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Bekannte Blechbläser:Musikalisches Aushängeschild

Die Blaskapelle der Marktgemeinde Au und ihr Förderverein feiern an diesem Samstag ihr 30-jähriges Bestehen.

(Foto: privat)

Vor 30 Jahren haben in Au einige junge Blasmusiker zusammengefunden. Die Marktkapelle fehlt bei keinem größeren Fest und marschiert jedes Jahr beim Oktoberfest-Trachtenzug mit

Von Rebecca Seeberg, Au

"Noch nie habe ich Lärm, denn es klappte noch nicht allzu viel, als so schön empfunden", sagt Georg Rock über die ersten Gehversuche der Jugendblaskapelle Au. Zusammen mit Josef Maier-Krafft rief er sie 1985 ins Leben. Mittlerweile sind 30 Jahre verstrichen, das Orchester ist zum festen Bestandteil der Marktgemeinde geworden und war sogar schon im Schloss Bellevue in Berlin zu Gast. Am 20. und 21. Juni feiert die Blaskapelle ihr langjähriges Bestehen in der Hopfenlandhalle.

"Damals, in den 1980er Jahren, war es fast schon ein Trend, seinen Kindern die Blasmusik näher bringen zu wollen", erläutert Martin Krumbucher, der Vorsitzende des Fördervereins der Marktkapelle. In den benachbarten Gemeinden gab es damals schon erfolgreiche Gruppen und da wollten die Auer natürlich nicht nachstehen. 43 Kinder und Jugendliche fanden sich unter Leitung von Martin Stefani zur ersten Probe am 14. Mai 1985 ein. Auf dem Hopfenfest spielten die jungen Musiker der Marktgemeinde Au dann einen ordentlichen Marsch auf - den "Jäger aus Kurpfalz", der gar nicht so einfach zu spielen sei, so Krumbucher.

Um die Gruppe finanzieren zu können, gründete man im gleichen Jahr den Förderverein, der hauptsächlich aus Eltern der jungen Blasmusiker bestand. Im Laufe der Jahre wuchs die Jugendblaskapelle aus ihren Kinderschuhen heraus und je erfahrener die Mitglieder wurden, desto bekannter wurde das Orchester. Als nun nicht mehr ganz so junge Jugendblaskapelle spielten die etwa 30 Musiker auf diversen Faschingsumzügen im Umkreis, wurden zum festen Bestandteil des Auer Hopfenfests und etablierten sich als Blaskapelle des bayerischen Sportschützenbundes. So sorgte das Orchester auf dem deutschen Schützentag in Berlin 2001 für musikalische Unterhaltung. Der damalige Bundespräsident Johannes Rau lud sie tatsächlich ins Schloss Bellevue ein.

Sieben Kilometer lange Fußmärsche legen die Musiker seit 1994 jährlich auf dem Trachten- und Schützenzug des Oktoberfests zurück. "Man glaubt gar nicht, wie anstrengend das ist", schildert Krumbucher, der selber Tuba spielt. Denn musizieren, während man gleichzeitig marschiert, das will gelernt sein. 2004 benannte sich die Jugendblaskapelle, die teils noch aus Veteranen der Anfangszeit bestand, in Marktkapelle Au um. Für die Nachwuchsmusiker leitete seit 1994 Gunther Fendler das sogenannte B-Orchester, in dem etwa 25 junge Blasmusiker mitwirken. Auch heute noch erfreuen sich die beiden Orchester großer Beliebtheit. Karl Dreier, ein ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins, bezeichnet sie sogar als "Aushängeschild für den Markt Au auf bayerischer und internationaler Ebene".

Ihr hohes Ansehen verdankt die Marktkapelle nicht zuletzt der moralischen sowie finanziellen Unterstützung durch die Marktgemeinde. Der Förderverein spielte und spielt immer noch eine maßgebende Rolle in der Orchestergeschichte. Gegründet wurde er unter Rudi Sternbacher, aktueller Vorsitzender ist Martin Krumbucher. "Unsere Aufgabe ist es, die Blasmusik im Raum Markt Au zu pflegen", erklärt er. Dazu gehöre es, Veranstaltungen zu organisieren und die finanziellen Mittel für Noten oder neue Trachten zur Verfügung zu stellen. Der Förderverein ist außerdem verantwortlich für die Wahl der musikalischen Leitung.

Dirigent der Marktkapelle ist seit 2007 Thomas Linseisen. "Über ihn sind wir immer wieder begeistert", lobt Krumbucher. Allein dem jungen Kapellmeister beim Dirigieren zuzusehen, sei eine "Augenweide". Die musikalische Leitung des Ausbildungsorchesters hat ebenfalls seit 2007 Verena Bauer inne. Als vierte Dirigentin seit der Gründung gehe sie ihrem Amt sehr engagiert nach, so der Vorsitzende.

Zur 30-Jahr-Feier wird die Jugendblaskapelle am Samstag ihr Können zum Besten geben. Anschließend sorgt die bekannte Gruppe Scherzachtaler mit ihrer böhmisch-mährischen Blasmusik bis tief in die Nacht hinein für gute Stimmung. "Ein Hörgenuss für jedermann", beschreibt dies Martin Krumbucher. Am folgenden Tag veranstaltet die Marktkapelle von 9.30 Uhr an einen katholischen Gottesdienst mit anschließendem "Blasmusik-Frühschoppen". Am frühen Nachmittag wird dann die Verleihung der Leistungsabzeichen des Bezirks Mittelbayern für talentierte junge Musiker stattfinden.

"Blasmusik alleine zu Hause zu spielen, das ist fad", sagt Krumbucher. Aber wenn Saxofon, Posaune, Tuba und Klarinette aufeinandertreffen, einmal ordentlich auf die Pauke gehauen wird und die Trompeten mit metallischem Klang einsetzten, dann kann man den Musikern ihren Spaß regelrecht ansehen.

© SZ vom 18.06.2015
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