Bundestagswahl 2025„Unsere Politik bekommt Zustimmung“

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Claus Staudhammer will im Wahlkreis 213 für die AfD in den Bundestag einziehen.
Claus Staudhammer will im Wahlkreis 213 für die AfD in den Bundestag einziehen. (Foto: Marco Einfeldt)

Der Pfaffenhofener Claus Staudhammer ist AfD-Direktkandidat im Wahlkreis 213. Deren Position bei der Migrationspolitik bringe der Partei einen Stimmenzuwachs, sagt er. Für ihn selbst wird es aber schwierig werden, sich ein Mandat zu holen.

Von Gudrun Regelein, Freising

Politisch interessiert hat sich Claus Staudhammer schon früh, „das war für mich bereits Thema, als ich noch Schüler war“, sagt er. Inzwischen ist die Politik für den 58-Jährigen aber viel mehr: Seit 2017 arbeitet Staudhammer als politischer Referent für Johannes Huber, der für die Alternative für Deutschland (AfD) als Direktkandidat des Wahlkreises Freising im selben Jahr in den Bundestag zog. Mittlerweile hat Huber die Partei zwar verlassen, sitzt aber noch als parteiloser Abgeordneter im Bundestag. Das große Ziel von Staudhammer, dem Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes Pfaffenhofen, ist, es ihm gleichzutun. Er möchte sich als AfD-Direktkandidat für den Wahlkreis 213, der die Landkreise Freising und Pfaffenhofen sowie einige Gemeinden des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen umfasst, ein Mandat holen.

Claus Staudhammer ist ein gebürtiger Nürnberger, 30 Jahre lang war er dort als selbständiger Unternehmer in der Baubranche tätig. Nach Oberbayern kam er 2015 der Liebe wegen. Heute lebt er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und den beiden Kindern in Pfaffenhofen. Es war 2017, als sich Staudhammer entschied, sich nicht nur für Politik zu interessieren, sondern auch politisch aktiv zu werden und in die AfD eintrat.

Zuvor habe er mit der CSU geliebäugelt, sagt er. Er habe die Politik der damaligen Kanzlerin Angela Merkel von 2010 bis 2015 aufmerksam verfolgt – aber gemerkt, dass er dort keine politische Heimat finden könne. „Gründe dafür gab es verschiedene“, sagt Staudhammer. Ausschlaggebend waren politische Entscheidungen, wie die, 2011 vorzeitig aus der Atomkraft auszusteigen – ohne adäquate Alternativen zu haben. „Auch in der damals eskalierenden Migrationspolitik wurde nie eine wirkliche Lösung gefunden, die Augen wurden einfach verschlossen“, sagt Staudhammer. Die AfD dagegen habe Haltung gezeigt, sie habe eine Gegenposition eingenommen. „Die AfD bietet eine vernunftbegabte Politik.“ Sie sei am Bürger interessiert – das habe ihn überzeugt.

Querelen im Kreisverband Pfaffenhofen

Inzwischen ist Staudhammer Mitglied im Kreistag und Vorsitzender des 2022 gegründeten Kreisverbandes Pfaffenhofen. Dort gab es im vergangenen Jahr heftige Querelen, es lief ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn. „Den hat ein ehemaliges Vorstandsmitglied des Kreisverbandes angezettelt“, sagt Staudhammer. Grund seien persönliche Differenzen gewesen, eine Person, die andere politische Vorstellungen habe, habe sich missverstanden gefühlt. Vom Restvorstand sei diese als „nicht teamfähig“ eingestuft worden. Der Antrag sei vom Parteigericht dann auch nicht weiter verfolgt worden.

Laut der damaligen Berichterstattung im Donaukurier wurde Staudhammer von seinem Stellvertreter der Vorwurf gemacht, die Verwaltung der Mitglieder nicht korrekt zu führen und unliebsame Aufnahmeanträge nicht zu bearbeiten. Vermutlich aus Reihen des AfD-Landesvorstandes sei schließlich ein Parteiausschlussverfahren gegen Staudhammer gestartet worden. Eine Woche vor der geplanten Hauptversammlung mit Neuwahlen des Pfaffenhofener Kreisvorstandes seien ihm im Juli dann die Mitgliedsrechte entzogen worden. Diese Entscheidung sei allerdings vom AfD-Landesschiedsgericht wieder revidiert worden.

Die Vorwürfe gegen ihn seien haltlos gewesen, sagt Staudhammer: Die Aufnahme beziehungsweise Auswahl von neuen Mitgliedern nämlich sei gar nicht seine alleinige Aufgabe, das entscheide der gesamte Vorstand. Inzwischen habe sich die Situation im Pfaffenhofener Kreisverband beruhigt, man sei wieder in einem relativ ruhigen Fahrwasser.

Energieversorgung und Gesundheitswesen

Im laufenden Wahlkampf sind die Energieversorgung und das Gesundheitswesen seine Themen, damit will er Stimmen sammeln. Die Krankenhausreform beispielsweise habe auch vor Ort Auswirkungen, Krankenhäuser würden gerade im ländlichen Raum sukzessiv verschwinden. Mainburg beispielsweise sei betroffen, das dortige Krankenhaus werde es nicht mehr geben, stattdessen ein medizinisches Versorgungszentrum. „Natürlich hat das Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Menschen müssen zukünftig viel längere Wege in Kauf nehmen“, sagt Staudhammer. Langfristig schwäche die Reform, die die AfD ablehnt, den ländlichen Raum.

Auch die Energiewende habe konkrete Auswirkungen auf die Kommunen im Wahlkreis, auch hier gebe es Planungen für regenerative Energien. „Es entstehen beispielsweise Vorranggebiete für Windräder.“ Er halte nichts von einer Fokussierung auf die regenerative Energie, sagt Staudhammer. Das führe zwangsläufig zu Versorgungsengpässen, in denen man gezwungen sei, Energie aus dem Ausland dazuzukaufen. „Und wenn das Angebot gering ist, ist der Preis hoch.“ Eine sichere Versorgung sei nur mit einem Energiemix zu gewährleisten, sagt der AfD-Kandidat.

Migrationspolitik ist Topthema

Die Migrationspolitik sei derzeit ein ganz großes Thema, sie stehe im Fokus – auch wegen der jüngsten Ereignisse in Aschaffenburg und Magdeburg. Dass die AfD am vergangenen Mittwoch für den „Fünf-Punkte-Plan“ von CDU-Chef und Kanzlerkandidat Friedrich Merz zur Verschärfung des Asylrechts – unter anderem ging es um eine stärkere Zurückweisung von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen – gestimmt und damit für eine Mehrheit im Bundestag gesorgt hat, begrüßt Staudhammer. Das sei richtig gewesen, sagt er. Auch wenn seine Partei im Antrag von Merz heftig angegriffen worden sei. Merz habe in Teilen die Position der AfD übernommen, er betreibe damit Wahlkampf. „Wir wollen die Grenzen schließen, wir wollen, dass die Asylanträge außerhalb der EU entschieden werden – nach italienischem Vorbild.“ Die Haltung der AfD bei der Migrationspolitik werde belohnt, das werde einen Stimmenzuwachs bringen, denkt Staudhammer.

Der Stellenwert der AfD bei den Wählern sei bereits hoch. „Unsere Politik bekommt Zustimmung, das zeigt sich auch an unseren Info-Ständen.“ Er rechne mit 20 bis 25 Prozent der Stimmen für die AfD bei der Bundestagswahl, sagt Staudhammer. Ob es für ihn selbst für ein Mandat reichen wird? „Die CSU mit ihrem Kandidaten Christian Moser ist schon klarer Favorit“, räumt er ein. Einen Listenplatz habe er nicht. „Falls es für mich nicht reicht, bin ich auch mit einem guten Abschneiden zufrieden.“

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Sie alle wollen das Direktmandat im Wahlkreis 213 holen, die besten Chancen hat der Pfaffenhofener Christian Moser – in den vergangenen 50 Jahren hat immer der CSU-Kandidat gewonnen. Chancenreiche Listenplätze haben Leon Eckert (Grüne), Andreas Mehltretter (SPD) und Tobias Teich (AfD).

Von Petra Schnirch

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