Die Jubiläums-Frühjahrsschau der „Echinger Fachbetriebe (EFB)“ 2024, die 25. Gewerbeausstellung dieser Art in Eching, sollte eine große Sause werden. In Erinnerung blieb sie dann jedoch als vorläufiger Tiefpunkt in einer Beziehungskrise zwischen der Echinger Gewerbe-Organisation und dem Rathaus. Vor der Frühjahrsschau im Mai soll das nun jedoch gekittet sein.
Die Beziehung der EFB zur Gemeinde war in früheren Jahren stets höchst innig; als markantestes Zeugnis der Verbundenheit ist die Gemeinde sogar Mitglied in der Standesvertretung: das Rathaus, ein Echinger Fachbetrieb. Bei der Frühjahrsschau bot die Gemeinde traditionell einen Stand auf, an dem unter anderem Delegationen der Partnergemeinden Trezzano/Italien und Majs/Ungarn meist für Glanzlichter der Messe sorgten.
Bei der Jubiläumsschau aber gab es weder einen Stand der Gemeinde noch einen Besuch der Partnergemeinden; die Einladungen nach Norditalien waren wohl gar nicht und nach Südungarn so spät ergangen, dass es dort organisatorisch nicht mehr zu stemmen war.
Schon 2023 hatte es in der Zusammenarbeit zwischen Rathaus und EFB vernehmbar geknirscht, allerdings noch ohne sichtbare Auswirkungen auf die Ausstellung selbst. Damals war es um eine nicht zustande gekommene gemeinsame Werbung gegangen, wobei beide Seiten den Fehler jeweils beim Gegenüber verorteten.
Bürgermeister Sebastian Thaler sagte auf Anfrage, für ihn habe sich „die Zusammenarbeit mit dem Vorstand der EFB schwierig gestaltet“. Das habe sich bei der Frühjahrsschau '23 dann auch fortgesetzt. Zwei für den Gemeindestand abgeordnete Mitarbeiterinnen aus dem Rathaus hätten ihm mitgeteilt, „dass sie künftig nicht mehr bereit sind, mit dem Vorsitzenden der EFB zusammenzuarbeiten“.
Es habe danach „mehrere klärende Gespräche und Friedensangebote zwischen der Gemeinde und den EFB“ gegeben, schilderte Julian Heike, bis vor kurzem noch im Vorstand der EFB, dazu auf Anfrage. Markus Scheuch, lange Jahre Vorstandssprecher der EFB, habe vermittelt, daraufhin sei im Vorfeld der Frühjahrsschau 2024 „die Zusammenarbeit von Seiten der Gemeinde bekräftigt“ worden.
Gemeinde sollte Verluste der Jubiläumsausstellung übernehmen
Im Vorfeld gab es dann freilich erneut Diskrepanzen um die Übermittlung von Adressen und dann eben das Fehlen eines Gemeinde-Standes, ergänzt um die Abwesenheit eines Gemeindevertreters bei der Eröffnung. Thaler sagt, er habe „kein Personal finden können, das bereit war, den Gemeindestand zu betreiben“.
Eine ziemlich mau aufgenommene Frühjahrsschau 2024 machte dann auch noch erhebliche Verluste, mit denen die EFB im Gemeinderat vorstellig wurden. Heike argumentierte, dass „durch diese Aktionen von Herrn Thaler“, eben die Absenz und die fehlende Einladung an die Partnergemeinden, „den EFB ein enormer Schaden entstanden“ sei, „deshalb haben wir einen Antrag zum Verlustausgleich gestellt“.
Der Antrag, 4900 Euro Verlustausgleich zu erhalten, wurde im Finanzausschuss des Gemeinderats seinerzeit mit 9:1 Stimmen abgelehnt. Im Gremium wurde argumentiert, dass die EFB bereits alle relevanten Unterstützungen der Gemeinde erhalten hätten, also die 90-prozentige Übernahme der Kosten für das Bürgerhaus und die 80-prozentige Übernahme der Kosten des Gemeindebauhofs, zusammen 7500 Euro; reguläre Leistungen, die das Rathaus in dieser Form jedem Verein zukommen lässt.
Ein Verlustausgleich ist freilich in den Richtlinien der Gemeinde nicht vorgesehen. Die EFB hatten laut Darstellung der Gemeindekämmerei in ihrem Antrag 16 000 Euro Verlust geltend gemacht. Es sei schon „eine starke Leistung, mit einer Veranstaltung fast 20 000 Miese zu machen“, spottete der Bürgermeister seinerzeit in der Sitzung.
An der Spitze der Echinger Fachbetriebe gibt es eine Veränderung
Nach einer regulären Hauptversammlung der EFB dieser Tage ist nun Julian Heike aus dem Vorstand ausgeschieden. Auf Anfrage hieß es aus dem verbleibenden dreiköpfigen Vorstand der EFB, dessen berufliche Arbeitsüberlastung sei der Grund gewesen.
Wolfram Ebenhöh, im EFB-Vorstand zuständig für die Messe-Organisation, berichtete auf Anfrage, für die Frühjahrsschau heuer im Mai sei mit der Gemeinde „wieder alles bereinigt“, man habe jetzt „eine bessere Kommunikation“. Das Rathaus habe wieder einen Stand gebucht, man sei „wieder in gutem Fahrwasser“.
Ebenhöh ordnet die Zahlen von 2024 dahingehend ein, dass die EFB anlässlich des Jubiläums, für das ausnahmsweise einige Attraktionen geordert wurden, ein Defizit von etwa 5000 Euro einkalkuliert hätten; um die 7000 Euro kamen dann unter dem Strich heraus. Dafür habe man dann eine Unterstützung der Gemeinde erbeten.

Echinger Fachbetriebe klagen:Kostspieliger Publikumsmagnet
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Am Rande der Kontroversen zwischen Gemeinde und EFB hatte es auch noch eine juristische Auseinandersetzung gegeben. In einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung hatte sich wohl Gemeinderätin Angelika Pflügler (Grüne) über Heike, damals noch im EFB-Vorstand, geäußert, was diesem von einem anderen Gemeinderat aus der geheimen Sitzung zugetragen wurde.
Heike hat auf seiner online-Plattform „Echinger Rundschau“ den Fall dann detailliert geschildert, wobei er über sich selbst stets als „Echinger Unternehmer und Familienvater“ schreibt, Pflügler jedoch beim Namen nennt. Nach längerem Geplänkel hat Heike demnach Pflüger offenbar angezeigt.
Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen die Zahlung einer Auflage eingestellt, da laut dem dafür genannten Paragrafen „die Schuld des Täters als gering anzusehen ist und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht“; Pflügler hat die Zahlung von 500 Euro an das Frauenhaus Freising akzeptiert.
Die Frühjahrsschau 2025 der EFB findet am Wochenende, 3./4. Mai in und um das Bürgerhaus und auf dem Bürgerplatz statt. Erstmals integriert ist eine „Jobbörse“, die im Gefolge der Ausstellung von den EFB online fortgeführt werden soll. Anmeldungen für die Ausstellung sind noch möglich (messe@echinger.fachbetriebe.info).

