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Frühlings- und Anne-Frank-Straße:Echinger Anwohner fürchten zunehmendes Verkehrschaos

Unbehagen bereiten den Anwohnern der Frühlings- und Anne-Frank-Straße in Eching die Baupläne in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Manche Häuser scheinen ihnen zu hoch und die Straßen für den Verkehr zu klein.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Anwohner der Frühlings- und Anne-Frank-Straße in Eching sind erbost. Sie ärgern sich über die geplante dichte Bebauung in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und fürchten ein zunehmendes Verkehrschaos.

Im sonst beschaulichen Viertel zwischen Frühlings- und Anne-Frank-Straße herrscht Aufruhr. Die Siedlung, vorwiegend Doppel- und Reihenhäuser, stammt aus den späten Neunzigerjahren. Der Grund für die anhaltenden Proteste: Auf dem Grundstück daneben, südlich der Anne-Frank-Straße, sollen 80 Wohnungen in 13 Gebäuden entstehen. Die meisten sind drei, einige aber vier Stockwerke hoch. Die Nachbarn fürchten vor allem den Verkehr. Einsprüche kamen entsprechend nicht nur aus dem nördlich angrenzenden Viertel, sondern von ringsum.

Dass Baulücken geschlossen werden und es Wohnungen braucht, sehen die Nachbarn ein. "Aber die Straßen hier stammen aus den Siebzigerjahren und sind auf die damals übliche Siedlungsgröße ausgelegt", moniert Hans-Georg Appel, einer der Anwohner. Warum, fragt er, werden die hohen Häuser nicht ins Neubaugebiet an der Böhmerwaldstraße gebaut, wo die S-Bahn direkt daneben ist, die Straßen breiter sind und es schon Wohnblocks gibt? Und warum, fragt er weiter, verzichtet man nicht wenigstens auf das vierte Geschoss?

Mehr als 30 Einwände

Proteste gegen neue Wohnblocks

In Eching sollen etwa 80 Wohnungen gebaut werden. Die Anwohner laufen Sturm dagegen, weil sie zusätzlichen Lärm und Verkehr befürchten - die Gemeinde hat die Pläne nun in mehreren Punkten korrigiert.   Von Klaus Bachhuber

Der Bauausschuss hatte alle Variationen abgelehnt

Jüngst waren sie alle bei der Sitzung des Echinger Bauausschusses und was sie hier miterlebt haben, hat sie sehr verwundert. Im Vorfeld hatten sich die Gemeinderäte schon auf die dichte Bebauung festgelegt, doch bei den Variationen, wo welcher Gebäudetyp genau hin soll, wurden sie sich nicht einig und lehnten schließlich alle ab. Jetzt legt die Verwaltung den Leitplan erneut aus. Man habe den Eindruck gehabt, erzählten alle, dass viele Gemeinderäte gar nicht wussten, was da geplant ist.

Natürlich hat es ein Verkehrsgutachten im Vorfeld gegeben, das zu dem Schluss kam, die dichte Bebauung sei für die umliegenden Straßen zu bewältigen. Nach Rechnung der Anwohner, basierend auf den mindestens 80 Wohnungen, sind etwa 120 Autos zu erwarten. "Das Gutachten geht davon aus, dass der Verkehr abfließt, aber die Frühlingsstraße ist schon jetzt oft nur einspurig befahrbar, wegen der parkenden Autos. Da fahren Sie mal kurz vor 8 Uhr, zu den Stoßzeiten verträgt die Straße keinen zusätzlichen Verkehr", betont Martin Wallner, der ebenfalls hier lebt und jetzt schon oft genug an der Kreuzung wartet. In der Hauptstraße, in die die Frühlingsstraße mündet, soll zwar eine zweite Ampel aufgestellt werden, doch erstens ist die Hauptstraße ebenfalls regelmäßig dicht und zweitens werden mit der Ampel weniger Autos in die Hauptstraße einfahren können.

Für Besucher sind nur 16 Stellplätze geplant

Ganz in der Nähe sind dazu noch zwei Schulen, ein Hort und ein Kindergarten, mit entsprechendem Bring- und Holverkehr. Die angrenzenden Viertel, sind die Nachbarn überzeugt, werden auch mit dem ruhenden Verkehr belastet. Zwar sind vier Tiefgaragen geplant, doch für Besucher soll es gerade mal 16 Stellplätze geben.

Das geplante Neubaugebiet, findet Wallner, sei eine Zumutung: "Man hat das Maximum reingepflanzt,es gibt nicht einmal einen Spielplatz." Den braucht es wohl nicht, denn direkt am Ende der Anne-Frank-Straße ist schon ein großes Areal für Kinder. In den Bolzplatz wird laut Plan die Anne-Frank-Straße hinein verlängert, ein Wendehammer soll in die Sackgasse gebaut werden. Das Argument Wohnraum zu schaffen, kritisiert Simone Gotterbarm, ebenfalls eine Nachbarin, sei zum Totschlagargument geworden. "Aber wir brauchen Wohnungen für Krankenschwestern, Kinderpflegerinnen und Lehrer. Die können sich Quadratmeterpreise von 6000 Euro, wie sie hier verlangt werden, sicher nicht leisten."

Warum so dicht gebaut wird, ist allen klar, "hier bauen Bauträger", so Appel. Bis auf eine Fläche der Gemeinde sei der Grund im Eigentum von zwei Echinger Immobilienentwicklern. Appel: "Die Wohnungen im vierten Stock verkaufen sie als Penthouse mit Alpenblick, da verdienen sie einige Millionen."

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