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Bürgermeisterwahl in Hallbergmoos:Klares Votum, geringe Beteiligung

Josef Niedermair (CSU) ist neuer Bürgermeister von Hallbergmoos, gewählt mit 89,26 Prozent der Stimmen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Josef Niedermair, einziger Bewerber, wird mit 89,26 Prozent zum neuen Hallbergmooser Bürgermeister gewählt, allerdings geben nur 35,28 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Von Alexandra Vettori, Hallbergmoos

Die spannendste Frage am Sonntag in Hallbergmoos war nicht, wer Bürgermeister werden würde, sondern wie viele Menschen zur Wahl gehen würden. Denn auf den Stimmzetteln stand nur ein Name, der von Josef Niedermair (CSU). Bei 35,28 Prozent lag die Wahlbeteiligung schließlich, 2839 gültige Stimmen wurden abgegeben, 89,26 Prozent oder 2534 Wähler sprachen sich für Niedermair aus. Nach der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses dankte Niedermair für das Vertrauen und kündigte an, sich nun an die Arbeit zu machen.

Die Hallbergmooser Bürgermeisterwahl 2021 wird auf jeden Fall als eine ganz besondere in die Geschichte der Gemeinde eingehen. Zum einen deshalb, weil es nur einen Kandidaten gab. Nach dem überraschenden Tod von Amtsinhaber Harald Reents (CSU) im Dezember vergangenen Jahres war die Bestürzung so groß, dass keine der im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen einen Wahlkampf bestreiten wollte. Schließlich war kaum ein Jahr seit der regulären Kommunalwahl im März 2020 vergangen. Dazu kam Corona, weshalb die Bürgermeisterwahl nun als reine Briefwahl stattfand.

Auf 305 Wahlzetteln stand ein anderer Name

Um 19 Uhr gingen die Ergebnisse der ersten Wahlbezirke ein, da hatte sich Josef Niedermair samt Familie und einigen Vertreterinnen und Vertretern der anderen Parteien bereits im Sitzungssaal des Rathauses eingefunden. Wahlleiter Michael Kirmayer gab schließlich das vorläufige Endergebnis bekannt. Insgesamt waren 2899 Stimmen abgegeben worden, 305 davon enthielten Namen anderer Kandidaten. Das ist laut Wahlrecht zulässig, wenn nur ein Kandidat zur Wahl steht. Am kommenden Donnerstagabend tagt der Wahlausschuss, danach werden auch die weiteren Vorschläge öffentlich gemacht. Nur so viel war am Rande der Auszählung zu vernehmen, es gab auch Spaßvögel, die "Oster Hase" als Kandidaten vorschlugen, andere beschwerten sich auf dem Wahlzettel, dass nur ein Bewerber zur Wahl stand.

"Erleichterung und Freude" seien seine momentanen Gefühle, betonte Josef Niedermair, als das Wahlergebnis feststand. "89 Prozent sind ein klares Votum, denke ich. Die Bürger und Bürgerinnen haben sich für mich ausgesprochen, das gibt mir Rückhalt und Zuversicht für meine Arbeit in den nächsten fünf Jahren. Ich weiß jetzt, was ich zu tun habe." Die Arbeit werde angesichts der momentan schwierigen Situation nicht leicht, "aber ich traue mir das zu, sonst wäre ich gar nicht angetreten."

Neumair war der Wunschkandidat aller Parteien

Dass sich keine der anderen Parteien in Hallbergmoos im Vorfeld engagiert habe, obwohl er als Wunschkandidat aller angetreten sei, war für den neuen Bürgermeister kein Thema mehr. "Ich komme mit allen Fraktionen zurecht, ich kann mit allen reden. Deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass das eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat wird."

Als die Suche nach einem Nachfolger für Harald Reents begann, fiel sehr bald Niedermairs Name, seiner politischen Erfahrung wegen und aufgrund seiner fairen, sachlichen Art. Allerdings musste er anfangs ein wenig überredet werden, hatte er sich vor den Kommunalwahlen 2020 doch gegen eine erneute Gemeinderatskandidatur entschieden. Er habe das Jahr ohne politische Ämter und mit viel Zeit für die Familie genossen, hatte er freimütig erzählt, als er sich dann als Kandidat präsentierte. Schließlich blickte er da bereits auf 36 Jahre als Gemeinderat, davon zwölf Jahre als Zweiter Bürgermeister, und 18 Jahre als Kreisrat zurück. Eines steht für ihn aber fest: Er wird nur eine Amtszeit Bürgermeister bleiben. Vereidigt wird Josef Niedermair bei der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 4. Mai.

© SZ vom 19.04.2021/av
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