Attenkirchen:Das ganze Dorf soll anpacken

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Das alte Feuerwehrhaus an der Schulstraße in Attenkirchen ist zu klein und nicht mehr zeitgemäß. Die Gemeinde will nun endlich den lange geplanten Neubau angehen. (Foto: Marco Einfeldt)

Die Gemeinde Attenkirchen wird jetzt endlich ein neues Feuerwehrhaus bekommen. Viele Arbeiten sollen in Eigenleistung erfolgen. Das alte Feuerwehrhaus an der Schulstraße platzt aus allen Nähten und ist nicht mehr zeitgemäß.

Von Peter Becker, Attenkirchen

Die Attenkirchener Feuerwehr soll endlich ein neues Domizil bekommen. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die Kosten dafür betragen laut Bürgermeister Mathias Kern nach derzeitigem Stand etwa 3,4 Millionen Euro. Damit nimmt eine schier unendliche Geschichte ein Ende. Das Feuerwehrhaus war längst nahezu fertig geplant, als der Gemeinderat im Jahr 2018 alle bis dahin gefassten Beschlüsse aus Kostengründen wieder über den Haufen geworfen hatte.

Das alte Feuerwehrhaus an der Schulstraße platzt aus allen Nähten und ist nicht mehr zeitgemäß. Ursprünglich war als Standort für das neue Gebäude das Gewerbegebiet am Bachfeld auserkoren worden. Knapp zwei Millionen Euro sollte es kosten, aufwendige Bodenuntersuchungen ließen die Kosten rasch auf 2,42 Millionen Euro anwachsen. Der Gemeinderat hielt trotzdem zunächst an dem Projekt fest. Im April 2018 kam die Rolle rückwärts. Der Gemeinderat verzichtete aufgrund weiter steigenden Kosten auf den Neubau des Gerätehauses, stellte das Vorhaben aber nicht grundsätzlich infrage. Verloren war allerdings das Geld, das bis dahin in das Projekt gesteckt worden war.

2019 befasste sich der Gemeinderat erneut mit dem Feuerwehrgerätehaus, das nun am "Oberen Straßfeld" zwischen der Bundesstraße 301 und Rannertshausen entstehen sollte. 2022 beauftragte die Gemeinde den Fachplaner Georg Lorenz, ein Spezialist für den Bau von Feuerwehrhäusern. Natürlich waren die Baupreise nach Corona und dem Beginn des Krieges in der Ukraine sowie durch die hohe Inflation gehörig gestiegen. Das Feuerwehrhaus mit gewünschtem Sozialtrakt und einer Waschhalle sollte 4,6 Millionen Euro kosten. Die Suche nach Einsparmöglichkeiten begann. "Es soll ja kein Luxusbau werden, sondern einfach ein funktionaler Bau für die Feuerwehr", sagt Bürgermeister Kern.

Die Suche nach Einsparmöglichkeiten war erfolgreich. Der Sozialtrakt fällt jetzt kürzer aus, es bleibt aber genügend Platz für Spinde. Gespart wurde auch an den Toiletten im ersten Stock. 330 000 Euro kamen bei dieser Sparrunde heraus. Weitere 145 000 sprangen aufgrund von Abstrichen bei der Ausstattung des Sozialtrakts heraus. Die Fläche für die Photovoltaikanlage auf dem Dach wollte die Gemeinde erst selber nutzen. Sie soll jetzt verpachtet werden. Eine kleine Fläche verbleibt bei der Gemeinde zum Betreiben einer Wärmepumpe. Mit dieser Vorhabensweise spart sie weitere 190 000 Euro ein.

Auf eine Waschhalle kann nicht verzichtet werden

Einige Gemeinderäte hätten gerne auf die Waschhalle verzichtet. Das hätte die Kosten um weitere 260 000 Euro reduziert. Die Feuerwehr könnte ja zur Pflege ihrer Fahrzeuge nach Zolling fahren, hieß es. Feuerwehrkommandant Florian Schmitz stellte laut Kern aber schlüssig dar, warum die Feuerwehr darauf nicht verzichten kann. Nicht nur Fahrzeuge müssten gereinigt werden, sondern nach Einsätzen auch das eingesetzte Material.

"Es ist klar, dass das eine Rieseninvestition ist", kommentiert Kern die Entscheidung zugunsten des Feuerwehrhauses. Der Attenkirchener Bürgermeister geht aber davon aus, dass viele Arbeiten in Eigenleistung erledigt werden könnten. Er betrachtet den Bau des Feuerwehrhauses als "Dorfprojekt". Möglicherweise ergeben sich noch weitere Einsparmöglichkeiten. Trotzdem bereitet Kern die Haushaltslage ein wenig Kopfzerbrechen. So hatte die Gemeinde jüngst erst einige Gebühren erhöht. Um eine Kreditaufnahme werde man wohl nicht herumkommen, glaubt der Bürgermeister. Dazu müsse man mit der Kommunalaufsicht reden, was nötig sei, um einen genehmigungsfähigen Haushalt zu erhalten.

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