Breitbandausbau Enttäuschung bei Internet-Nutzern

Entgegen den Versprechen surfen viele Haushalte im Osten des Landkreises auch künftig nicht mit hohem Tempo.

Von Katharina Aurich, Zolling

Im Herbst 2016 haben die vier Bürgermeister von Zolling, Haag, Wolfersdorf und Attenkirchen mit der Telekom einen Vertrag für den Breitbandausbau unterzeichnet. Mit staatlichen Subventionen sollten 2200 Haushalte bis Ende 2017 Breitbandanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit pro Sekunde erhalten. Bisher sind aber nur 800 Haushalte angeschlossen. Jetzt versprachen Vertreter der Telekom am Mittwochabend im Zollinger Bürgerhaus, dass bis Ende Juli alle versorgt sein werden, - die meisten allerdings nur mit 30 Mbits.

Rund 70 Zuhörer waren gekommen, vielen war die Enttäuschung anzusehen. Nur die allerwenigsten Bürger werden einen Anschluss mit Glasfaserkabel bis in ihr Haus erhalten, denn die Telekom arbeite nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sagte Gebietsleiter Bernhard Multerer. In den vier Gemeinden wurden 90 Kilometer Glasfaser neu verlegt sowie 48 Netzverteiler und 41 Multifunktionsgehäuse installiert. Doch nur in Neubaugebieten und bei ausgewähltem Gewerbe werden leistungsstarke Glasfaserkabel bis in die Häuser verlegt, nämlich dort, wie sich die Telekom viele oder finanzkräftige Kunden verspricht. Die meisten Bürger erhalten nur ein Kupferkabel und damit eine Leistung von 30 Mbits. Allerdings seien die Rohren schon jetzt so dimensioniert, dass dort auch Glasfaser verlegt werden könne, sagte Multerer. Und es stehe jedem Kunden frei, sich auf eigene Kosten ein solches Kabel legen zu lassen.

Wenige Mbits Internet-Leistung und kein Handyempfang

Ein Zuhörer merkte an, dass er bisher nur über wenige Mbits Internet-Leistung verfüge und es an seinem Wohnort auch keinen Handyempfang gebe. Wann die Funklöcher geschlossen würden, konnte Multerer aber nicht sagen, der Internetanschluss werde jedoch bis Ende Juli leistungsstärker. Er verwies abermals darauf, dass sich Anwohner zusammen schließen und auf eigene Kosten einen Funkmast bauen könnten. Multerer erklärte außerdem, dass es nicht mit dem Kabelanschluss getan sei, sondern die Kunden müssten, um schneller surfen zu können, auch einen neuen Vertrag abschließen. Dafür gäbe es außer der Telekom noch weitere Anbieter.

Die Verwaltungsgemeinschaft werde sich auch in Zukunft um eine Verbesserung des Breitbandausbaus bemühen, versicherte Geschäftsstellenleiter Eugen Altmann. Als nächstes erstellt man einen Masterplan, um bei Tiefbauarbeiten und in Neubaugebieten Rohre für die Kabel gleich zu verlegen. Aber die Politik müsse auch neue Förderprogramme auflegen, damit es mit der Digitalisierung voran gehe, forderte Altmann.