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Echinger Rathaus-Planung:Verliebt ins Detail

Rathaus

Seit Monaten diskutieren die Echinger Gemeinderäte, was mit dem in die Jahre gekommenen Rathaus passieren soll.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Gemeinderäte überlegen hin und her, finden viele Kritikpunkte - eine Grundsatzentscheidung, ob das Gebäude umgebaut oder doch völlig neu errichtet wird, steht aber noch aus. Sie soll nun Ende Juli fallen

In einer Art offenem Stuhlkreis haben 20 Gemeinderäte, Rathausmitarbeiter und die beauftragten Architekten am Dienstag zwei Stunden lang vor Publikum noch einmal alles gesagt, was ihnen zu einem neuen Rathaus in Eching einfällt. Von der Dimension der Toilette im Untergeschoss über die Statik der Tiefgarage bis zur Finanzierbarkeit von 15 Millionen Euro wurden Dutzende Gedankenfetzen in bunter Folge zum Besten gegeben, mit relativ unklarer Zielsetzung. Denn einige Gemeinderäte fanden, man möge sich erst einmal klar werden, ob es zu einem Neu- oder Umbau kommen werde. Andere interpretierten die Sitzung dagegen als Aufforderung, die vorliegenden Pläne zu diskutieren, der Bürgermeister wollte Funktionen geklärt wissen und gelegentlich kam als Fußnote die Frage, wie das Projekt denn bezahlt werden solle.

Jüngst war im Bauausschuss des Gemeinderats ein Architektenentwurf vorgestellt worden, der offenbar von einem Umbau ausgeht und einen Anbau nach Nordwesten vorsieht. Dieser Vorstellung wurde spontan die Sitzung eines Arbeitskreises Rathausumbau nachgeschoben, bei der nun der Entwurf im Detail und in Gänze massiv kritisiert wurde. Keine Öffnung zum Bürgerplatz, nicht einladend genug, zu viele Verkehrsflächen, falsche Schwerpunkte, so lauteten einige der Kritikpunkte.

In Frage steht auch noch, ob sich die Gemeinde das vorgesehene Volumen überhaupt leisten kann und will. Das Raumprogramm war zwar bereits beschlossen worden, allerdings hatte die Gemeinde seit der Beschäftigung mit der nötigen Rathaussanierung einen Posten in der Größenordnung von rund sechs Millionen Euro im Etat; die Planskizze korrigierte diese Annahme nun deutlich nach oben auf geschätzte Kosten von 13 bis 16 Millionen Euro.

Ob es einen Um- oder einen Neubau geben werde, sei "auf dieser Basis noch nicht entscheidungsreif", befand Bürgermeister Josef Riemensberger, gleichwohl wird an dem vorliegenden Umbauplan nun im Detail weitergearbeitet. Als erste Hausaufgabe hat sich aus den Meinungszurufen in dem Arbeitskreisgespräch herauskristallisiert, den ursprünglich vorgesehenen Durchgang zwischen Huberwirt und Rathaus vom Bürgerplatz zur Hauptstraße wieder zu schließen und das Trauzimmer von der Lage beim Sitzungssaal im ersten Stock wieder ins Erdgeschoss zu transferieren.

Der Anbau nach Norden soll dort enden, wo die Tiefgarage unter dem Bürgerplatz beginnt, um die beiden Tragebauwerke nicht miteinander zu vermengen. Damit fällt aber jede Menge nötiges Bauvolumen wieder auf das Zentralgebäude zurück, was dort untergebracht werden müsste. Eine weitere Verlängerung Richtung Kirche wurde kategorisch ausgeschlossen, einigen ging der Ausgriff nach Osten schon jetzt zu weit.

Am 7. Juli wird über das Thema im Bauausschuss weiter beraten. Ob es noch zu einer weiteren Sitzung des Arbeitskreises kommt, wird eher wieder spontan festgelegt. Am 28. Juli will der Bürgermeister im Gemeinderat dann endlich eine Grundsatzentscheidung haben.

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