Auszeichnung Geschichte mal anders

Mit ihrer Lehrerin Katrina Hammer freuen sich Lukas, Anna und die anderen Mitglieder der AG "Geschichtsspürnasen" über die Auszeichnung ihrer Arbeit.

(Foto: Marco Einfeldt)

Realschüler entwerfen eine Schnitzeljagd zum Thema "Freising um 1500" und gewinnen damit einen Preis.

Von Katharina Horban, Freising

"Was können wir dazu beitragen, dass das Geschichtsbewusstsein in Freising aufrechterhalten wird?" Diese Frage hat sich die AG "Geschichtsspürnasen" unter der Leitung von Katrina Hammer an der Staatlichen Realschule Freising II gestellt und eine Schnitzeljagd zum Thema "Augen auf - Freising um 1500" entworfen. Das Projekt der acht Schülerinnen und Schüler aus den fünften bis siebten Klassen gelang derart gut, dass die Schnitzeljagd jetzt beim Schülerlandeswettbewerb "Erinnerungszeichen" vom Kultusministerium mit dem zweiten Platz ausgezeichnet worden ist.

Mehr als 840 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Schularten und Jahrgangsstufen haben sich für diesen Wettbewerb bayernweit zum Thema "Bayern um 1500 - Zeit für Neues?" auf eine historische Spurensuche begeben. "Wir gehen oft durch die Freisinger Innenstadt, hinterfragen aber nie die Gebäude", erklärt Hammer den Anreiz für die Umsetzung der Schnitzeljagd zu diesem Thema. Sie berichtet stolz von ihren motivierten Schülern, die sich die Freude an den historischen Themen stets bewahrt haben. "Vom Mittelalter hatte am Anfang niemand eine Ahnung", gibt sie aber auch zu. Da in der fünften Jahrgangsstufe noch keine Geschichte unterrichtet wird, haben manche Schüler sozusagen fachfremd an dem Projekt mitgearbeitet. Hammer erinnert sich, wie sie die Kinder mit vielen grundlegenden Informationen versorgt und ihnen einen kritischen Umgang mit Quellen beigebracht hat. Beim Besuch des Freisinger Stadtarchivs wurde nämlich schnell klar, dass es nur noch wenige Quellen aus dem Jahr 1500 gibt. Umso wichtiger waren die Ortsbegehung und die Internetrecherche.

Den Sechtsklässler Lukas fasziniert vor allem der Buchdruck

Sechstklässler Lukas wurde Anfang des Schuljahres aus Neugier auf die neugegründete Geschichts-AG aufmerksam. Ihn faszinierte vor allem die Geschichte des Buchdrucks. Fünftklässlerin Anna ist von der Gruppe so angetan, weil man nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten in die Vergangenheit schaut. Die historischen Gebäude in der Innenstadt hat sie durch das Projekt erstmals genauer betrachtet.

Und so ist die Schnitzeljagd aufgebaut: Es gibt elf Stationen zu jeweils einem anderen Thema. Beantwortet man die Frage auf einer Karte richtig und hat so die richtige Koordinate ausgewählt, muss man das entsprechende Planquadrat auf dem Stadtplan suchen. Dort ist der nächste Umschlag versteckt. Beginn und Ende der Schnitzeljagd sind am Marienplatz. Vielleicht wird die Schule das Spiel für alle siebten Klassen zur Verfügung stellen. Spannend genug wäre es auf jeden Fall. In Anlehnung an das Gemälde "Die Kinderspiele" von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahr 1560 beschäftigt sich eine der Stationen etwa mit Spielen aus der Frühen Neuzeit. Der überlebensgroße liegende Christus im Dom, das Reinheitsgebot und die Geschichte des Rathauses sind weitere Themen. Die Katharina-Mair-Straße in Lerchenfeld hängt eng mit der Reformation zusammen, denn Mair brachte damals reformatorisches Gedankengut nach Freising. So haben viele der Schüler ihren täglichen Schulweg durch die Schnitzeljagd neu kennengelernt.

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