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Autobahnkreuz Neufahrn umgebaut:Einfädeln über die Direktrampe

Für 28 Millionen Euro wurde Bayerns verkehrsreichstes Autobahnkreuz umgebaut. Künftig kann der Verkehr aus Richtung Flughafen gefahrlos auf die A 9 wechseln. Jetzt geht der Bund den Ausbau der Autobahn an.

In der Nacht noch wollte Johann Schmid die Bauarbeiter losschicken. Der zuständige Dienststellenleiter bei der Autobahndirektion Südbayern lässt die letzten Fahrbahnmarkierungen aufbringen, eine Leitplanke anschrauben. Dann kann es losgehen. Dann kann der Verkehr fließen über die neue Direktrampe am Autobahnkreuz Neufahrn, die am Dienstagmittag offiziell eröffnet wurde, aber erst von diesem Mittwochmorgen an von den Autos auch befahren werden kann.

Grafik

Unten verläuft die A 92, darüber die A 9 - und ganz oben ist in der Grafik die neue Direktrampe zu sehen, über die der Verkehr nach München rollt.

Für 28 Millionen Euro hat der Bund in den vergangenen zweieinhalb Jahren Bayerns verkehrsreichstes Autobahnkreuz umgebaut - mit der Direktrampe ging nun das "Herzstück" in Betrieb, wie Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) am Dienstag sagte. Tatsächlich wurde der Schnittpunkt von A 9 und A 92 in den siebziger Jahren geplant - damals als klassisches Autobahnkreuz, mit vier engen Schleifen, "Ohren" genannt, über die die Autos von der einen auf die andere Autobahn rauschen.

"Für damalige Verhältnisse war das ausreichend", sagt Schmid, der zuständige Dienststellenleiter bei der Autobahndirektion Südbayen. Doch dann zog der Flughafen ins Erdinger Moos. Und nicht nur das: Freising, Landshut, Dingolfing und Straubing entwickelten sich zu attraktiven Wirtschaftsstandorten.

Der Verkehr nahm immer mehr zu. Mittlerweile passieren im Schnitt 230.000 Autos täglich das Kreuz. Es ist damit "der bedeutendste und am stärksten belastete Autobahnknoten in ganz Bayern", sagt Staatssekretär Eck. Allein in Richtung Flughafen sind derzeit 24.000 Fahrzeuge unterwegs, für das Jahr 2020 prognostizierte Eck etwa 38.000 Pkw und Lkw.

Vor allem an einer Stelle wurde es in den vergangenen Jahren enger: Autofahrer, die vom Flughafen kommend in Richtung München wollen, mussten bislang über eine nur zweispurige Schleife von der A 92 auf die A 9 fahren. Wegen des engen Kurvenradius mussten sie auf Tempo 40 abbremsen, das hemmte den Verkehrsfluss.