Belastungen für LehrerImmer mehr Problemfälle im Klassenzimmer

Lesezeit: 1 Min.

Die Freisinger Grundschule Sankt Korbinian bekommt als Unterstützung eine Jugendsozialarbeit-Teilzeitstelle

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

In der Freisinger Grundschule Sankt Korbinian wird eine Teilzeitstelle für die Jugendsozialarbeit eingerichtet. Das hat der Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag einstimmig so beschlossen. Zuvor hatten das der Jugendhilfeausschuss des Landkreises und das Schulamt dafür grünes Licht gegeben.

Die Grundschule St. Korbinian habe Bedarf an der Unterstützung durch eine JaSFachkraft (Jugendsozialarbeit an Schulen) bekundet, da die stetig steigenden sozialen Problemsituationen eine zusätzliche professionelle Kraft dringend erforderlich mache, heißt es in dem Bericht des zuständigen Fachamtes.

Die Auflistung der Problemfälle an dieser Schule klingen besorgniserregend: Da ist von physischer und psychischer Gewalt durch Erziehungsberechtigte die Rede, von Vernachlässigung und Kindeswohlgefährdung, von mangelnder Fürsorge bei Körperhygiene, Kleidung und Unterstützung bei schulischen Pflichten. Viele Kinder würden keine Hausaufgaben machen, Elterngespräche würden nicht wahrgenommen. Außerdem erkenne man Belastungen der Schüler wegen Sorgerechtsstreit und Probleme durch Scheidungskinder, es gebe außerdem eine hohe Zahl an Fehltagen wegen psychosomatischer Symptome und familiärer Belastungsfaktoren, auch kindlicher Depressionen, Angststörungen, Schulangst mit starker Ängstlichkeit. Es komme auch vor, dass ein Elternteil selten präsent sei und sogar für eine Zeit unauffindbar. Im Klassenzimmer und in der Pause würden Kriegsspiele gespielt, nach dem Vorbild von Videospielen und entsprechenden Filmen.

Das pädagogische Verständnis der Schule sei es, Schülerinnen und Schüler in ihrer ganzen Persönlichkeit und damit auch über den Unterricht hinaus zu fördern. Nach Angaben der Schulleitung stößt man hier aber in den vergangenen Jahren zunehmend an zeitliche und professionelle Grenzen.

Mit einem Jugendsozialarbeiter an der Grundschule solle nun die präventive Arbeit intensiviert werden und dem erhöhten pädagogischen Unterstützungsbedarf, der in vielen Fällen gegeben sei, entsprochen werden.

© SZ vom 04.02.2022 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: