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Ausgehen in Freising:Viertelkneipe mit wenig Schnickschnack

Die Lounge 27 ist auch Anlaufstelle für die, die keine Lust auf die Freisinger Innenstadt haben.

(Foto: Marco Einfeldt)

Folge 12 der SZ-Kolumne "Bar-Hocker": In der optisch etwas kühlen Lounge 27 gibt es eine Barkeeperin mit Humor, starke Drinks und deftiges Fingerfood.

Was Antje's Klimperkasten für Vötting ist, ist die Lounge 27 für Lerchenfeld. Eine Stadtteilkneipe. Anlaufstelle für die, die keine Lust auf die Innenstadt haben oder sich später noch auf den Weg dorthin machen wollen.

Während der Klimperkasten eher einem Wohnzimmer ähnelt, ist die Einrichtung in der Lerchenfelder Bar vor allem geradlinig, ganz Lounge eben, etwas kühl-distanziert. Es gibt Sitzbänke, teils eckige Holztische und das bräunliche Wandtattoo hinter der Theke ist nicht verspielt, sondern zeigt - Linien. Also, wenig Schnickschnack. Dadurch ist es aber auch etwas unpersönlich. Es gibt kaum etwas, an dem der Blick hängen bleiben kann, lediglich ein Hinweisschild verkündet, dass der "Jägerinha" für 5,50 Euro Cocktail des Monats März ist, inzwischen ist an diese Stelle ein "Russian Razz" gerückt.

Das Rezept der Laterna Magica, 7,90 Euro, unterliegt laut Karte strengster Geheimhaltung

An der Bar Platz genommen, ist nach dem Blick in die Karte schnell klar, welcher Drink es wird, der "Laterna Magica" (7,90 Euro), einfach aus Prinzip, denn da steht: "Rezept unterliegt strengster Geheimhaltung!!!" Von der Bar zieht es einen recht schnell an einen Tisch, die Theke ist schlicht zu hoch oder die Stühle zu niedrig, Sitzen jedenfalls ist dort unbequem, entweder muss man die Schulter hochziehen oder die Arme hängen lassen, was so oder so eher nicht elegant ausschaut. Jetzt, wenn das Wetter bald verlässlich besser wird, zieht es die Gäste aber ohnehin auf die Terrasse an der Ecke Erdinger Straße/Ismaninger Straße.

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Der Drink steht kurze Zeit später auf dem Tisch bereit. Irgendwie unschuldig sieht er aus, in einem kleinen rundlichen Glas, rot, etwas Schaum obenauf, mit angestecktem Orangenstück. Lecker, denkt man beim ersten Schluck. Und dann bringt er auch geübte Bargänger aus der Fassung, nach dem dritten Schluck lässt man es wegen der enthaltenen, doch beträchtlichen Alkoholmenge lieber etwas langsamer angehen.

"Das ist einer unserer stärksten Drinks. Nächstes Mal kann ich den auch etwas schwächer machen"

Herauszuschmecken, was drin ist, stellt sich aber als nicht allzu schwierig heraus, der "Laterna" ist süßlich-schwer und die Farbe erklärt sich durch den Grenadine-Sirup, so viel sei verraten. Auf zwei bis drei der Zutaten kommt man leicht, den Rest verrät die Barkeeperin auf Nachfrage und fügt grinsend hinzu: "Das ist einer unserer stärksten Drinks. Nächstes Mal kann ich den auch etwas schwächer machen." Das Alkoholfassungsvermögen ihrer Gäste ist wohl doch nicht so gut, wie gedacht. Sie dreht sich um und geht.

Die Barkeeperin arbeitet an diesem Samstag bis spät am Abend allein und nimmt ziemlich entspannt Getränke- und Essensbestellungen (vor allem das Fingerfood à la Tortilla Chips ist gefragt) der sehr zahlreichen Gäste entgegen, ohne gestresst auszusehen oder die Leute warten zu lassen. Ein wenig stressig und dafür wenig loungig ist nur die Musik. In voller Lautstärke läuft Pop, der fast überall im Radio rauf und runter gespielt wird, nach drei Stücken sein Repertoire an elektronisch verzerrten Stimmen erschöpft hat und sich auch nicht für Remixes der ganz alten Backstreet-Boys-Kracher zu schade ist.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 14 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag 14 bis 2 Uhr, Sonntag 14 Uhr bis Mitternacht. Barrierefreiheit: Von außen ist die Bar über die Terrasse barrierefrei zugänglich. Zu den Toiletten führt eine Treppe.