiwilligen Feuerwehren oder den Katastrophenschutz. Da übernehmen Ehrenamtliche eine staatliche Aufgabe.

Der Ehrenamtsmarkt findet am Samstag, 23. Mai, von 9 bis 12.30 Uhr in der Freisinger Innenstadt (zwischen Amtsgerichtsgasse und Marienplatz) statt.

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