Wie gut (oder schlecht) läuft das Bürgerbegehren gegen die geplante dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen? So richtig rausrücken mit einer klaren Antwort wollten die Münchner Grünen und ihre Bündnispartner am Montag nicht damit. "Es ist gut angelaufen", sagte Münchens Grünen-Chefin Katharina Schulze lediglich. Und beim Bund Naturschutz (BN) lägen "ganze Berge" von Unterschriftenlisten, ergänzte der Münchner Kreisvorsitzende des BN, Christian Hierneis. Konkrete Zahlen allerdings wollte keiner nennen. Die soll es erst Anfang nächster Woche geben.
Denn zuvor schicken die Grünen und ihre Partner, die sich in dem neuen Bündnis für das Bürgerbegehren engagieren, noch Mitstreiter los in die einzelnen Stadtviertelzentren. An Infoständen sollen sie am kommenden Samstag Unterschriften sammeln für das Bürgerbegehren und gegen die dritte Startbahn. "Von Allach bis Ramersdorf", so Schulze, werden die Unterschriftenjäger unterwegs sein. Neben den Grünen und dem BN beteiligen sich unter anderem die Freien Wähler, die ÖDP, die Linke, der Verein Green City sowie der Landesbund für Vogelschutz an dem Versuch, den Bau des 1,2-Milliarden-Euro-Projekts per Abstimmung zu stoppen. Zuletzt stießen noch der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie die Gregor-Louisoder-Umweltstiftung zum Kreis der Bündnismitglieder hinzu. "Es kommen immer wieder neue Organisationen und Partner dazu", sagte Schulze.
Ziel des Bündnisses ist es, eine Mehrheit gegen die dritte Startbahn zu organisieren - und somit die Stadt als einer von drei Gesellschaftern des Flughafens zu zwingen, in den Aufsichtsgremien des Airports gegen den geplanten Bau zu stimmen. Ursprünglich hatten die Grünen angekündigt, "bis Weihnachten" die 30 000 Unterschriften für das Bürgerbegehren zusammen haben zu wollen. Am Montag sprachen die Bündnis-Vertreter nun davon, "bis Anfang des kommenden Jahres" die nötige Zahl an Unterschriften gesammelt zu haben. Einen Schub bei den Unterschriften soll auch ein Stand bringen, den die Initiatoren auf dem Tollwood-Gelände aufbauen.
Sollte es dann, wie von den Bündnis-Partnern geplant, im kommenden Frühjahr tatsächlich zu einer Abstimmung über das Großprojekt kommen, streben die Ausbaugegner eine "Emotionalisierung" der Debatte an, um genügend Bürger zu mobilisieren, kündigte Michael Piazolo von den Freien Wählern an - und begann am Montag damit schon mal: Er sprach davon, dass die Regierung von Oberbayern mit ihrer Baugenehmigung eine "Entscheidung gegen die Bürger" getroffen, mithin also ein Projekt genehmigt habe, "das sich gegen die Menschen richtet". Und BN-Chef Hierneis erklärte, aus seiner Sicht gehe es bei der Abstimmung nicht nur um eine neue Betonpiste im Erdinger Moos, sondern darum, "diese Welt für die nachfolgenden Generationen zu retten": "Jeder, der Kinder oder gar Enkelkinder hat, muss emotional für den Klimaschutz sein - und damit gegen die dritte Startbahn."