Hallertau und Hopfen, das gehört untrennbar zusammen. Die Region ist das weltweit größte zusammenhängende Anbaugebiet. Nicht nur in Deutschland verwenden viele Brauereien den Hopfen aus der Holledau. Was ist da naheliegender, als hier auch das fertige Produkt zu feiern? Zu einer schönen Tradition ist mittlerweile das Hallertauer Bierfestival geworden, das alle zwei Jahre in Attenkirchen stattfindet. Etwa 100 Sorten Bier von 50 Brauereien können in diesem Jahr vom 12. bis zum 14. Juni verkostet werden.
Das Besondere an dem dreitägigen Fest: 560 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus allen Vereinen der 2800 Einwohner zählenden Gemeinde packen mit an. Sie stehen an den drei Schenken, helfen beim Auf- und Abbau. Ohne sie wäre das Festival nicht zu stemmen, sagte Andrea Nieder, die gemeinsam mit Bürgermeister Mathias Kern für die Organisation verantwortlich ist, bei einem Treffen für Presse und Sponsoren. „Das ist ein richtiges Gemeinschaftsprojekt“, ergänzt Kern sichtlich stolz. Für Andrea Nieder ist „das fast das Schönste am Festival“.
Erwartet werden zum 8. Hallertauer Bierfestival wieder etwa 15 000 Besucherinnen und Besucher – natürlich hängt das auch vom Wetter ab. Gefeiert wird wie gewohnt in der Ortsmitte, die B 301 wird dafür gesperrt. In diesem Jahr gibt es mehrere Neuerungen. Erstmals ist die Bierregion Oberfranken mit fünf Brauereien vertreten. Zudem gibt es ein Weißbierkarussell, an dem auch die jüngeren Gäste ihre Freude haben dürften.
In Planung ist eine Festival-App, die einen besseren Überblick bieten soll, wo welches Bier ausgeschenkt wird. Sie hoffe, dass dies umgesetzt werden könne, sagte Nieder. Das Festivalbier kommt in diesem Jahr von Camba Bavaria, einer für innovative, handwerklich gebraute Biere bekannte Brauerei aus dem Chiemgau. Fester Bestandteil des Events ist der Brauermarkt, bei dem Vertreter mehrerer Brauereien selbst anwesend sind.

An allen drei Tagen ist auf drei Bühnen ein umfangreiches Kulturprogramm geplant, mit dabei sind viele Musiker aus der Region, darunter zahlreiche junge Gruppen. Zu den bekannteren Bands zählen Luis Trinkers Höhenrausch sowie Sauglocknläutn. Am Sonntag beginnt um 10 Uhr ein Gottesdienst.
An acht Ständen wird Kunsthandwerk verkauft: Hopfenschmuck, Arbeiten aus Ton, Floristik, Schmuckdesign oder Schmiedekunst. Mit dabei sind zudem ein Stopselmacher sowie ein Imker. Breit ist das kulinarische Angebot mit bayerischen Gerichten, Barbarenspieß, Kartoffelchips, Lángos-Fladenbrote und Schokofrüchten.
Die Veranstaltung „ist ein Fest für die ganze Hallertau“, sagte Kern – weniger für die Attenkirchener selbst, weil die meisten von ihnen in den Betrieb eingebunden sind. Es kommen aber zahlreiche Besucher aus der Umgebung von München. Bürgermeister Kern dankte Andrea Nieder und ihrem Team, ohne sie wäre eine Weiterführung des Festivals nicht möglich gewesen. Auch auf finanzielle Unterstützung ist die Gemeinde angewiesen. Hauptsponsoren sind diesmal die Hopfenverwertungsgesellschaft (HVG) und der Bayerische Brauerbund.
Alkoholfreies Bier wird ebenfalls ausgeschenkt
Da die Nachfrage steigt, sollen an jeder Schenke ein bis zwei alkoholfreie Biere angeboten werden. Man bemühe sich zudem darum, ein alkoholfreies Festivalbier zu bekommen, berichtete Andrea Nieder. Damit die Besucher, die die alkoholische Variante bevorzugen, nicht auf ihr Auto angewiesen sind, wird wieder ein Shuttle-Service von und nach Freising, Moosburg, Mainburg und Wolnzach eingesetzt, am Samstag auch nach Allershausen.
Die Preise sollen denen von 2024 entsprechen. Das 0,3‑Liter‑Festivalglas kostet fünf Euro. Taler, die an den Schenken eingelöst werden können, sind voraussichtlich für vier Euro pro Stück erhältlich. Der Eintritt ist frei. Der Erlös des Festivals wird an die beteiligten Vereine ausgeschüttet.
Los geht das 8. Hallertauer Bierfestival am Freitag, 12. Juni, um 18.30 Uhr, am Samstag startet das Programm um 16 Uhr, am Sonntag, 14. Juni, geht es von 11.30 bis 18 Uhr weiter.

