Eching:Schluss mit dem Behörden-Hickhack

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Die geplante Kreuzweg-Kapelle in der Isarau bei Dietersheim darf jetzt doch gebaut werden.

Von Klaus Bachhuber, Eching

Die geplante Kreuzweg-Kapelle bei Dietersheim dürfte nun wohl doch nicht am Planungsrecht scheitern. Der Trägerverein unter Vorsitz des Dietersheimers Stefan Wagner hat an allerhöchsten Stellen im Freistaat angeklopft und nun "grünes Licht" aus dem Bauministerium erhalten. Der Planungsausschuss des Echinger Gemeinderats hat daraufhin sofort die Bauleitplanung für das Projekt eingeleitet.

Am Rande der Isarauen bei Dietersheim soll eine 40 Quadratmeter große Kapelle entstehen, in der künstlerisch außergewöhnliche Wandteppiche den Kreuzweg Jesu zeigen sollen. Bis zum Machtwort aus dem Bauministerium hatte es um das Projekt Behörden-Hickhack gegeben. Das Echinger Rathaus hatte den Neubau befürwortet.

Das Landratsamt Freising hat das Projekt bereits akzeptiert

Nach Darstellung aus der Gemeindeverwaltung hätte auch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde das Projekt akzeptiert. Allerdings widersprach die Bezirksregierung als Landesplanungsbehörde. Die verwies auf das sogenannte "Anbindegebot", wonach neue Bauprojekte nicht völlig isoliert von jeglicher Besiedlung auf freier Flur errichtet werden dürfen.

Das Rathaus stellte darauf die rechtlichen Vorarbeiten wieder ein, weil eine Genehmigungsfähigkeit demnach nicht zu erreichen gewesen wäre. Der Verein "Kreuzwegkapelle Dietersheim" hat nach Darstellung der Gemeinde über den Stimmkreisabgeordneten im Landtag, Florian Herrmann, daraufhin direkt das Bauministerium bemüht.

Minister Christian Bernreiter sagt, dass das Anbindegebot im Fall einer Kapelle nicht greift

Minister Christian Bernreiter teilte nun mit, dass im Falle einer Kapelle das Anbindegebot nicht einschlägig sei. Es beziehe sich vordringlich auf neue Siedlungsflächen und müsse auf ein derartiges Projekt nicht angewendet werden. Somit will die Gemeinde die nötige Fläche in der Verlängerung des Auwegs nun als "Fläche für kulturelle/kirchliche Zwecke" ausweisen und erwartet keine Widerstände durch die Bezirksregierung mehr.

Die Flächennutzungsplanung als erster genehmigungsrechtlicher Schritt wurde im Planungsausschuss von SPD, FW, Bürgern für Eching und einer Stimme der CSU gegen Grüne und die andere CSU-Stimme mit 7:3 Stimmen gebilligt. Die Kosten der Planung trägt der Verein.

Der Kreuzweg auf Wandteppichen war für das Kloster Tholey bestimmt

Der Kreuzweg auf Wandteppichen wurde von der Aachener Künstlerin Mila Wiertz-Getz (1910-2003) als Auftragsarbeit für die Abtei Tholey im Saarland gestaltet. Nach einer Umgestaltung der Abtei gelangten sie über eine persönliche Bekanntschaft nach Dietersheim. "Dieses kunsthistorisch bedeutende Bildwerk ist ein Zeugnis der Kunst der Nachkriegszeit und sollte wieder öffentlich gemacht werden", hieß es in einem Positionspapier zur Vereinsgründung.

Die fünf Wandteppiche sind je vier Meter lang und 90 Zentimeter hoch. Die Kapelle, exakt ausgerichtet auf diese Maße, soll ein Ort der Andacht und Stille werden, in der die Teppiche nacheinander ausgestellt werden. Zu besonderen Ereignissen können alle fünf übereinander gehängt werden.

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