Ausblick auf das Jahr 2019 Keine Engpässe mehr

Groß und leer: Der Platz vor dem Hallbergmooser Rathaus soll ansprechender gestaltet werden. Auch das steht auf der Agenda für 2019.

(Foto: Marco Einfeldt)

Hallbergmoos investiert kräftig, im Herbst sollen das neue Kinderhaus und der Hort fertig sein. Auch an einer Lösung für die Schule arbeitet die Gemeinde. Weiteres wichtiges Projekt ist die Aufwertung des Rathausplatzes

Von Alexandra Vettori

Dass Hallbergmoos eine so aufstrebende Gemeinde werden würde, hätte sich der Gründer, Freiherr von Hallberg-Broich, zu Beginn des 19. Jahrhunderts vermutlich nicht träumen lassen. Denn der Flecken Land, den er 1826 kaufte, hatte mit Birkeneck zwar ein Schloss, bestand sonst aber vor allem aus Moor. Hallberg ließ Entwässerungsgräben anlegen, erst dann waren Landwirtschaft und eine Besiedelung möglich. Die Entwässerungsgräben waren es auch, die dem Ort seine Grundstruktur gaben, Theresien- und Maximilianstraße zeugen noch heute davon. 1830 kamen die ersten Siedler, misstrauisch beäugt von den Nachbarorten, spöttisch sprach man von der "Armenkolonie".

Heutzutage sieht die Sache ganz anders aus. Dank sprudelnder Gewerbesteuereinnahmen, vor allem aus dem Munich Airport Business Park, der wiederum erst durch den 1992 eröffneten Flughafen möglich wurde, gehört Hallbergmoos zu den reichsten Kommunen im Landkreis. Der rege Zuzug macht die Gemeinde zu einer der jüngsten in ganz Bayern. Kein Wunder, dass Harald Reents (CSU), seit 2014 Bürgermeister, voller Tatendrang ist. Im Gespräch mit der SZ führt er aus, was 2019 die wichtigsten Themen sein werden.

Ganz oben in seiner Agenda steht das räumliche Leitbild, eine vom Gemeinderat beschlossene Vision für die Ortsentwicklung der nächsten Jahrzehnte. Im neuen Jahr werde man verstärkt in den Dialog mit den Bürgern einsteigen und die Grundstückseigentümer einbeziehen, kündigt er an. Für die Gemeinde ein zentraler Punkt ist auch der Rathausplatz. Hierzu erarbeite derzeit eine Arbeitsgruppe einen Vorschlag für den Gemeinderat, der ungemütliche Riesenplatz soll ansprechender werden und im Westen einen vernünftigen Abschluss erhalten. Ein weiteres großes Thema ist die zweite Grundschule. "Hier ist unser Ziel für 2019, die Grundstücksgeschäfte unter Dach und Fach zu bringen und in die konkrete Gebäude- und Verkehrsplanung einzusteigen", sagt Reents. Wo der Standort liegt, will er mit Hinweis auf laufende Verhandlungen noch nicht verraten, nur so viel, dass es mehrere Möglichkeiten gebe. Daneben arbeite man an einer Zwischenlösung, um die steigende Zahl an Schülern unterzubringen, bis die zweite Schule steht. Angedacht ist laut Reents ein Anbau an das bestehende Schulhaus. Außerdem müssen die beiden neuen Feuerwehrhäuser geplant werden und natürlich muss es mit der Erweiterung der Kläranlage vorangehen. Fertig werden das neue Kinderhaus am Margaretenweg und der dritte Hort am Utzschneiderweg. Ebenso die Nordumfahrung, die Entlastung vom Durchgangsverkehr bringen soll.

Wie viele neue Wohnungen 2019 bezugsfertig werden, das kann auch der Bürgermeister nicht so genau sagen. Laut Bauantragsstatistik 2018 sind 106 Wohnungen unterschiedlicher Größen genehmigt worden. Im Baugebiet Jägerfeld-West ist das Baurecht für eine höhere zweistellige Zahl an Wohnungen noch nicht vollständig umgesetzt worden. Neue Baugebiete werden an Birkenecker Straße-Süd, Grünecker Straße-Nord sowie Mittermeierweg/Weidenweg entstehen, allerdings starten diese erst einmal mit den Erschließungsstraßen. Für das Neubaugebiet Enghoferweg-Nord sowie die Verdichtung der Ortsmitte entlang der Theresienstraße und des Bereichs um die Neuwirtskreuzung sind die Aufstellungsbeschlüsse gefasst. Nicht fertig wird das betreute Wohnen am Tassiloweg. Der Architektenwettbewerb ist zwar abgeschossen, 2019 folgt die Vorentwurfsplanung. Weil wegen der Größe des Projekts aber auch die Fachplanungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden müssen, geht Reents davon aus, "dass der Spatenstich erst in der nächsten Amtsperiode erfolgt, dafür dann aber alles gut durchgeplant ist".

Engpässe bei der Kinderbetreuung wie 2018 sollen im neuen Jahr nicht mehr vorkommen. Bis zum kommenden Schuljahr sind das neue Kinderhaus und der Hort fertig, damit sei gut aufgestellt, sagt Reents, außerdem bereite man Reserven bei den Kindergärten vor. "Nach dem heutigen Stand wird es im Bereich von Krippe, Kindergarten und Hort dann keine Engpässe geben", ist er überzeugt. Zudem gibt es 2019 besonderen Grund zum Feiern: Dann wird das Volksfest 30 Jahre alt und man feiert 25 Jahre Partnerschaft mit Predazzo.