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Der Tanz lebt von Bildern:Harte Schule

Das viele Üben, hier in der Echinger Imma-Mack-Realschule, hat sich für die Tänzerinnen des TSC Dance Gallery wieder mal gelohnt. Bei einem Regionalwettbewerb am Wochenende gewannen sie zahlreiche Medaillen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Trainerin Natalya Menzel sammelt mit dem TSC Dance Gallery Eching/Königsbrunn Titel um Titel in den Disziplinen Modern, Jazz und Contemporary. Die elf- bis 17-jährigen Mädchen trainieren dafür wöchentlich rund sieben Stunden.

Der erste Durchlauf erfolgt ohne Musik. Die gerade noch kichernden Mädchen sind jetzt still, ihre Gesichter konzentriert. Sie treten auf die improvisierte Bühne, begrenzt durch Bänke und Turnmatten, und formieren sich in der Mitte, dicht gedrängt. Auf Kommando geht es los: Mit anmutigen Bewegungen streben die Tänzerinnen auseinander. Und entwickeln ohne Musik ihre ganz eigene Akustik: Jeder Sprung erzeugt einen dumpfen Knall auf dem grünen Hallenboden, Hände klatschen aneinander, man hört schnellen Atem rasseln. "Stop!", schallt plötzlich die laute Stimme von Trainerin Natalya Menzel dazwischen. "Auf Anfang bitte." An diesem Abend soll alles stimmen, es ist die Generalprobe der TSC Dance Gallery Eching/Königsbrunn für den Regionalwettbewerb am Wochenende.

Schritt für Schritt geht Menzel mit ihrer Gruppe deshalb die einzelnen Bewegungen durch, korrigiert jeden kleinen Fehler und dirigiert die Tänzerinnen zentimetergenau dahin, wo sie nach einer fertigen Figur stehen sollen. Dann nickt sie zufrieden. "So ergibt das ein schönes Bild." Davon lebe der Tanz, erklärt sie: "Von den Bildern." Und damit die stimmen, pfeift sie die elf- bis 17-jährigen Mädchen der Tanzgruppe immer wieder zurück, unterbricht den Durchlauf, kritisiert, verbessert. Erschöpft lässt sie sich irgendwann auf einen kleinen Kasten fallen. "Es ist ein harter Job, wirklich nicht einfach", gesteht sie. Für sie ein harter Job, für ihre Tänzerinnen harte Schule. Denn nur regelmäßiges, strukturiertes Training und Disziplin, so der Gedanke der Tanzschule, führt zu Erfolg. "Kinder sind am Ende wie Maschinen: Wenn man sie immer wieder anmacht, dann funktionieren sie." Es sei aber auch die Leidenschaft für den Tanz, die sie alle verbindet und Erfolge ermöglicht.

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Mit Blick auf die Titel der Tänzerinnen scheint sich das zu bestätigen: Erste bei der deutschen Meisterschaft, Bronze bei der Weltmeisterschaft, bayerische Meisterinnen, die Liste ist lang. "Allein im letzten Jahr haben wir etwa 20 Titel gewonnen", resümiert Trainerin Menzel stolz. In allen verschiedenen Kategorien - Solo, Duo, Small Group, Formation Group - und über die Altersklassen hinweg scheint bei der Dance Gallery die Crème de la Crème des Modern Dance, Jazz Dance und Contemporary zu tanzen. "Ich sage immer, das ist wie beim Fußball: Es gibt den FC Bayern und den FC Hansa Rostock. Wir sind der FC Bayern", sagt Menzel und lacht.

Trainiert wird sieben Stunden pro Woche

Ein paar ihrer Tänzerinnen kommen deshalb trotz langer Anreise zu ihr ins Training, etwa aus Regensburg oder Augsburg. "Trainiert wird wöchentlich etwa sieben Stunden, einmal die Woche steht Ballettunterricht auf dem Plan", erzählt die Tanzlehrerin. Denn gerade Modern und Jazz Dance arbeiten mit vielen, technisch anspruchsvollen Ballettelementen. Neben der sauberen Ausführung kommt es auch auf Körpersprache an: "Die erzählt, worum es in dem Tanz geht. Jeder Tanz erzählt eine Geschichte", so Natalya Menzel. "Körpersprache und Ausdruck, das ist die Kleinigkeit, die später erste Plätze streut."

Ihr selbst wurde die Begeisterung für den Tanz in die Wiege gelegt, schon Mutter und Großmutter der 44-Jährigen tanzten Ballett, Menzel war selbst lange Zeit Profitänzerin. Deshalb ist es keine Überraschung, dass auch ihre Tochter diesem Weg folgt: Die Zwölfjährige Anastasia Menzel nahm für die TSC Dance Gallery schon an etlichen nationalen und internationalen Wettbewerben teil und brachte viele Medaillen mit nach Hause, vor allem in Modern und Jazz Dance. "Diese Tanzstile werden auch immer größer in Deutschland", weiß Natalya Menzel. "Als ich vor etwa 15 Jahren nach Bayern kam, gab es fast keine Mannschaften. Mittlerweile sind bei einem einzigen Wettbewerb oft über 600 Teilnehmer." Und der Regionalwettbewerb vergangenes Wochenende, auf den Natalya Menzel und ihre Tänzerinnen so fleißig hintrainierten, trug wieder Früchte: Gleich zehn erste Plätze haben die Tänzerinnen im Solo, Duo und Small Group bekommen. Einige davon räumte Anastasia Menzel ab. Auch die Tanzgruppe, die Menzel während der Generalprobe noch so akribisch verbessert hatte, bekam Gold. Außerdem gab es für die TSC Dance Gallery bei dem Wettkampf noch fünf silberne und zwei Bronzemedaillen.