Baubeginn verschoben Noch ein Winter ohne Dach

Weil die neue Freisinger Eishalle ein "Leuchtturmprojekt" ist, soll auch optisch alles von bester Qualität sein.

Von Kerstin Vogel

Enttäuschung für alle Fans des Eissports in Freising: Das neue Eisstadion in der Luitpoldanlage wird nun doch erst zur Saison 2013/2014 gebaut. Aus der teilweisen Fertigstellung noch in diesem Jahr wird allem Optimismus zum Trotz nichts - und auf einen nur symbolischen Spatenstich wird Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher verzichten. Glücklich war er ohnehin nicht, als er am Dienstag die schlechte Nachricht überbringen musste - auch wenn die Vertreter von SE Freising und Förderverein Verständnis für die Entscheidung äußerten, die vor allem der Qualität des Projektes geschuldet ist.

Ursprünglich hatte die Stadt im Juli dieses Jahres, spätestens aber im August mit dem Bau des Eisstadions beginnen wollen, um einen Teil der Anlage schon im Herbst in Betrieb nehmen zu können: Schüler, Eissportler und Freizeitläufer sollten im Winter endlich ein schützendes Dach über dem Kopf haben. Doch dann mussten die Planer "nachsitzen", wie es Referatsleiter Franz Piller am Dienstag formulierte: Die Experten im Gestaltungsbeirat der Stadt hatten Details der Planung kritisiert, zumal es sich in ihren Augen bei der Eishalle fast schon um ein Freisinger "Leuchtturmprojekt" handelt.

Die Stadträte forderten daraufhin Nachbesserungen. In der Zwischenzeit aber habe die Verwaltung nicht weiterarbeiten können, erklärte Piller. Speziell bei den notwendigen Gutachten zum Brandschutz und den Lärmemissionen sei man in Verzug geraten. Unter anderem sei nicht klar, wie lang die Nachhallzeit in der Halle ausfalle, ein Wert, der für Veranstaltungen wichtig sei. Ohne diese Gutachten aber könne die Verwaltung keinen Bauantrag stellen, bedauerte Piller: "Wir haben aus meiner Sicht alles versucht, es heuer zu ermöglichen, aber es war nicht machbar."

Auch Oberbürgermeister Eschenbacher äußerte Bedauern über die neuerliche Verzögerung: "Bei so einem großen Projekt muss aber jedes Detail stimmen", sagte er. Man habe lieber jetzt noch einmal eine Verzögerung, als später Probleme mit den Nachbarn oder wegen der Ökologie, betonte auch der zuständige Referent des Stadtrats, Erich Irlstorfer (CSU). Das wichtigste sei jedoch, dass der Stadtrat mit seiner Zustimmung ein "klares Signal für den Bau gesetzt hat", unterstrich er. Der Stadtrat hatte den Projektbeschluss für die Eishalle im April trotz einer neuerlichen Kostensteigerung auf mittlerweile 5,3 Millionen Euro gefasst. Dagegen gestimmt hatten die Grünen, ÖDP, FDP und die Linke.

Die Bevölkerung sei froh, dass die Stadt Freising nach über 40 Jahren Diskussion nun endlich ein Eisstadion bekomme, sagte SEF-Eishockey-Abteilungsleiter Bernhard Sittenauer: "Ob das jetzt um fünf Minuten vor oder um fünf Minuten nach Zwölf kommt, macht da keinen großen Unterschied mehr." Gleichwohl sei man natürlich nicht erfreut, dass man sich nun noch eine weitere Saison "über die Zeit fretten muss". Er habe jedoch großes Vertrauen in den OB und den Stadtrat, dass das nun wirklich der letzte Winter ohne Dach sei. Thorsten Decker, Vorsitzender des Fördervereins Eisstadion, sieht sein Ziel "quasi erreicht, nur eben ein bisschen später". Man habe gar nicht erwartet, am Ende eine Eishalle zu bekommen, die eine derartige Qualität habe, lobte er.

Aktuell hat der Verein laut Decker bereits über 300 000 Euro an Barspenden für das Projekt gesammelt. Ob das alles wirklich in den Bau der Halle fließen wird, ist allerdings offen, denn mit der Stadt ist vereinbart, dass der Förderverein Leistungen in Höhe von 600 000 Euro zum Bau des Stadions beiträgt. Ob dass in Form von Handwerkerarbeit, Material oder Bargeld geschieht, ist freigestellt. Sollte am Ende Bares übrig sein, wird dies laut Decker für die Jugendarbeit des Vereins verwendet.

Der weitere Zeitplan für die Eishalle sieht vor, dass der Bauantrag Mitte August eingereicht wird und sich der Bauausschuss damit am 12. September befasst. Die Ausschreibung soll von Mitte November bis Mitte Januar 2013 laufen, spätestens einen Monat danach soll der Auftrag erteilt werden. Nach einem Baubeginn im April 2013 wäre mit einer Bauzeit von fünf bis sechs Monaten zu rechnen. Und eine kleine Feier wird es möglicherweise auch heuer noch geben. Sittenauer kündigte an, zur Saisoneröffnung wenigstens eine Bautafel aufstellen zu wollen: den Spatenstich dafür zu übernehmen, sicherten Eschenbacher und Irlstorfer augenzwinkernd zu.