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Eching:Lob und Kritik

Bürgermeister Josef Riemensberger lobte beim Lammessen der Landwirte diesmal seine Standesgenossen auch.

(Foto: Marco Einfeldt)

Landwirte aus der Gemeinde diskutieren mit Bürgermeister Riemensberger auch über Naturschutz

Schlechte Verkehrsverbindungen zu den Feldern, zugeparkte Wege: mit den im Wesentlichen immer gleichen Themen schlug sich die Ortsgemeinde der Echinger Landwirte beim jährlichen Disput mit dem Bürgermeister herum; überwiegend geht es jährlich sogar immer wieder um die gleichen Straßen. Zum Lammessen im Café Central im ASZ hatte Bürgermeister Josef Riemensberger diesmal aber auch ganz viel Lob für seine Standesgenossen dabei. Das Feldwegenetz in Eching sei dank der Pflege der Landwirte und der diesbezüglich modellhaften Kooperation mit dem Rathaus "vorbildlich" und auch im Naturschutz könnten sich Ökologen viel von der Landwirtschaft abschauen.

Die Populationen der geschützten Feldlerche, die einen ökologisch hochwertigen Tupfer auf Echinger Flur bilden, seien vorwiegend nicht in Biotopen oder Naturschutzflächen angesiedelt, berichtete Riemensberger, sondern auf landwirtschaftlichen Flächen. Erst die Kultivierung durch den Menschen verschaffe den Tieren ihre optimalen Nistplätze. "Vernünftige landwirtschaftliche Nutzung läuft den Naturschutzzielen nicht entgegen", sagte der Bürgermeister vor zufriedenen Bauern, "sondern nutzt oft auch".

Ein seltener Anlass für Georg Riemensberger, dem Bürgermeister beizustimmen; die Feldlerche einerseits strikt zu schützen und die Krähe andererseits ebenso rigoros, gehe einfach nicht zusammen, schilderte er ein Beispiel aus der Natur, schließlich ist der größere Vogel der stärkste Feind des kleineren. "Wo die Naturschützer ihr Hirn haben?", wunderte er sich. Meine man den Schutz der Lerche ernst, müsse man die Krähe auf "vernünftige Populationen" reduzieren dürfen.

Georg Riemensberger appellierte auch, die Nutzung von Feldwegen in freier Flur für Hunde zu verbieten. Die Spaziergänger mit Hunden dort würden das Wild nachhaltig verscheuchen. Bürgermeister Riemensberger bedauerte, dass es für derartige Reglementierungen keine gesetzliche Grundlage gebe.

Der Bürgermeister stimmte die Landwirte zudem auf verkehrliche Extremsituationen durch den geplanten "Stachus"-Umbau und eine anstehende Sanierung der Bahnbrücke in der Paul-Käsmaier-Straße ein. Riemensberger erneuerte dabei seine stete Forderung nach einer Südumgehung. Dass die Gemeinde dieses Ziel weiterhin ignoriere, "geht mir nicht ein", rügte er. Was beispielsweise auf der Paul-Käsmaier-Straße an Verkehr ablaufe, sei für die im Stau Stehenden "fast schon Volksschädigung".

August Handschuh rügte die geänderte Verkehrsführung am einstigen Feldweg am Rewe-Markt an der Schlesierstraße vorbei. Damit würden Landwirte wieder wesentlich bei ihrer Fahrt auf die Felder nördlich des Ortes behindert. Riemensberger betonte, dass die von der Gemeinde zunächst angebrachte Beschilderung durchaus funktioniert habe, dann aber vom Landratsamt als nicht korrekt kassiert worden sei: "Reine Bürokratie". Das sei aber nicht die Schuld der Landwirte, konterte Handschuh, wenn die Gemeinde mit legaler Verkehrsregelung den Verkehr nicht optimieren könne, "dann ist das nicht unser Fehler, sondern Eurer". Riemensberger verwies darauf, dass man nicht die Segnungen und Erträge der Entwicklung im Ballungsraum mitnehmen könne, "aber dann sagen, alles muss so bleiben, wie es vor 50 Jahren war".

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