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Jugendhilfeausschuss:Die Quote steigt

Der Landkreis nimmt 202 unbegleitete Jugendliche auf

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die der Landkreis Freising aufnehmen muss, steigt. Dies gab Jugendamtsleiterin Arabella Gittler-Reichel am Donnerstag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags bekannt. Derzeit leben 161 junge Flüchtlinge im Landkreis. Die Quote steigt auf 202 Jugendliche und Kinder. Landrat Josef Hauner (CSU) bezeichnete es als Lichtblick, dass Bayern wegen einer Übereinkunft mit den anderen Bundesländern von 1. November an nach einer gewissen Übergangsfrist nicht mehr so viele junge Flüchtlinge zugeteilt bekommt - solange, bis im Freistaat "der Überhang abgebaut ist".

In der Turnhalle der Freisinger Wirtschaftsschule wohnten derzeit noch 16 Jugendliche, sagte Arabella Gittler-Reichel. 22 sind in Jugendeinrichtungen untergebracht, 17 in Pflegefamilien. Die Jugendamtsleiterin berichtete von zwei Projekten, die kurz vor dem Abschluss stehen. Zehn Jugendliche könnten in einer heilpädagogischen Tagesstätte in Freising unterkommen, fünf weitere in einer therapeutischen Einrichtung in Au. Dort sei auch betreutes Wohnen möglich, sagte Gittler-Reichel. "Das ist eine positive Entwicklung." Auch die Einrichtung einer Koordinationsstelle für die Betreuung der minderjährigen Flüchtlinge ist genehmigt. Hier arbeitet das Jugendamt mit der Caritas zusammen. Es handelt sich um eine Teilzeitstelle, für die noch eine geeignete Fachkraft gefunden werde müsse. Dass dies nicht so einfach ist, weiß die Verwaltung aus eigener Erfahrung. Sie hat einige Stellen ausgeschrieben, doch Sozialpädagogen sind derzeit rar.

© SZ vom 09.10.2015 / beb
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