"Ich darf nicht einmal vor meinem Haus stehen bleiben, um das Gartentor zu öffnen. Und wenn der nächste Holzlieferant kommt, muss ich eine Luftbetankung anfordern." Gregor Buchmeier aus dem Echinger Ortsteil Hollern ist sauer. Denn vor seinem Haus an der Hollerner Straße gilt jetzt absolutes Halteverbot, auch für ihn. Weil er keine Garage hat, parkt er sein Auto auf einem Streifen Wiese neben dem Haus, und auch seine Besucher müssen das künftig so machen.
Schon vor einem Jahr hatte er gerüchteweise davon gehört, dass die Gemeinde ein Halteverbot auf der eigentlich für den motorisierten Verkehr gesperrten Straße zwischen Eching und Unterschleißheim verhängen will. Damit hofft man, im Sommer die wilden Parker zu vertreiben, die den nahen Hollerner See ansteuern und sich die Gebühren für den offiziellen Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seeseite sparen wollen. Buchmeier wurde im Rathaus vorstellig, um seine Forderung vorzubringen - nämlich ein Parkverbot mit dem Zusatz "Anlieger frei". Damals sei jedoch abgewiegelt worden, erzählt er, "und jetzt haben sie überraschenderweise doch Schilder aufgestellt". Er selbst jedenfalls hat einen Anwalt in der Sache eingeschaltet.
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Im Vorjahr gab es zahlreiche Beschwerden
Thomas Bimesmeier, Leiter des Echinger Bauamts, bestätigt die Maßnahme. Im Vorjahr habe es zahlreiche Beschwerden, darunter die eines Landwirts, über die an der Hollerner Straße parkenden Autos gegeben, vor allem an Wochenenden mit schönem Wetter. "Die Hollerner Straße ist ja bekanntlich generell gesperrt, aber das interessiert im Sommer keinen", sagt Bimesmeier. Ein Halteverbot sei nötig, damit in der kommenden Badesaison Strafzettel verteilt werden könnten. Die Gemeindeverwaltung habe sich die Situation zusammen mit der Polizei angeschaut, danach war klar, "da müssen wir was machen".
Bimesmeier kennt Gregor Buchmeiers Haus, eine Aussparung vom Halteverbot sei wenig zielführend, "dann stellt sich da halt jemand anderes hin". Allerdings sagt der Bauamtsleiter zu, dass man sich die Lage noch einmal anschauen wolle, tatsächlich sei das etwas kompliziert. Das Halteverbot sei auf Wunsch vieler Hollerner verhängt worden, "das hat dann natürlich auch Auswirkungen". Für die Gemeinde sei das schwierig: "Die einen schreien, macht's was, die anderen, weil wir was machen. Aber ich denke, wir werden eine vernünftige Lösung finden."
Tatsache ist, dass immer mehr Besucher zum Hollerner See kommen. Im vergangenen Sommer ist der zweite Bauabschnitt fertig gestellt worden, am östlichen Ufer gibt es jetzt eine Liegewiese mit Bäumen, Badebuchten und eine Uferpromenade. Ebenfalls am neu angelegten Ostufer befinden sich eine Boule-Anlage, eine Sommerstockbahn und ein Beachvolleyballfeld.
Wie die weiteren Ausbauschritte an dem Badesee aussehen, steht derzeit noch nicht fest. Im Gespräch sind ein Ganzjahresrestaurant mit Seeterrasse am Südostufer, wo jetzt der Kiosk ist, und ein zweiter Kiosk am neuen Ostufer. Außerdem ist auch der Investor noch interessiert, der im Südosten des Sees einen Surfpark bauen möchte. Derzeit werden Gutachten dafür erstellt.

