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Berufsschulzentrum in Freising:Drei Landräte später fertig

Die Baumaßnahme ist nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein zeitlicher Kraftakt

Ein Kommentar von Peter Becker

Drei Landräte sind bislang an der Planung des neuen Berufsschulzentrums an der Wippenhauserner Straße beteiligt: Michael Schwaiger hat vor gut zwölf Jahren den Kauf des Hochschulsportplatzes in die Wege geleitet. Das macht den Bau des neuen Schulcampus erst möglich. Die Kaufsumme war aus Sicht des Kreises ein Schnäppchenpreis. Statt der 1,76 war mit zehn Millionen Euro kalkuliert worden. Schwaiger musste sich gegen Ende seiner Amtszeit nur noch über die Entscheidung der Kreisräte ärgern, die an der neuen Berufsschule unbedingt Räume für Bäcker- und Metzgerlehrlinge haben wollten.

Unter Landrat Josef Hauner nahm das Projekt seinen Lauf. In seiner Amtszeit legte sich der Kreistag darauf fest, die Berufsschule an ihrem alten Standort zu belassen. Zwischendrin gab es Überlegungen, sie etwa nach Lerchenfeld abzusiedeln, um das Verkehrsaufkommen an der Wippenhausener Straße zu entzerren. Landrat Helmut Petz hat wiederum das Erbe seiner Vorgänger übernommen. Er wird die Planungen nun zu Ende führen.

Hochbau- und Tiefbauamtsleiter Florian Plajer vom Landratsamt sagte im Online-Bürgerforum, dass nach dem Abschluss des Wettbewerbs so rasch wie möglich mit der Realisierung der Baumaßnahmen begonnen werden solle. Petz könnte also die Grundsteinlegung der neuen Berufsschule in seiner Amtszeit erleben. Abschließen wird das Projekt aber wohl sein Nachfolger. Das wäre der vierte Landrat, der sich mit dem Vorhaben beschäftigt. Der Bau so eines Schulzentrums ist also nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein zeitlicher Kraftakt. Ein bisserl undankbar ist, dass derjenige, der ein Werk initiiert hat, oft zuschauen muss, wie ein anderer es vollendet.

© SZ vom 04.03.2021
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