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Bürgermeisterwahl in Hallbergmoos:Werben für die Stimmabgabe

Josef Niedermair weiß jetzt schon, dass er am Sonntag Bürgermeister wird. Er hofft dennoch, dass sich viele an der Wahl beteiligen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Josef Niedermair ist am Sonntag der einzige Kandidat bei der Hallbergmooser Bürgermeisterwahl

Von Alexandra Vettori, Hallbergmoos

Die Unterlagen für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 18. April, sind bereits seit zwei Wochen an die 8217 Wahlberechtigten im Ort verschickt, erstmals in Hallbergmoos wird es eine reine Briefwahl sein. Corona-bedingt hat die Landesregierung das Wahlrecht dahingehend geändert, und die Gemeinde hat sich für diesen Weg entschieden. Täglich gehen ausgefüllte Abstimmungszettel im Rathaus ein, wie viele es bis jetzt sind, das wird erst am Freitagnachmittag als Zwischenstand bekannt gegeben. Wer noch nicht hat, hat noch Zeit: "Am Wahlsonntag um 18 Uhr fallen die Schalter um, was bis dahin nicht da ist, zählt nicht", erklärt Max Kiermayer, Leiter des Hallbergmooser Ordnungsamtes und zuständig für die Wahlorganisation.

Einziger Kandidat für das Bürgermeisteramt ist Josef Niedermair von der CSU, sodass er sich zumindest wenig Sorgen machen muss, nicht gewählt zu werden. Das Problem ist, dass die Wahlbeteiligung sehr niedrig sein könnte. "Ich höre das immer wieder, du wirst es ja eh, da brauche ich ja gar nicht erst wählen zu gehen", erzählt der 63-Jährige. Er sagt dann immer dasselbe zu den Leuten: "Ihr habt eine Wahl, also nutzt sie." Schließlich könne man noch am Wahltag einen eigenen Kandidaten auf den Wahlzettel schreiben, den regulären Kandidaten, also ihn, streichen oder ihm eben die Stimme geben. "Für mich ist das sehr wichtig, weil das stärkt meine Position als Bürgermeister, wenn ich eine echte Mehrheit hinter mir habe. Das ist dann ein ganz anderes Arbeiten." Niedermair appelliert an die Hallbergmooser und Hallbergmooserinnen, auf jeden Fall von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. "Für mich wäre es besser, wenn viele Leute zur Wahl gehen, und mich einige nicht wählen, als wenn nur 500 Leute kommen, die mich wählen."

Josef Niedermair hat sich deshalb in den vergangenen Wochen ordentlich ins Zeug gelegt, um Wähler und Wählerinnen zu mobilisieren, auch wenn es wegen Corona keine Wahlveranstaltungen und Infostände gab. Die CSU hat plakatiert, und auf Instagram wurde eine Gesprächsreihe veranstaltet, bei der Interessierte dem Kandidaten Fragen stellen konnten. Am Ostermontag ist Josef Niedermair unter dem Motto "Such den Sepp" außerdem durch Hallbergmoos spaziert. Wer ihn traf, konnte ein Foto mit ihm machen und einsenden, per Los erhielten die Sieger dann Essensgutscheine. Auch an die Kinder hat der CSU-Kandidat gedacht und 1000 Kugeln Eis verteilt. Dazu kamen viele Touren, auf denen er Wahlwerbung, Blöcke, Kugelschreiber und Visitenkarten verteilte und in Briefkästen steckte. Besonders unterstützt habe ihn Laura Behrens, "sie hat alles kreiert", erzählt Josef Niedermair dankbar.

Ein bisschen enttäuscht sei er vom Engagement der übrigen Parteien. "Die haben gar nichts gemacht. Sie hätten ja auch keine Werbung für mich machen müssen, nur dafür, dass eine Wahl ist", sagt er. Als sich alle im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen für ihn als Konsenskandidaten ausgesprochen hätten und das zuletzt bei einer Pressekonferenz auch öffentlich kund taten, habe sich das noch ganz anders angehört. "Eigentlich wollten die anderen auch zur Wahl aufrufen, und ich habe jeder Partei angeboten, einen Wahlaufruf zu plakatieren. Ich hätte sogar die Kosten übernommen, aber es hat mich keiner zurück gerufen", so Niedermair.

© SZ vom 13.04.2021
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