Optimierung der Echinger Buslinien:Schnell geht gar nichts

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Optimierung der Echinger Buslinien: Der Echinger Ortsteil Dietersheim soll mit einer schnellen Linie besser an die U6 und den Garchinger Forschungscampus angeschlossen werden.

Der Echinger Ortsteil Dietersheim soll mit einer schnellen Linie besser an die U6 und den Garchinger Forschungscampus angeschlossen werden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die vor allem von der ÖDP vorangetriebenen Verbesserungen sollen umgesetzt werden, Raum für pragmatische ad-hoc-Lösungen gibt es jedoch nicht.

Von Klaus Bachhuber, Eching

Weitere Angebote des öffentlichen Nahverkehrs in Eching sind in Vorbereitung - aber dafür braucht es langen Atem. Vor 2026 werden selbst unstrittige Neuerungen nicht umgesetzt, für andere ist der Zeithorizont völlig vage. Für die ÖDP ist das unverständlich. Sie fordert notfalls einen Alleingang der Gemeinde, um nötige Verbesserungen auf eigene Kappe unverzüglich vorzunehmen.

Mit einem detailliert ausgearbeiteten Maßnahmenpaket hatten Bürger für Eching/Echinger Mitte und ÖDP eine umfassende Optimierung des Busverkehrs angeregt. Unter anderem sollten Deutenhausen und Ottenburg an Eching und die S-Bahn angebunden, alle Gemeindeteile auch sonntags erschlossen und zwischen Eching, Dietersheim und der U-Bahn U6 im Garchinger Forschungscampus eine schnelle Fahrt installiert werden.

Maßnahmen können erst zum Fahrplanwechsel 2026 umgesetzt werden

Bürgermeister Sebastian Thaler attestierte, diese Anträge hätten "ganz schön Drive in die Sache gebracht". Im November hatte der Gemeinderat die Anträge einstimmig angenommen. Nun berichtete Johannes Mahl, Geschäftsführer im Zweckverband Verkehrs- und Versorgungsbetriebe von Neufahrn und Eching, dass alle Intentionen der Anträge gerade umgesetzt würden. Eine Ringlinie des Busses 690 zwischen Eching, Dietersheim und U6 werde realisiert. Die Linie 695 durch Günzenhausen soll einen dichteren Takt und Sonntags-Fahrten erhalten.

Beide Maßnahmen könnten wegen der Linienkonzessionen allerdings erst zum Fahrplanwechsel 2026 im Dezember umgesetzt werden. Für weitere Änderungen erarbeite der MVV gerade Lösungen. Neben den nördlichen Gemeindeteilen müssten auch die westlichen Viertel von Eching besser angebunden werden, so die Aufgabenstellung. Bislang ist die Bahnhofstraße der westlichste Haltepunkt eines Busses. Für diese Verbesserungen gibt es angesichts der Planungs- und Verfahrenswege noch gar keinen Zeithorizont, also wird es wohl später als 2026.

Für die ÖDP "nicht vorstellbar", wie ihr Gemeinderat Alexander Krimmer monierte. Die federführend vom ÖDPler Markus Hiereth gestalteten Vorschläge der Dreier-Fraktion hatten auch ganz pragmatische Ansätze vorgeschlagen, wie etwa einen Austausch mit den Gemeinden nördlich von Eching, wie eine Lösung zur besseren Anbindung der kleinen Gemeindeteile aussehen könne, oder die rasche Einführung eines Ortsbusses. "Wenn wir uns alle einig sind, dass was geschehen muss, müssen wir so einen Bus eben selbst in die Hand nehmen", sagte Krimmer. Es sei nicht vermittelbar, vier Jahre und mehr auf den bürokratischen Weg zu warten. Bernhard Wallner (CSU) aus Günzenhausen erinnerte, dass auch die Schülerbeförderung in den nördlichen Gemeindeteilen im Argen liege. Hier sei der Verbesserungsbedarf akut.

Bei einem Alleingang müsste die Gemeinde die kompletten Kosten alleine tragen

Auch innerhalb der Vorschriften gebe es kreative Wege, so Krimmer. Die Reaktion des Zweckverbands auf die Vorschläge laute für ihn jedoch "nur 'kenn ma ned, woi ma ned'". Auch Christoph Gürtner (FW) nannte die Darstellung aus dem Zweckverband "zu informationsarm". Thaler appellierte dennoch dringend, sich "an die bestehenden Kanäle zu halten". Ein Alleingang der Gemeinde bedeute, die kompletten Kosten und den kompletten Verwaltungsaufwand alleine zu tragen. Zudem wäre die "Eching-Linie" dann nicht im Plan-, Tarif- und Ticket-System des MVV.

Dass die ÖDP schon mehrfach im Landratsamt angeklopft habe, um am Zweckverband vorbei Antworten zu erhalten oder die Bearbeitung zu forcieren, rügte der Bürgermeister. Das führe nur zu unnötigem Aufwand "und stört auch das gute Verhältnis zwischen den Ebenen". Die ÖDP wiederum vermisst in Rathaus und Zweckverband den nötigen Schwung, um die Maßnahmen durchzusetzen.

Auf dem Verfahrensweg bringen die Gemeinden ihre Vorschläge im Zweckverband ein, der sie dann mit dem Landratsamt abklärt. Das Landratsamt lässt sich beraten vom MVV. Auf dem Weg stehen noch Beratungen und Beschlüsse in den jeweiligen Gremien von Gemeinde, Zweckverband und Kreistag. Lösungsvorschläge müssen dann wieder retour durch diese Gremien. Und ihre Umsetzung hängt dann am Auslauftermin der Konzessionsverträge für die jeweilige Linie und muss europaweit ausgeschrieben werden. Zu wenig Raum für pragmatische ad-hoc-Lösungen, moniert die ÖDP.

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