StädteplanungAus Grau wird Grün in Eching

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Die Echingerinnen und Echinger sollen sich künftig auf ihrem begrünten Bürgerplatz wohl fühlen.
Die Echingerinnen und Echinger sollen sich künftig auf ihrem begrünten Bürgerplatz wohl fühlen. Gemeinde Eching
  • Das Münchner Büro „Slam – Schaar Landschaftsarchitekten" gewinnt den Planungswettbewerb für die Neugestaltung des Echinger Bürgerplatzes mit einem parkartigen Grünkonzept.
  • Der Siegerentwurf setzt auf maximale Begrünung mit Pflanztrögen und Grüninseln, wodurch die große befestigte Platzfläche aufgelöst wird.
  • Eching erhält staatliche Städtebauförderung mit Zuschüssen von bis zu 60 Prozent, jedoch ist der Zeitplan für die Umsetzung noch unklar.
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Der Siegerentwurf  für die Neugestaltung des Bürgerplatzes setzt auf maximale Begrünung:  Aus der befestigten Fläche soll ein parkartiger Mittelpunkt entstehen – was auch der Klimaanpassung dienen soll.

Von Klaus Bachhuber, Eching

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Vom Grau zum Grün soll sich der Echinger Bürgerplatz verändern. Den Zuschlag im Planungswettbewerb der Gemeinde erhielt nun jener Entwurf, der diesen Ansatz am radikalsten umsetzt. Das Herz des Ortes soll künftig quasi einem Park gleichen – einer Grünanlage mit Aufenthaltsqualität. Unter neun Einsendungen hat sich das Münchner Büro „Slam – Schaar Landschaftsarchitekten“ bei einem nahezu einhelligem Jury-Votum durchgesetzt.

Weiträumigkeit, vielfältige Nutzbarkeit, klare Wegebeziehungen, markante Bezugspunkte – die gewohnten Attribute eines zentralen Platzes werden auf den neuen Echinger Bürgerplatz so nicht mehr anwendbar sein. Das Büro Schaar präsentierte vielmehr die „Vision einer großzügigen, parkartig anmutenden Grünfläche im Ortszentrum“, lautet das Urteil der Jury die den Entwurf als „faszinierend“ bewertete.

Wo auch immer auf und neben dem Dach der darunter liegenden Tiefgarage die Möglichkeit einer Anpflanzung gegeben ist, soll Grün sprießen. Dazu werden als „Intarsien“ Pflanztröge platziert, die eine weitere Bepflanzung bis hin zu großen Bäumen ermöglichen. Eine „neue grüne Qualität des Bürgerplatzes“ sieht die Jury, die damit insbesondere auch die Anforderungen der Klimaanpassung als mit Bestnote erfüllt ansieht.

Das Konzept sei „geeignet, dem Bereich ein neues grünes Image zu verleihen und damit die Aufenthaltsqualität und Attraktivität dieses zentralen Freiraumes deutlich zu steigern“, attestierte die Jury, die den Entwurf von Schaar mit 12:1 Stimmen auf den ersten Platz setzte. Der Platz möge „das Herz unserer Ortsmitte“ werden, wünschte sich Bürgermeister Michael Steigerwald; das sei „weit mehr als nur eine planerische Aufgabe“.

Die große befestigte Platzfläche wird aufgelöst und durch Grüninseln und kontrastierende Pflasterflächen in einer rhythmischen, zugleich geometrisch freien Formensprache gegliedert. Dies bilde „eine Fusion“ zwischen den streng gekanteten Anliegergrundstücken und dem grundsätzlich organischen Pflanzenhabitat, so die Jury. Gestaltungselemente sind etwa ein Hochbeet mit umlaufender Sitzkante. Eine der darum lose gruppierten Platz-Intarsien setzt mit viel Mobiliar einen Schwerpunkt als Sitz- und Ruhegelegenheit. Im jetzigen „Theatergarten“ entsteht ein Kinderspielplatz, eine weitere Insel soll ein Nebelspiel anbieten – ein Zugeständnis  an heißer werdende Sommertage.

Vom Grau zum Grün soll sich der Echinger Bürgerplatz verändern. Das Herz des Ortes soll künftig quasi ein Park bilden. Unter neun Einsendungen setzte sich das Münchner Büro „Slam – Schaar Landschaftsarchitekten“ bei ziemlich einhelligem Jury-Votum durch.
Vom Grau zum Grün soll sich der Echinger Bürgerplatz verändern. Das Herz des Ortes soll künftig quasi ein Park bilden. Unter neun Einsendungen setzte sich das Münchner Büro „Slam – Schaar Landschaftsarchitekten“ bei ziemlich einhelligem Jury-Votum durch. Gemeinde Eching

Mit der Parkgestaltung legt der Siegerentwurf den klaren Fokus auf den Alltag, auf Aufenthaltsqualität im Vorbeigehen, beim Bummeln und auf Wegen durch den Ort. Die multifunktionale Nutzbarkeit für größere Veranstaltungen ist auf dem Papier gegeben, dürfte aber in der Umsetzung schwierig werden, rügte die Jury. Vielfältige Insel-Elemente und die weitgehend unflexiblen Baumtröge seien „ein Problem, mit dem man umgehen muss“, schilderte Fachjurorin Rita Lex-Kerfers die Schwachstelle des Siegerentwurfs.

Die trostlose Mitte des Ortes war dem Straßendorf geschuldet

Der Gemeinderat hatte bereits in einem Grundsatzbeschluss klargestellt, dass am Bürgerplatz kein Raum mehr für große Festzelte bleiben muss, aber selbst kleinere Veranstaltungen seien nun „erheblich eingeschränkt“, so die Jury. Die Feste auf dem Platz waren bislang auch der Not geschuldet, die trostlose Mitte des Ortes überhaupt zu beleben. Denn Eching hat sich über Jahrhunderte als Straßendorf entwickelt: Rund um die Kirche lag lange kaum mehr als der Friedhof, und selbst der Maibaum musste im Wirtshof aufgestellt werden.

Als in den 1990er-Jahren unter der geografischen Ortsmitte eine Tiefgarage entstand, blieb darüber eher zufällig ein Platz zurück. Rathaus und Alten-Service-Zentrum kehrten ihm jedoch die Rückseite zu, selbst von Rathaus und Kirche aus fehlten Zugänge. Entsprechend fremdelte Eching lange mit dem Areal – das, weil es vor dem Bürgerhaus liegt, zunächst schlicht „Bürgerhausplatz“ genannt wurde. Generationen von Plänen sind seither entworfen worden, um ebenso schnell in Schubladen zu landen.

So sieht der Siegerentwurf zur Neugestaltung des Echinger Bürgerplatzes aus.
So sieht der Siegerentwurf zur Neugestaltung des Echinger Bürgerplatzes aus. Gemeinde Eching

Der neueste Verbesserungsansatz hat nun zwei Wurzeln: Zum einen wurde bis 2021 das Rathaus renoviert und hat nun ein einladendes Portal zum Platz hin. Und dann ist Eching in die staatliche Städtebauförderung aufgenommen worden – nicht zuletzt wegen des Platzes, berichtete Gemeindebauamtsleiter Thomas Bimesmeier. Bei der Begutachtung hätten die Prüfer gerade anhand dieses Areals erkannt, dass Eching Unterstützung für die Ortsgestaltung braucht.

Nun stehen erhebliche staatliche Fördermittel für die Umgestaltung in Aussicht, mit Zuschüssen von bis zu 60 Prozent. Bürgermeister Steigerwald hielt sich dennoch bedeckt, wann und wie es konkret weitergeht. „Die Vorfreude auf eine schnelle Neugestaltung ist spürbar“, sagte er.

Aus dem Wettbewerbsentwurf muss nun zunächst eine umsetzbare und finanzierbare Planung entwickelt werden – und auch den kommunalen Eigenanteil muss Eching noch stemmen. Zugleich fällt das Projekt in eine politische Übergangsphase: Der alte Gemeinderat hat den Siegerentwurf gemeinsam mit dem inzwischen abgewählten Bürgermeister am vorletzten Tag seiner Amtszeit gekürt, der neue Gemeinderat übernimmt nun. Die neun Entwürfe sind noch bis 12. Juni im Echinger Rathaus zu sehen.

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