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Die Urlaubspläne der Freisinger:Kurzfristig und sehr spontan

Auch wenn viele ihren Urlaub in Deutschland verbringen wollen, findet manch einer schon wieder den Weg ins Reisebüro

Von DONATO NICOLAIDI, Freising

Bilder von der Nord- und Ostseeküste oder von Badeseen zeigen derzeit stets überlaufene Strände. Fragt man jemanden, wo er seinen Urlaub verbringt, ist die Antwort immer dieselbe: "Balkonien" - und es hatten wohl viele Freisinger auch wirklich vor, ihren Urlaub in Zeiten von Corona besser zuhause zu verbringen. Hört man sich bei den Reisebüros um, überlegen es sich manche aber offenbar anders, wenn das Angebot stimmt und die Gefahr durch die Pandemie am ausgewählten Reiseort als gering eingeschätzt wird.

So nennt ein Reiseveranstalter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, die Meldung, dass die Buchungen drastisch eingebrochen seien, schlicht falsch. Die Freisinger seien generell schon am Urlaub interessiert. Die meisten wollten nun jedoch in umliegende Länder reisen, zum Beispiel nach Österreich, oft mit dem Auto.

Sehr viele würden ihren Blick auch in die Zukunft richten. Es gebe schon Buchungen für spätere Kreuzfahrten und Reisen nach Übersee. Ein anderes Reisebüro bestätigt, dass es langsam wieder losgehe mit den Buchungen. Die beliebtesten Reiseziele sind demnach neben Deutschlands Küsten und Seen Griechenland, Spanien und Italien, vor allem der Gardasee.

Marcel Wilpernig von "Behind the mask travel" fährt selbst gerade jetzt nach Madeira. Er berichtet, dass viele Reisen nach Portugal angefragt würden. Jeder, der in Portugal einreisen wolle, werde zwar am Flughafen einem Corona-Test unterzogen, aber das Ergebnis liege sehr rasch vor. Außerdem müsse man bis zur Bekanntgabe der Testergebnisse nicht in Quarantäne.

Neben Portugal wecken die Azoren Interesse - und auch in Freising gibt es Kunden, die im Herbst bereits Länder außerhalb Europas besuchen möchten, zum Beispiel Indonesien. Christa Stümmel von "Tropical Tours" hat beispielsweise schon mehrere Buchungen für Sahara-Touren und Gruppenreisen nach Tunesien, wie sie erzählt. Allerdings können diese Reisen erst dann stattfinden, wenn die Reisewarnungen zurückgenommen werden. Die vom auswärtigen Amt verhängte weltweite Reisewarnung wird voraussichtlich am 31. August auslaufen.

Manuela Paparezos vom "Reisemarkt Freising" berichtet, dass seit der Aufhebung der Schengenwarnung am 15. Juni das Reisen langsam wieder begonnen habe, meist mit dem Ziel Griechenland, Spanien oder Balearen. Paparezos bestätigt, dass es auch wieder Kreuzfahrten geben wird. Volker Steinhauser von "FS Reisen" ergänzt die genannten Ziele um die Adriaküste. Anders als normalerweise üblich, würden die Buchungen aktuell jedoch hauptsächlich kurzfristig und sehr spontan getätigt.

© SZ vom 15.07.2020

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