Ermittlungen gegen Sebastian ThalerWucher nicht nachweisbar

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Wenn es nach Echings SPD geht, sollte Sebastian Thaler sein Bürgermeisterbüro bald räumen.
Wenn es nach Echings SPD geht, sollte Sebastian Thaler sein Bürgermeisterbüro bald räumen. (Foto: Marco Einfeldt)

Bei den Ermittlungen gegen den Echinger Bürgermeister kann zumindest dieser Vorwurf nicht strafrechtlich relevant belegt werden. Dieser Teil des Verfahrens gegen ihn wird eingestellt.

Von Klaus Bachhuber, Eching

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Landshut gegen Echings Bürgermeister Sebastian Thaler wegen Wuchers sind eingestellt. Nach Informationen der Freisinger SZ hatte die Justizbehörde den Nachweis einer strafbaren Handlung "nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit" führen können. Alexander Ecker, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte am Donnerstag die Einstellung, "weil insoweit ein Tatnachweis nicht geführt werden konnte". Thaler und seiner Ehefrau Marlen war vorgeworfen worden, eine Wohnung in Eching von einem Hochbetagten zu offenbar weit unterdurchschnittlichem Preis erworben zu haben.

Zum Nachweis eines strafrechtlich relevanten Wuchers hätte allerdings belegt werden müssen, dass der mittlerweile verstorbene Verkäufer den Wert der Wohnung nicht gekannt hätte oder ihm fehlerhafte Informationen dazu vorgegaukelt worden wären. Das aber war nach dem Tod des Mannes nicht mehr zu klären gewesen. Die Staatsanwaltschaft hat offenbar mehrere Zeugen dazu befragt und unterschiedliche Einschätzungen von dessen Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Verkaufs erhalten.

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Es geht um etwa 74 000 Euro, die nach einer Auseinandersetzung von Sebastian Thaler am Echinger See angefallen sind. Erstattet werden sollen die Verfahrenskosten unter anderem von den bisherigen Anwälten der Gemeinde.

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Im August 2019 hatte der über 90-Jährige einen Schlaganfall erlitten, der Verkauf ging Anfang November 2019 über die Bühne. Die von der Staatsanwaltschaft befragten Zeugen hatten teilweise den geistigen Zustand des Seniors auch nach dem Schlaganfall als gut bezeichnet - eine andere Zeugin sagte allerdings auch, dass sich dessen Zustand schon seit August 2019 verschlechtert habe. Ein mangelndes Urteilsvermögen oder erhebliche Willensschwäche des Verkäufers ließen sich offenbar aber auch aus ihren Aussagen nicht ableiten. Die Justiz könne ein strafrechtliches Vergehen daher "nicht mehr abschließend eruieren".

Das Ehepaar Thaler hatte eine Wohnung mit 98 Quadratmetern Größe plus Garage und Garten für 300 000 Euro erworben, also auch 2019 schon deutlich unter dem damals marktüblichen Preis. Die Transaktion wurde bei einem Notar in Neuburg beurkundet - mit dem Sperrvermerk, den Kauf erst Ende März 2020 zu veröffentlichen, die Gemeinde Eching sollte ausdrücklich erst nach dem 31. März 2020 davon erfahren. Mitte März '20 waren Kommunalwahlen, bei denen Thaler zur Wahl stand.

Beim Tod des Verkäufers kurz darauf war die Gemeinde Eching als Alleinerbin des kompletten Vermögens eingesetzt. Dieses dürfte durch den preiswerten Verkauf vor dem Erbfall durch das Ehepaar Thaler allerdings deutlich geschmälert worden sein.

Die Staatsanwaltschaft in Landshut ermittelt nun bekanntlich noch gegen Sebastian Thaler wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit den Verfahrenskosten einer Auseinandersetzung des Bürgermeisters am Echinger See im Jahr 2018. Zum Stand dieses Verfahrens könnten derzeit keine Auskünfte erteilt werden, so Oberstaatsanwalt und Pressesprecher Ecker am Donnerstag. Außerdem hat inzwischen der Echinger Gemeinderat die Rechtsaufsicht im Freisinger Landratsamt eingeschaltet, weil von Thaler von 2019 bis 2021 mehrere Gemeindeaufträge an seinen Schwager vergeben worden waren, was kommunalrechtlich unzulässig sein könnte.

© SZ vom 04.02.2022 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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