DSDS-Kandidat Joey Heindle "Ich glaube nicht, dass Grönemeyer ausgewandert wäre"

Dieter Bohlen hat wegen seinem Gesang schon mal den Saal verlassen: Joey Heindle aus Freising ist unter den letzten Sechs bei "DSDS" - und fühlt sich und seine Stimme missverstanden.

Interview: Martin Jäschke

Sechs Kandidaten sind geblieben von einst 35 000 Bewerbern bei der aktuellen, neunten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Unter ihnen: Joey Heindle aus Freising. Dass der 18-Jährige gut genug singen kann, finden viele aber nicht - allen voran Chef-Juror Dieter Bohlen. Der verließ während Heindles jüngstem Auftritt am vorigen Samstag wortlos das Studio. Sein Krächzen habe ihm in den Ohren geschmerzt.

Joey Heindle aus Freising bei München gehört zu den letzten sechs Kandidaten der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar".

(Foto: dapd)

Jetzt hat sich RTL spontan eine neue Regel ausgedacht: Alle Kandidaten müssen bei der nächsten Show am Samstag Duette singen - Heindle muss mit dem Top-Favoriten Luca Hänni auf die Bühne. Fans kritisieren, der Sender wolle den jungen Freisinger so aus der Show befördern.

Wie ist es Ihnen bei DSDS ergangen?

In den vorigen Runden waren die Songs echt super, und da hab ich auch ganz gut gesungen. Das haben auch Dieter Bohlen und alle anderen gesagt. Aber jetzt bei den Mottoshows hat es ihnen wohl nicht mehr so gefallen. Jetzt übe ich jeden Tag wie ein Verrückter mit einem Trainer an meiner Stimme. Ich bin nur noch am Singen, damit ich am Samstag rocken kann und gute Kritik kriege - und Dieters Herz für meine Musik öffne.

Was sagen Ihre Familie und Freunde in Freising zu Ihrem Show-Erfolg?

Die glauben das alle nicht! Die kommen jede Woche mit 40 Leuten in einem Fanbus hierher und machen Stimmung. Und in der Vito-Bar in Freising wird immer eine riesige Leinwand aufgebaut.

Wie finden Sie Bohlens Verhalten?

Das war richtig gemein. Er hätte auch sitzen bleiben und sich umdrehen können. Aber ich denke, man muss sowas einfach runterschlucken und einmal auf den Reset-Knopf drücken. Ich sehe ihn ja sowieso immer nur samstags. Der kommt nur, um da zu sitzen, dann sagt er sein Urteil, und dann geht er wieder heim.

Welches Urteil traf am härtesten?

Das mit dem Grönemeyer-Song, für den wäre ich wirklich gestorben. Er hat gesagt, Herbert Grönemeyer wäre ausgewandert. Da hab ich hinterher geweint. Und ich glaube nicht, dass Grönemeyer ausgewandert wäre - das hätte ja dann in der Bildzeitung gestanden.

Können Sie die Kritik an Ihrem Gesang nachvollziehen?

Dass ich ab und zu mal ein paar schiefe Töne erwische, kommt von der Aufregung. Ich glaube, es gibt keinen Sänger, der live perfekt singt und nichts verhaut. Man ist ja kein Engel, der vom Himmel gefallen ist und dann Ave Maria singt.

Ist es unfair, dass Sie jetzt im direkten Vergleich zum Favoriten singen müssen?

Ich finde das eigentlich cool. Das heißt ja nicht, dass ich gegen Luca singe, sondern wir singen zusammen, für die Show und die Zuschauer. Das ist kein Kampf, sondern Singen und Gefühle zeigen.

Was machen Sie, wenn's schiefgeht?

So denke ich gar nicht. Ich denke immer positiv. Aber ich habe schon so viele Anfragen, das gibt's gar nicht! Ich würde erst eine Woche nach Hause fahren, und danach würde ich wieder voll in die Musik gehen, und auch in die Filmbranche.