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Bürgermeisterwahl:Eching bekommt einen Neuen

Thomas Kellerbauer will für die CSU bei der Bürgermeisterwahl am 3. Juli das Echinger Rathaus erobern.

(Foto: Marco Einfeldt)

Josef Riemensberger steht für eine vierte Amtszeit "aus ganz persönlichen Gründen" nicht zur Verfügung. Zur Wahl antreten soll für die CSU nun Thomas Kellerbauer, die SPD schickt Sebastian Thaler ins Rennen

Eching bekommt am 3. Juli einen neuen Bürgermeister. Der seit 18 Jahren amtierende Rathauschef Josef Riemensberger sagte am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung der CSU, er trete "aus ganz persönlichen Gründen" nicht zur Wiederwahl an. Als ihren Bürgermeisterkandidaten nominierte die CSU den Ortsvorsitzenden und Dritten Bürgermeister Thomas Kellerbauer. Bereits nominiert ist von der SPD außerdem der parteilose Sebastian Thaler, der auch von Grünen, "Bürgern für Eching" und "Echinger Mitte" unterstützt wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es ein Zweikampf um das Bürgermeisteramt werden, denn der lange Jahre ambitionierte Otmar Dallinger (FWG) sagte auf Anfrage, er stehe vor einer "richtig harten Entscheidung", es sei aber "davon auszugehen, dass ich nicht antrete".

"Es gibt nichts Schöneres, als seiner Heimat dienen zu dürfen", sagte Kellerbauer zu seiner Nominierung. Er versprach "Bürgernähe, Glaubwürdigkeit, Entschlusskraft" und kündigte an, "mit Verstand, Herz und Leidenschaft für unsere Heimat zu arbeiten". Der 47-Jährige ist in Eching aufgewachsen und führt seit 1997 den elterlichen Betrieb für Anlagen- und Gebäudetechnik. Kellerbauer ist verheiratet und hat eine zehnjährige Tochter.

In der Politik ging es rasch aufwärts für ihn: 2010 trat er der CSU bei, 2011 wurde er gleich zum stellvertretenden Ortsvorsitzenden gewählt, 2013 zum Ortsvorsitzenden. 2014 zog er in den Gemeinderat ein, wo er in der konstituierenden Sitzung als Neuling gleich von CSU und FWG zum Dritten Bürgermeister gewählt wurde. Seither ist er im Ort omnipräsent und mit großem Eifer und Einsatz auf seinem Posten.

"Er ist wirklich super", schwärmte der CSU-Kreisvorsitzende Florian Herrmann vom neuen Kandidaten. Kellerbauer sei "sympathisch, fleißig und er will anpacken". Der Bürgermeisterkandidat sei "jemand, der integrieren kann", versicherte er, "er kann Kraft aus der Gemeinsamkeit schöpfen". Bei der Nominierung bescheinigte ihm die stellvertretende Ortsvorsitzende Dagmar Zillgitt, dass er "als Dritter Bürgermeister und Gemeinderat sehr gute Arbeit" leiste. Der Ortsverband sei unter seiner Führung "sehr harmonisch geprägt". Als "echter Echinger" sei Kellerbauer "keiner, der Eching nur als Durchgangsstation verstehen könnte".

Thaler, der bereits im November nominiert wurde, nannte es "nicht nachvollziehbar, warum die CSU erst auf den letzten Drücker aus der Deckung gekommen ist und die Echinger Bürger sehr lange im Unklaren gelassen hat". Offenbar scheine es "eine sehr schwere Geburt gewesen zu sein". Der SPD-Kandidat sieht ein "ähnliches Profil" bei Kellerbauer wie bei Riemensberger, und da sei er "mit vielen Positionen und Entscheidungen nicht einverstanden". Eching brauche aber "dringend neue Impulse und dafür ist ein politischer Wechsel unumgänglich".

Dallinger macht berufliche Bedenken für seinen wahrscheinlichen Rückzug geltend. Als selbständiger Kaminkehrer habe er "keine Rückkehrbasis" nach einer Amtszeit. "Ich habe so lang dafür gearbeitet", sagt er, "da fällt es mir richtig schwer, das jetzt so geschehen zu lassen, dass jetzt zwei andere kandidieren"". Dennoch gehe die klare Tendenz in die Richtung, nicht anzutreten.

Kellerbauer sagte bei der Nominierung, er wolle seine "ganze Kraft für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Gemeinde einsetzen". Als erste inhaltliche Themen nannte er einen "angemessenen Ausgleich von Ökonomie und Ökologie" und den Ausbau "naturnaher Freizeitmöglichkeiten". Die Gemeinde solle "als Gemeinschaft wahrgenommen werden", betonte er. Die seit Jahren diskutierten Umgehungsstraßen für Dietersheim und Eching werde er "mit Nachdruck weiter entwickeln", dazu müsse Eching auch "eine fahrradfreundliche Gemeinde" werden. Und es müsse "die langfristige finanzielle Leistungsfähigkeit erhalten werden".

Kellerbauer ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker sowie Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. An der Akademie der Handwerkskammer hat er Titel als Betriebswirt erworben und als Fachwirt Gebäudemanagement. Außer in der CSU ist er noch im Verein Familienzentrum im Vorstand aktiv. Die 33 CSU-Mitglieder nominierten ihn mit 32 Ja- und einer Nein-Stimme.