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Diskussion im Kranzberger Gemeinderat:Knackpunkt Gehwege

Pläne für Sanierung der Kreisstraße FS 24 stoßen auf Kritik

Von Petra Schnirch, Kranzberg

Die Pläne zur Sanierung der Kreisstraße FS 24 stoßen bei den Kranzbergern teilweise auf Kritik. Knackpunkt ist die Neugestaltung der Gehwege, die auf der Südseite breiter werden sollen, damit der Schulweg sicherer wird. Auf der Nordseite dagegen, wo sie auch jetzt schon sehr schmal sind, sollen sie weitgehend verschwinden. Am Montag fand dazu eine Informationsveranstaltung statt und Sonja Kieslinger (FWG) bilanzierte in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, dass die Leute "sauer" seien. Zumindest einen Schutzstreifen hielt sie für erforderlich, weil Autos und auch Fahrräder auf der abschüssigen Straße oftmals an den Ausfahrten "vorbeischießen". Die Gemeinde will nun das Gespräch mit den Betroffenen suchen.

Eigentlich sollte die Planung in der Sitzung bereits auf den Weg gebracht werden, weil die Zeit drängt. Wenn 2021 gebaut werden soll, müssen bis Ende Juli alle Details feststehen, damit der staatliche Zuschuss beantragt werden kann. Angesichts der Kritik der Anwohner aber "kann man das nicht übers Knie brechen", fand Andreas Adldinger (CSU).

Erste Korrekturen waren bereits vor der Sitzung vorgenommen worden. Im Unteren Bereich der Oberen Dorfstraße, entlang von Hausnummer eins bis fünf, soll der Gehweg auf der Nordseite erhalten bleiben, weil es an dieser Stelle sonst zu gefährlich wäre. Vor der Zufahrt zu Nummer sieben und neun schlug Petra Horneber (CSU) vor, Verkehrsspiegel anzubringen, um die Ausfahrt zu erleichtern. So könnte die Gehweg-Situation auf der Südseite verbessert werden. Derzeit sei dies "eine Katastrophe", meinte Monika Mühl (FWG). Im Ortskern sollen die Gehwege auf beiden Seiten bleiben. Wichtiges Thema für Zweiten Bürgermeister Anton Hierhager (SPD) ist auch, wie der Verkehr verlangsamt werden könnte. Er hält ständige Geschwindigkeitskontrollen für notwendig. Wenn Autos mit 80 Stundenkilometern "vorbei donnern", sei auch mit einem Gehweg-Umbau nichts erreicht. Ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer, wie von Georg Neumair (FWG) vorgeschlagen, habe derzeit keine Chance, genehmigt zu werden, sagte Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG).

Prüfen lassen will die Gemeinde, ob unten an der Kirchbergstraße sowie an der Dorfstraße zwischen Bäcker und Bushaltestelle Druckknopf-Ampeln möglich sind. Wenn Schulkinder allein am Zebrastreifen warten, hält offenkundig kaum jemand an. Auch die Kosten eines anderen Fahrbahnbelags in der Dorfmitte sollen geprüft werden. Den Gemeinderäten geht es vor allem darum, die Sicherheit auf dem Schulweg zu verbessern.

Für die Anwohner auf der Nordseite entlang der Oberen Dorfstraße ortsauswärts sollen nach Möglichkeit individuelle Lösungen gesucht werden. Hammerl schlug einen schmalen Schutzstreifen aus Granitpflaster vor, damit die Anlieger nicht gleich auf der Straße stehen. Davon, dass der Bauhof für sie das Heckenschneiden übernehmen sollte, hielt Hammerl nicht viel. Dann "ist der Damm gebrochen". Mitte Juli wird der Ausbau noch einmal Thema der Fraktionssitzung sein. Hierhager warnte davor, zu lange weiter zu diskutieren. Alles was kommt, werde besser sein als die aktuelle Situation. Gemeinwohl gehe hier vor Einzelinteressen.

© SZ vom 02.07.2020

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