Update:Aus dem Bauhof wird ein Kindergarten

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Update: Die Tage des Kindergartens Maria de la Paz in Au sind gezählt. Auf dem Nachbargrundstück ist ein Neubau einer Kindertagesstätte geplant.

Die Tage des Kindergartens Maria de la Paz in Au sind gezählt. Auf dem Nachbargrundstück ist ein Neubau einer Kindertagesstätte geplant.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Einrichtung "Maria de la Paz" wird modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Der Auer Marktgemeinderat entscheidet sich für einen Neubau auf dem Nachbargrundstück.

Von Peter Becker, Au

In der Rubrik "Update" beleuchtet die Freisinger SZ aktuelle Entwicklungen bei verschiedenen Themen im Landkreis. Auf welchem Stand ist ein Projekt? Wurde gegen Missstände vorgegangen und wie? Diesmal geht es um den Kindergarten Maria de la Paz in Au.

Maria de la Paz gehört zu den ältesten Kindertagesstätten im Landkreis Freising. Ursprünglich waren dort ein Mädchenschulhaus und Unterkünfte für die Armen Schulschwestern eingerichtet. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1903, ist also schon über 100 Jahre alt. Es gehört zu den prägnantesten Gebäuden in Au. Heute ist dort ausschließlich ein Kindergarten mit fünf Gruppenräumen untergebracht. Doch dessen Tage sind nun gezählt. Der Marktgemeinderat hat jetzt beschlossen, eine neue Kindertagesstätte auf dem benachbarten Bauhof zu errichten.

Die Marktgemeinderäte entscheiden sich für die pragmatische Lösung

Die Markträte in Au haben sich schon seit Längerem damit beschäftigt, was mit dem Kindergarten Maria de la Paz geschehen soll. Jetzt waren sie dazu angehalten, einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Entweder sollte das alte Gemäuer generalsaniert oder ein Ersatz auf dem Gelände des benachbarten Bauhofs geschaffen werden. Die meisten Markträtinnen und Markträte hatten wohl selbst Jahre ihrer Kindheit dort verbracht. Trotz aller Emotionalität wählten sie jedoch einstimmig die pragmatische Lösung, wie Bürgermeister Hans Sailer (FW) sagte.

Die Wacker Planungsgesellschaft hatte zwei Varianten zur Auswahl gestellt. Zum einen eine Grundsanierung, deren Kosten die Architekten inklusive eines Erweiterungsbaus auf 9,5 Millionen Euro schätzt. Der alte Kindergarten Maria de la Paz müsste zum einen barrierefrei ausgebaut werden. Sorgen bereitet den Planern aber vor allem der feuchte Keller. Die Kosten für dessen aufwändige Trockenlegung kann die Wacker Planungsgesellschaft derzeit nicht berechnen. Dazu bedürfe es einer bauphysikalischen und statischen Untersuchung, heißt es in den Sitzungsunterlagen. Zum anderen geht es auf dem Klosterberg recht eng zu. Es sei zu befürchten, dass sich nach einer Erweiterung am jetzigen Standort die Verkehrssituation verschlimmere.

Maria de la Paz soll nicht verkommen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Gebäude alternativ zu nutzen

Aufgrund dieser Perspektiven entschied sich der Marktgemeinderat einhellig für einen Neubau auf dem benachbarten Gelände des Bauhofs. Der soll an den Eschenring ausgelagert werden, wo die Marktgemeinde ein Grundstück besitzt. Das Wacker Planungsbüro beziffert die Kosten für den Neubau eines sechsgruppigen Kindergartens nebst Abriss des Bauhofgebäudes und einer Altlastenuntersuchung auf bis zu sieben Millionen Euro. Ein möglicher Erweiterungsbau für weitere drei bis vier Gruppen ist für etwa vier Millionen Euro möglich. Auch genügend Parkplätze für Personal und Eltern wären vorhanden. Der Neubau könnte spätestens in drei Jahren zur Verfügung stehen.

Beatrix Sebald (FWG), Referentin für Kindertagesstätten, bedauert es zwar, das Klostergebäude als Kindergarten aufgeben zu müssen, sieht aber keine andere Möglichkeit. Mehr Gruppen sind dort kaum unterzubringen. Um eine Sanierung des Gebäudes wird der Marktgemeinderat dennoch nicht herumkommen, wenn er es nicht verkommen lassen will. Die Verwaltung könnte sich vorstellen, dort Räume für die Marktkapelle, die Volkshochschule, die Jugendpflege, die Bücherei oder für Beschäftigte im Rathaus unterzubringen.

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