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Das Jahr 2021 in Marzling:Straßensanierungen müssen warten

Beim voraussichtlich 3,7 Millionen Euro teuren neuen Marzlinger Feuerwehrhaus ist man dem Zeitplan sogar voraus. Der Rohbau steht schon, jetzt läuft der Innenausbau an.

(Foto: Marco Einfeldt)

Wegen der Corona-bedingten Einbrüche bei der Gewerbesteuer schiebt die Gemeinde Marzling einige Projekte. Voran aber geht es beim Feuerwehrhaus, bei den Freiflächen-Solaranlagen und bei der Digitalisierung

Von Gudrun Regelein

Kurz vor Weihnachten kam die gute Nachricht: Der Freistaat kündigte an, als Ausgleich für die in der Gemeinde Marzling coronabedingt ausgefallene Einnahme bei der Gewerbesteuer eine gute Million Euro zu überweisen. "Das Geld ist inzwischen auch da. Das ist für uns natürlich ein riesiges Geschenk", sagt Zweite Bürgermeisterin Roswitha Apold, die momentan den erkrankten Bürgermeister Martin Ernst vertritt. Ursprünglich war man in der Gemeinde bei der Gewerbesteuer nämlich von Einnahmen von knapp 1,5 Millionen Euro ausgegangen. Durch die Corona-Krise veränderte sich aber alles: Der Ansatz musste um eine gute Million Euro reduziert und der Haushaltsplan umgeschrieben werden. Die veränderte Finanzlage hatte Folgen, eigentlich für 2020 geplante Projekte mussten verschoben werden. Die Straßenbaumaßnahmen beispielsweise wurden zurückgestellt, die Sanierung der Straße zwischen Rudlfing, Hangenham und Schmidhausen, die mit 1,2 Millionen Euro angesetzt war, wurde auf Eis gelegt.

Trotz des gezahlten Ausgleichs wird die Sanierung auch in diesem Jahr nicht stattfinden, sagt Apold. "Die Finanzlage ist momentan einfach zu unsicher, wir warten erst einmal ab", erklärt sie. Bereits laufende Projekte werden zwar fortgeführt, neue und größere Maßnahmen aber wolle man nicht beginnen. Das größte Projekt der Gemeinde, der Bau des neuen Feuerwehrhauses mit voraussichtlichen Gesamtkosten von gut 3,7 Millionen Euro, laufe. "Da sind wir nicht nur im Zeitplan, sondern diesem schon voraus", berichtet Apold. Der Rohbau stehe, das Dach sei zu und nun gehe es mit dem Innenausbau weiter. Gewerke wie die Elektrik wurden bereits ausgeschrieben. "Das läuft rund", meint Apold.

Fortschritte gibt es auch bei den beiden großen Photovoltaik-Freiflächenanlagen, die im Nordosten der Gemeinde im Entstehen sind. Die Regensburger GmbH Primus Solar Energie bekam Anfang 2020 für ihr Projekt grünes Licht. Auf einem etwa 1,6 Hektar großen Acker soll eine PV-Freiflächenanlage mit einem Leistungspotenzial von etwa 750 Kilowatt installiert werden. Die andere Anlage wurde bereits im Dezember 2019 genehmigt: Der Marzlinger Andreas Wildgruber möchte auf einem benachbarten Grundstück eine 749 Kilowatt PV-Anlage errichten. Apold hofft, dass noch in diesem Jahr beide Anlagen in Betrieb gehen können. Die Gewinnung von Strom durch Sonnenenergie bedeute einen Schritt hin zur Energiewende. "Wir wollen noch mehr bewegen", kündigt die Bürgermeisterin an. Auch auf das Dach der Kinderkrippe der Gemeinde wird eine PV-Anlage installiert, "das ist in Arbeit".

In Arbeit ist auch die Einführung des Ratsinformationssystems, das laut Apold für die Verwaltung eine große Umstellung bedeutet. So werden die Gemeinderäte zukünftig ihre Sitzungsunterlagen digital und nicht mehr in ausgedruckter Papierform erhalten, zudem werden alle Berichte und Protokolle online gestellt. Das neue System trage zu der von den Gemeinderäten gewünschten Transparenz bei, der Bürger solle mehr Einblick in die Arbeit der Gemeinde bekommen.

Umgesetzt wurde die Digitalisierung bereits in der Marzlinger Grundschule: Sowohl das notwendige technische Equipment, als auch das Know-how bei den Lehrern seien vorhanden. Homeschooling funktioniert also zumindest in der Gemeinde Marzling. "Die Pandemie ist anstrengend. Aber wir lassen uns nicht entmutigen - wir sind guter Dinge", sagt Apold.

© SZ vom 19.01.2021
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