Camerloher-Frühjahrskonzerte Effektvoll in Szene gesetzt

Offenbachs Opera ist witzig, unterhaltsam und sogar gesellschaftskritisch.

(Foto: ANDREAS GEBERT)

Schüler und Lehrer des Camerloher-Gymnasiums begeistern mit Jacques Offenbachs Oper "Die Banditen". 300 Mitwirkende der Klassen neun bis zwölf haben die Aula erbeben lassen.

Von Katharina Aurich, Freising

Schüler und Lehrer des Camerloher Gymnasiums haben sich mit ihren Frühjahrskonzerten und vor allem mit der Aufführung des ersten Akts der Opera bouffe "Die Banditen" von Jacques Offenbach wieder selbst übertroffen. 300 Mitwirkende der Klassen neun bis zwölf ließen die Aula beben, Orchester und Chor sowie die Schauspieler und Sänger wuchsen über sich hinaus und hatten spürbar Freude an der Musik und den Räuberszenen. Vor allem "Die Banditen", eine Mischung aus Oper und Operette, traf mit ihren humorvollen Texten, Gesangssoli, Tanz- und Chorszenen den Geschmack der Jugendlichen. Bei den vier Aufführungen in der vergangen Woche waren die Zuschauer stets begeistert.

Begonnen hatte das Programm mit dem Blechbläserensemble unter der Leitung von Gunther Fendler, der mit seinen Schülern die "Bohémian Rhapsody" von Freddy Mercury mitgebracht hatte. Nach dem großen Erfolg des gleichnamigen Films kam das Stück gut an. Anschließend begeisterte Clara Eglhuber am Cello mit dem Symphonieorchester unter der Leitung von Sebastian Brand, bevor der Mittelstufenchor mit Verena Egger zeigte, was die Schüler können. Begleitet wurde der Chor am Klavier von Larissa Höcherl und Luisa Bormann. Schließlich erklang vor der Pause der erste Satz der "Symphonie espagnole" von Edouard Lalo. Den Solopart spielte Cosima Schwaiger (Violine) beeindruckend.

Dann nahmen die Banditen die Bühne ein. Mit einer breite Treppe, an deren Stufen Lämpchen aufleuchteten, wurde das Geschehen effektvoll in Szene gesetzt. Der Arbeitskreis Bühne und Technik unter der Leitung von Christian Weller und Nikita Neidinger unterstützte die Aufführung mit ihren Ideen.

Offenbachs Opera ist witzig, unterhaltsam und sogar gesellschaftskritisch. Es geht um Banker, die unter die Räuber gegangen sind, Gewerkschaftsvertreter und natürlich eine Banditentochter, die sich in einen Nicht-Räuber verliebt, der sich schließlich den Banditen anschließt. Die Texte aus dem 19. Jahrhundert sind auch heute noch aktuell.

Regisseur Robert Leutner gab dem Chor der Oberstufe und dann im Finale zusammen mit dem Chor der Unterstufe viel Raum, seine Stimmkraft zu entfalten. Die Tanzszenen hatte Gabi Forster choreografiert und am Dirigentenpult des Symphonieorchesters wechselten sich Sebastian Brand und Gunther Brennich ab. Der AK Film hatte schließlich das Ganze noch mit einem kurzen Schwarz-Weiß-Film zu einem multimedialen Ereignis erweitert. Das Wichtigste waren natürlich die Solisten, junge Talente brillierten, von denen man sicher noch hören wird. Sie alle zu nennen würde diesen Rahmen sprengen, aber die Hauptpersonen sollen genannt sein (alle Rollen waren doppelt besetzt): den Banditenhauptmann Falsacappa sangen und spielten Quirin Häuslmeir und Pascal Pashee, die Banditentocher Fiorelle gaben Cordula Kraetzl und Josefa Steinmetzer und den Geliebten der Banditentocher sangen Gabriel Rupp und Luis Weidlich. Der konnte mit seiner Präsenz und Stimme die Bühne und den Zuschauerraum vollkommen ausfüllen.