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Bahnposten 15:Die neuen Graffiti in der Unterführung

Bunt und fröhlich sieht die Unterführung unter der Ottostraße jetzt wieder aus. Dafür gesorgt hat der Jugendstadtrat.

(Foto: Marco Einfeldt)

Mit einer ungewöhnlichen Vernissage wird die neu gestaltete Unterführung an der Ottostraße eröffnet.

Wer in diesen Tagen durch die Unterführung an der Ottostraße (ehemaliger Bahnposten 15) geht, wird feststellen, dass die Wände irgendwie anders aussehen. Auf Initiative des Freisinger Jugendstadtrats wurden sie neu gestaltet. In knapp zwei Wochen haben insgesamt 27 freiwillige Einzelkünstler und vier Künstlergruppen die insgesamt 70 Quadratmeter Wandfläche in den verschiedensten Stilen gestaltet.

Am Donnerstagabend nun fand die offizielle Eröffnung der neu gestalteten Unterführung statt. Erschienen waren knapp 70 Gäste, darunter auch Prominenz aus dem Rathaus. Natürlich wurden zu diesem Anlass auch Reden gehalten, die zur Belustigung der Anwesenden immer wieder von vorbeikommenden Passanten und Radfahrern durchkreuzt wurden.

Den Anfang machte Hubert Hierl, Kulturreferent der Stadt Freising. Er lobte die Ausdauer der Mitglieder des Jugendstadtrats. Außerdem äußerte er den Wunsch, "in der nächsten Wahlperiode an der Seite der alten Stadträte auch ein paar junge Gesichter" sehen zu können. Zum Schluss wies Hierl noch darauf hin, dass die Stadt Freising unbedingt mehr Flächen für legale Graffiti-Kunst schaffen müsse.

Die nächste Rede hielt Philomena Böhme, Mitglied des Jugendstadtrats. Sie erläuterte den Gästen die Entwicklung des Projekts von der ersten Idee bis hin zur Endphase. Am Ende überbrachte sie im Namen des gesamten Jugendstadtrates ihren Dank an Robert Zellner vom Amt für Soziale Angelegenheiten und Fritz Andresen, Mitarbeiter bei der Stadtjugendpflege, ohne die es "den Jugendstadtrat nicht geben würde."

Dem schlossen sich auch Angela Neumair und Jane Auer, die beiden Projektleiterinnen an, die der Freisinger Jugendstadtrat extra für dieses Projekt mit ins Boot geholt hatte. In ihrer Rede hoben die beiden Kunststudentinnen besonders hervor, wie gut sich jeder Einzelne "in dem bunten Miteinander" an Teilnehmern "selbst verwirklichen" habe können. Angela Neumair freute sich, dass es dem Projekt gelungen sei, die "Vielseitigkeit der Teilnehmer in die Stadt hineinzutragen" und sie hier zu verewigen. Jane Auer schwärmte davon, wie sehr die "künstlerische Atmosphäre" in den zwei Wochen, in denen die Platten bemalt worden seien, greifbar gewesen sei. Laut Auer lag der Reiz der Aktion besonders in deren Größe und in den vielen verschiedenen Künstlern, deren Ideen sie und ihre Kollegin miteinander verbunden hätten.

Dann klang der regnerische, aber erfolgreiche Abend bei leiser Musik und kalten Getränken an den sporadisch aufgestellten Stehtischen in der Unterführung langsam aus. Nun bleibt die Frage, welche Projekte der Freisinger Jugendstadtrat in Zukunft verwirklichen wird.

© SZ vom 07.10.2017/zim
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