Experiment gescheitertEching baut Tauschhütte nach drei Jahren wieder ab

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Die Echinger Tauschhütte hat ihren Zweck nicht erfüllt und wird abgebaut.
Die Echinger Tauschhütte hat ihren Zweck nicht erfüllt und wird abgebaut.
Gemeinde Eching/oh

Als Beitrag zur Kreislaufwirtschaft war das Projekt „Hin & weg“ im Bürgerhaushalt angestoßen worden. Doch statt brauchbarer Gegenstände landeten dort zunehmend Müll und kaputte Sachen. Nun wurde das Angebot beendet.

Von Klaus Bachhuber, Eching

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Die Tauschhütte „Hin & weg“ im Echinger Ortskern ist gescheitert. Nach gut drei Jahren hat der Gemeinderat das Angebot zur örtlichen Kreislaufwirtschaft wieder abgeschafft. Entstanden war das Projekt aus einem Wunsch der Echingerinnen und Echinger im Bürgerhaushalt. Mit einer permanenten Vermüllung habe die Hütte jedoch ihr Ziel verfehlt, hieß es nun im Gemeinderat.

Auf einen Vorschlag im Bürgerhaushalt 2022 hin hatte der Gemeinderat die Tauschhütte installiert, unmittelbar neben dem Rathaus in bester Lage an der Hauptstraße. In der schmucken Holzhütte, einer maßgeschneiderten Eigenkonstruktion des Gemeindebauhofs, sollten aussortierte, aber noch verwendbare Gegenstände aus Haushalt, Kleiderschrank oder Kinderzimmer abgegeben und von neuen Nutzern mitgenommen werden können.

Klagen über den tatsächlichen Gebrauch der Hütte aber gab es seit der Eröffnung im „Klimafrühling“ 2023. Statt weiter verwertbarer Objekte werde dort immer wieder Müll abgeladen, hieß es. Weniger problematisch, aber dem ideellen Gedanken ebenso zuwider war die häufige Beobachtung, dass sich professionelle Händler in großem Stil gratis in der Hütte bedienten und die Waren dann auf Flohmärkten oder online-Börsen verhökerten.

Die Volkshochschule, zur ideellen Patin des Projekts avanciert, rief immer wieder zur bestimmungsgemäßen Nutzung der Hütte auf. „Hin & weg“ solle „die Kreislaufwirtschaft stärken und Ressourcen schonen“, so der Appell, „Gegenstände zu tauschen und im Kreislauf zu halten, spart gleichzeitig Geld“. In diesem Sinne sollten Nutzer das Gespräch mit Müll-Lieferanten und Absahnern suchen und sich so „die beliebte Hütte und den schönen Tauschgedanken zurückerobern“.

Auf fortgesetzte Beschwerden hin veröffentlichte das Rathaus noch Ende 2025 eine Stellungnahme, wonach „trotz der ernst zu nehmenden Bedenken einiger Echinger die Vorteile und positiven Aspekte der Tauschhütte überwiegen“. Daher halte man „weiterhin an dem Konzept und auch an dem bisherigen Standort der Tauschhütte fest“.

Mit den seit der Kommunalwahl neuen Mehrheiten im Gemeinderat aber wurde das Projekt nun aufgegeben. Die Tauschhütte werde „immer mehr dazu genutzt, Müll loszuwerden“, beklagte Bürgermeister Michael Steigerwald (CSU): „Unter anderem werden dort schmutzige Gegenstände, kaputte Autoreifen, defekte Möbel und zerrissene Kleidungsstücke abgelegt, die nicht mehr gegen brauchbare Gegenstände getauscht werden können.“ Zuletzt seien dort sogar Putzmittel und angebrochene alkoholische Getränke abgestellt und teilweise sei auch in der Hütte genächtigt worden.

Zum ersten Mal wird ein Projekt aus dem Bürgerhaushalt kassiert

Damit gehe „der ursprüngliche Sinn und Zweck verloren, mit der Tauschhütte eine nachhaltige Verwendung für intakte Tauschgegenstände zu ermöglichen“. Zudem müsse der Gemeindebauhof mittlerweile wöchentlich eine „Entmüllung“ der Hütte vornehmen. Damit koste die Gemeinde das Angebot monatlich zwischen 750 und 1000 Euro, schätzt der Bürgermeister.

Grüne und SPD forderten, an einem anderen Standort einen neuerlichen, befristeten Anlauf zu unternehmen. Die Tauschhütte sei immerhin ein im Bürgerhaushalt angenommener Bürgerwunsch gewesen, erinnerte Julian Morgenroth (SPD). Das sei durchaus ein Angebot, „das die Gemeinde weiterbringen kann“.

„Der Müll verschwindet nicht, wenn die Hütte abgebaut wird“, mahnte Eric Jacob, stattdessen dürfte der Müllfrevel in der Landschaft wieder zunehmen, vermutet er: „Ob das leichter für den Bauhof wird?“ CSU, FW und FDP wollten sich aber nicht auf einen neuen Versuch einlassen. Im Umfeld des Wertstoffhofes sei dafür kein Platz, sagte der Bürgermeister kategorisch, an einer eventuell geeigneten Stelle am Bürgerplatz wollte die Ratsmehrheit kein Experiment starten.

Mit 15 zu sechs Stimmen beschloss der Gemeinderat, die Tauschhütte abzuschaffen. Damit kassierte er erstmals nachträglich ein bereits umgesetztes Projekt aus dem Bürgerhaushalt.

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