In DietersheimNeue Kita auf dem Areal des alten Schulhauses geplant

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Das alte Schulhaus in Dietersheim wird abgerissen. Auf dem Gelände soll eine neue Kita entstehen.
Das alte Schulhaus in Dietersheim wird abgerissen. Auf dem Gelände soll eine neue Kita entstehen. Marco Einfeldt

Entstehen sollen fünf Gruppen, wobei zwei für einen Kinderhort vorgesehen sind. Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt nach Berechnungen in den nächsten Jahren massiv an. Vor 2028 wird aber nicht mit dem Bau begonnen.

Von Klaus Bachhuber, Eching

Die neue Kindertagesstätte in Dietersheim wird auf dem Gelände des alten Schulhauses entstehen. Ein ebenfalls möglicher Anbau an das bestehende Kinderhaus „Löwenzahn“ wurde vom Planungsausschuss des Echinger Gemeinderates einstimmig verworfen. Offen blieb noch, ob die neue Kita auch mit Wohnungen ergänzt werden soll. Der Neubau ist bislang freilich erst nach 2028 vorgesehen.

Nach einer Machbarkeitsstudie wäre der Anbau an den bestehenden Kindergarten teurer als ein Neubau. Zudem würde das entstehende Groß-Kinderhaus allmählich „den Maßstab der dörflichen Bebauung in Dietersheim sprengen“, urteilte das Gemeindebauamt. Und trotz der Nachteile durch die übermäßigen Dimensionen ergäbe der Anbau keinerlei Synergieeffekte, der neue Bauteil müsse auch komplett neu erschlossen werden.

So legte sich der Ausschuss einmütig auf den Neubau in direkter Nähe fest. Entstehen sollen fünf Gruppen, wobei zwei für einen Kinderhort vorgesehen sind und die drei anderen flexibel als Kinderkrippe oder Kindergarten genutzt werden können. Der bestehende Kindergarten ist aktuell mit den Dietersheimer Kindern ausgelastet.

Durch opulente Neubaugebiete, von denen das am Mühlenweg gerade bezogen wurde, wird der Bedarf aber rapide wachsen. Allein dadurch und durch die normale Ortsentwicklung wurde ein weiterer Bedarf von 25 Kindergarten- und zwölf Hortplätzen errechnet. Die Neubaugebiete am Anger und Südwest, jetzt erst noch in der Planung, sind da noch gar nicht berücksichtigt.

Mit dem Bau vor elf Jahren war am neuen „Löwenzahn“ schon eine Erweiterungsmöglichkeit vorgesehen worden. Zugleich geistern seit Jahren die Potentiale des alten Schulhauses durch alle Entwicklungsplanungen für Dietersheim. Von 1973 bis 2014 war das einstige Schulhaus bereits auch der erste Kindergarten in Dietersheim gewesen. Im April wurde zunächst die Variante ausgeschlossen, das Schulhaus für eine Kindertagesstätte umzubauen. Stattdessen fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, das 1906 errichtete und seither mehrmals an- und umgebaute Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.

Kinderbetreuung
:Weiter auf Kante genäht

Dennoch hat sich die Lage bei den Kita-Plätzen in Eching zumindest ein wenig entspannt. Auf einen Platz warten müssen derzeit nur Kinder, die erst im Laufe des Jahres ihren dritten Geburtstag feiern.

Von Klaus Bachhuber

Sollen dem auch Obergeschosse für Wohnungen aufgesetzt werden, wie gerade beim Neubau der Kita im Echinger Westen praktiziert? Das Gemeindebauamt riet strikt ab. Die Kosten seien in der Mischnutzung mit der Kindertagesstätte sehr hoch. Zudem müsse das Gebäude bei Wohnungsbau zumindest teilweise unterkellert werden, für eine reine Kindertagesstätte könne man sich diesen Kostentreiber sparen. In der Machbarkeitsstudie wurde der Neubau einer KiTa grob auf knapp sieben Millionen Euro geschätzt, mit aufgesetzten Wohnungen auf rund 11,5 Millionen Euro. Allerdings gibt es für den Wohnungsbau derzeit üppige staatliche Förderungen. Je nach Planung könnten sechs bis neun Wohnungen entstehen.

Günstiger Wohnraum werde das jedenfalls nicht, lehnte Georg Bartl im Ausschuss diese Variante ab. Durch die örtlichen Verhältnisse sei der Bau „in einer Zwangsjacke“, was die Kosten angehe. Auch Herbert Hahner empfand die Wohnungen in dem Projekt als entbehrlich. Mit den bevorstehenden Neubauten gemeindeeigener Wohnungen bei der KiTa in Eching-West und an der Pommernstraße im Baugebiet Böhmerwaldstraße gewinne die Gemeinde über 30 neue Wohnungen, das sei schon „eine ganze Menge“. Seine Priorität läge eher darauf, mit dem Kita-Neubau in Dietersheim schneller anzufangen, sagte Hahner.

Wohnraum ist bei der Suche nach Kita-Personal ein zentrales Lockmittel

Bürgermeister Sebastian Thaler verwies darauf, dass die Gemeinde in Dietersheim außer einem Doppelhaus kein Eigentum an Wohnraum habe. Für die Suche nach Kita-Personal sei das aber ein zentrales Lockmittel. Christoph Gürtner konnte die ablehnende Argumentation schwer nachvollziehen, da man in gleicher Konstellation doch gerade die Kita in Eching-West mit Wohnungen ausstatte: „Und jetzt ist alles anders?“

Der Ausschuss verständigte sich, die Wohnungsfrage nochmal „tiefergehend“ untersuchen zu lassen. Die Machbarkeitsstudie hatte nur dargelegt, dass und wie es möglich wäre. Auch eine Baugrund-Untersuchung wurde bereits beauftragt, um diesbezüglich eine klarere Kostensituation zu erhalten. Nach der ausstehenden Entscheidung über Wohnungsbau oder nicht werden die Pläne allerdings zunächst wieder in der Schublade verschieben. In der Prioritätenliste der Haushaltsplanung hat der Gemeinderat eine Kindertagesstätte für Dietersheim erst für 2027 auf Wiedervorlage gesetzt, Baubeginn frühestens 2028.

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