Christopher Street Day in Freising„Queere Sichtbarkeit ist wichtig“

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„Love is love“ - das ist die Botschaft des Christopher Street Days, der erstmals auch in Freising stattfindet.
„Love is love“ - das ist die Botschaft des Christopher Street Days, der erstmals auch in Freising stattfindet. Thomas Banneyer/dpa
  • Am Samstag, 11. Juli, findet in Freising erstmals ein Christopher Street Day statt, der um 14 Uhr auf dem Volksfestplatz beginnt.
  • Die Veranstalter rechnen mit 500 bis 1000 Teilnehmenden und haben einen Verein gegründet, um den CSD zu verstetigen.
  • Mit-Veranstalter Michael Firlus betont die Wichtigkeit queerer Sichtbarkeit außerhalb großer Städte, da Diskriminierungserfahrungen auf dem Land zunehmen.
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In Freising findet am Samstag der erste Christopher Street Day statt. Es soll nicht die letzte Parade durch die Domstadt sein. Mit-Veranstalter Michael Firlus hofft, dass der CSD zu einer festen Einrichtung wird.

Interview von Petra Schnirch, Freising

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„Freising wird bunt“, so ist der erste Christopher Street Day (CSD) überschrieben, der am Samstag, 11. Juli, durch die Stadt zieht. Los gehen wird es um 14 Uhr auf dem Volksfestplatz in der Luitpoldanlage. Gegen 15 Uhr ziehen die Teilnehmenden von dort zur Oberen Hauptstraße. Ende der Veranstaltung wird gegen 20 Uhr sein. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeisterin Monika Schwind übernommen. Die SZ sprach mit Michael Firlus, 26, einem der Veranstalter über den Ablauf und was er sich von der Veranstaltung erhofft.

Michael Firlus gehört zum Organisationsteam des ersten CSD in Freising.
Michael Firlus gehört zum Organisationsteam des ersten CSD in Freising. privat

SZ: Was erwartet die Besucherinnen und Besucher beim ersten CSD in Freising?

Michael Firlus: Wir starten am Volksfestplatz mit einer kurzen Kundgebung mit einigen Redebeiträgen und Live-Musik, das dauert etwa eine Stunde. Anschließend startet unsere Parade Richtung Innenstadt mit Wägen und musikalischer Begleitung. Danach gibt es ein Straßenfest in der Oberen Hauptstraße mit 25 Ständen verschiedener Organisationen und Musik vor den Kneipen. Wir rechnen mit 500 bis 1000 Teilnehmenden, aber das ist schwer abzuschätzen.

Freising ist eine sehr kirchlich geprägte Stadt. Wie sind bisher die Reaktionen auf den ersten CSD?

Ich habe jetzt nicht den Eindruck, dass Freising, obwohl es eine Domstadt ist, so erzgläubig ist. Die Reaktionen sind größtenteils positiv, es gibt überraschend wenig Gegenwind.

Sie haben vor Kurzem einen Verein gegründet. Wollen Sie die queere Community in Freising damit stärken?

Wir haben fest vor, in den nächsten Jahren wieder einen CSD zu veranstalten, geplant ist aber noch nichts. Um eine gewisse Struktur zu haben, bietet sich das an. Vor allem, wenn es um die Verwaltung finanzieller Mittel geht, gibt es als eingetragener Verein Vorteile. Sobald alles vorbei ist und Ruhe eingekehrt, schauen wir gleich, wie es nächstes Jahr ausschauen könnte. Weitere Aktivitäten halten wir uns offen. Es gibt natürlich Einrichtungen wie den queeren Stammtisch. Hauptziel ist aber, den CSD zu verstetigen.

Bisher fand der Christopher Street Day in großen Städten statt. Soll er künftig auch vermehrt kleinere Städte erobern? 

Auf jeden Fall. Ich finde das besonders wichtig. Es ist schon so, dass man merkt: Je weiter man aufs Land rausgeht, desto eher wird das Ganze als Tabuthema behandelt und Diskriminierungserfahrungen nehmen zu. Für uns ist ganz klar, außerhalb von großen Städten wie Berlin oder München ist das Thema queere Sichtbarkeit wichtig. Deshalb wollen wir das nach Freising tragen wie auch in andere Städte.

Erleben Sie hier selbst Diskriminierung?

Widerspruch zum CSD hat sich hauptsächlich auf Social Media, insbesondere Facebook, gezeigt. Aber natürlich bekommt man auch immer mal wieder mit, dass als queer gelesene Personen in Freising beleidigt oder auch körperlich angegangen werden.

Worauf freuen Sie sich am CSD in Freising besonders?

Am meisten freue ich mich darauf, dass es überhaupt einen CSD in Freising gibt. Ich glaube, ich bin happy, wenn es gut läuft und alles erfolgreich über die Bühne geht.

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