CSU in Moosburg:Ehrenraute für Anita Meinelt

CSU zeichnet Moosburger Ex-Bürgermeisterin aus

Es war so zu sagen eine Ehrung von Ex zu Ex. Erwin Weber, in der Jahreshauptversammlung der Moosburger CSU soeben als Vorsitzender aus dem Amt geschieden, nutzte zusammen mit seinem Nachfolger Maximilian Mader die Gelegenheit, um der früheren Bürgermeisterin Anita Meinelt für ihre Verdienste um den Ortsverband die Ehrenraute in Bronze zu verleihen. Das sei in der Partei "die höchste Auszeichnung, die man als Ortsverband überreichen darf", betonte Weber, als er quasi seine letzte Amtshandlung vornahm.

In ihrer 18-jährigen Amtszeit als Rathauschefin habe sie diverse große Projekte zum Wohle der Stadt umgesetzt, die letztlich auch auf die Moosburger CSU zurückfielen, so Weber. Anita Meinelt, inzwischen Freisinger Vize-Landrätin, hält sich seit ihrem Abschied als Moosburger Bürgermeisterin "aus der Stadtpolitik raus", sagte sie in der Versammlung - um ihren Vorsatz fast postwendend zu brechen, wie sie selbst bemerkte.

"Wir haben in Moosburg Zuzug und das ist gut so", sagte sie: "Wir brauchen Familien und junge Leute, die zu uns kommen, in unsere Innenstadt gehen und die Geschäfte unterstützen." Und für diese Leute brauche man natürlich Arbeitsplätze - und zwar am Ort, sagte sie in Anspielung auf die geplante Erweiterung der Container-Firma ELA im Ortsteil Pfrombach, gegen die es sogar ein Bürgerbegehren gibt. "Wenn wir Leute aufnehmen, aber die Betriebe, in denen sie arbeiten, in anderen Gemeinden sind, dann gehen auch die Gewerbesteuern dorthin - das ist schlecht, so funktioniert eine Kommune nicht." Abgesehen davon würden Wohncontainer, etwa für Kitas und so weiter, derzeit überall benötigt. "Wir können nicht sagen, wir brauchen Container, aber keinen, der sie herstellt."

Als Fraktionschef Rudi Heinz von der Stadtgrünordnung berichtete, die demnächst Thema im Stadtrat ist und an der die CSU noch einige Dinge ändern möchte, scherzte Meinelt: "Wir brauchen mehr Grün in der Stadt, aber nicht mehr Grüne." Womit man schon beim Klimawandel wäre. Die Unwetter der vergangenen Wochen hätten gezeigt, "was die Natur anrichten kann", so Meinelt: "Wenn jemand sagt, den Klimawandel gibt es nicht und Klimaschutz braucht es nicht, dann ist er auf der falschen Welt." Man dürfe aber nicht immer "die Landwirte verteufeln. Die Landwirte sind nicht schuld, sie sind vertraut mit der Natur und Naturschützer".

Als Vize-Landrätin war es Meinelt zudem ein Anliegen, aus aktuellem Anlass die Werbetrommel für Corona-Impfungen im Landkreis zu rühren. "Die Inzidenz steigt und die Impfbereitschaft lässt nach", stellte sie besorgt fest. "Ich stehe dazu, dass geimpft werden muss, das bedeutet auch, dass man Verantwortung gegenüber anderen übernimmt." Sie appellierte an die Versammlung: "Wir können das in den nächsten Wochen durchziehen und alle Menschen von zwölf Jahren aufwärts impfen. Bitte animieren Sie auch andere, sich impfen zu lassen."

© SZ vom 26.07.2021 / axka
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